Ein Zeitkonto (oder Arbeitszeitkonto) ist eine Art „Arbeitszeit-Konto“, das als Instrument für flexible Arbeitszeitgestaltung genutzt wird. Darauf werden für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter die Plusstunden (Mehrarbeit) und Minusstunden (Unterstunden) im Vergleich zur vertraglich vereinbarten Arbeitszeit erfasst. Dieses Zeitguthaben wird später entweder durch zusätzliche Freizeit oder durch eine finanzielle Auszahlung ausgeglichen (vgl. HRworks, Wikipedia).
Ein Zeitkonto funktioniert ähnlich wie ein Bankkonto für Arbeitszeit:
Soll-Zeit: die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit.
Ist-Zeit: die tatsächliche geleistete Arbeitszeit (inklusive Überstunden, Urlaub, Krankheit, Fehlzeiten usw.).
Der Saldo aus Ist-Zeit minus Soll-Zeit wird wie folgt behandelt:
Timeguthaben (positiver Saldo):
→ kann später in Freizeit umgewandelt oder – je nach Vereinbarung – finanziell ausgezahlt werden.
Zeitschulden (negativer Saldo):
→ müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgearbeitet werden oder werden beim Ausscheiden ggf. mit dem Lohn verrechnet.
Kurzzeitkonto (Kurzfristiges Arbeitszeitkonto)
Betrachtungszeitraum von meist einigen Monaten (typischerweise 3–12 Monate).
Dient z. B. dazu, Produktionsspitzen aufzufangen oder Servicezeiten zu verlängern.
Langzeitkonto (Langfristiges Arbeitszeitkonto)
Erstreckt sich über mehrere Jahre.
Ziel ist es, Stunden „anzusparen“, um zum Beispiel längere Auszeiten (Sabbatical) oder einen vorgezogenen Ruhestand zu ermöglichen – u. a. auf Grundlage des Flexi-II-Gesetzes (Haufe.de – News und Fachwissen).
Ein Zeitkonto ist nur wirksam, wenn es vertraglich geregelt ist, z. B. durch:
einen individuellen Arbeitsvertrag (Arbeitsvertrag),
einen Tarifvertrag,
oder eine Betriebsvereinbarung auf Unternehmensebene unter Beteiligung des Betriebsrats (Betriebsrat) (vgl. dlapiper.com).
In diesen Regelungen werden u. a. festgelegt:
Höchstgrenzen für positive und negative Zeitguthaben,
der Zeitraum, innerhalb dessen der Saldo auszugleichen ist (z. B. innerhalb des laufenden Geschäftsjahres),
dass der Arbeitgeber nicht einseitig in das Zeitkonto eingreifen darf, ohne dass eine entsprechende Vereinbarung besteht.
Vorteile:
Hohe Flexibilität, um saisonale oder unerwartete Schwankungen im Arbeitsanfall auszugleichen.
Bessere Kompensation für Mitarbeiter*innen, ohne dass der Arbeitgeber Mehrkosten sofort in voller Höhe in Geld auszahlen muss.
Nachteile:
Risiko, dass sich Überstunden ansammeln, ohne dass zeitnah ein Ausgleich erfolgt.
Erfordert sehr genaue Dokumentation und ein zuverlässiges System zur Arbeitszeiterfassung und -verwaltung.
Die Ist-Zeit und Soll-Zeit sollten täglich oder wöchentlich dokumentiert werden – elektronisch (z. B. Zeiterfassungssystem, HR-Software) oder in Papierform.
Beim Ende des Arbeitsverhältnisses wird der verbleibende Zeitkontostand berechnet und je nach Vereinbarung
in Freizeit abgegolten oder
finanziell ausgezahlt bzw. verrechnet.
Ein Zeitkonto gibt dir als Arbeitnehmer*in mehr Transparenz und Kontrolle über deine Arbeitsstunden und ermöglicht dem Arbeitgeber, Produktionsspitzen und ruhige Phasen effizienter zu managen. Voraussetzung ist jedoch eine klare rechtliche und vertragliche Regelung, damit Transparenz und der Schutz der Rechte beider Seiten gewährleistet sind.
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