Kündigung durch den Arbeitgeber auf ungerechter bzw. missbräuchlicher Grundlage – was soll ich tun?

Was tun bei einer (vermeintlich) ungerechtfertigten Kündigung in Deutschland?

Deine Frage ist äußerst wichtig. Hier findest du die konkreten Schritte, die du in Deutschland unternehmen solltest, wenn du eine aus deiner Sicht ungerechtfertigte Kündigung (Kündigung) von deinem Arbeitgeber erhältst:


1. Die Kündigung niemals ignorieren – du hast nur 3 Wochen Zeit!

Du musst sofort handeln:
Das Gesetz gibt dir nur 3 Wochen ab dem Tag, an dem du das Kündigungsschreiben erhältst, um offiziell beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage einzureichen (Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht).

Verpasst du diese Frist, gilt die Kündigung als wirksam – selbst dann, wenn sie eigentlich rechtswidrig ist!


2. Konkreter Schritt: Klage beim Arbeitsgericht einreichen

  • Wende dich so schnell wie möglich an einen Fachanwältin für Arbeitsrecht oder – falls du Mitglied bist – an deine Gewerkschaft.

  • Lege dort die Kündigung und alle relevanten Unterlagen und E-Mails vor.

  • Bitte darum, eine Kündigungsschutzklage gegen die Kündigung einzureichen.

Du kannst auch selbst zum Rechtsantragsstelle (Rechtsantragsstelle) des Arbeitsgerichts gehen.
Dort helfen dir die Mitarbeitenden kostenlos bei der Formulierung und Einreichung der Klage.


3. Welche Unterlagen solltest du vorbereiten?

  • Das originale Kündigungsschreiben (Kündigungsschreiben).

  • Deinen Arbeitsvertrag (Arbeitsvertrag).

  • Die letzten Gehaltsabrechnungen (Gehaltsabrechnungen).

  • Alle Belege, die deine Position stützen, z. B.:

    • frühere Abmahnungen,

    • Zeugenaussagen von Kolleg*innen,

    • E-Mails, Chatverläufe oder andere Schriftstücke.

  • Unterlagen zur Beschäftigungsdauer und zu möglichen Tarifverträgen (Tarifvertrag) oder Betriebsvereinbarungen.


4. Was passiert nach Einreichung der Klage?

  • Das Gericht lädt zunächst zu einem Gütetermin (Vergleichstermin) ein.

    • Dort versuchen Gericht, du und dein Arbeitgeber, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

    • Häufig geht es dabei um eine Abfindung oder um die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

  • Kommt keine Einigung zustande, läuft das Verfahren weiter:

    • Das Gericht prüft dann, ob die Kündigung rechtlich wirksam oder unwirksam ist.


5. Wichtige rechtliche Punkte zu deinen Gunsten

Eine Kündigung ist oft rechtswidrig, wenn:

  • sie ohne gesetzlichen Kündigungsgrund im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes erfolgt (z. B. willkürlich, aus Rache, wegen persönlicher Antipathie),

  • sie auf Diskriminierung oder Vergeltung beruht (z. B. wegen Herkunft, Religion, Gewerkschaftsmitgliedschaft),

  • gesetzliche oder betriebliche Verfahrensregeln nicht eingehalten wurden, z. B.:

    • der Betriebsrat wurde nicht ordnungsgemäß angehört,

    • die Kündigungsfrist wurde nicht beachtet,

    • besondere Schutzrechte wurden ignoriert.

Besonderer Kündigungsschutz gilt z. B. für:

  • Schwangere,

  • Personen in der Elternzeit (Elternzeit),

  • Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung.

In solchen Fällen ist eine Kündigung nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde möglich.

In vielen Konstellationen liegt die Beweislast ganz oder überwiegend beim Arbeitgeber.


6. Finanzielle und berufliche Absicherung

  • Stelle sofort einen Antrag auf Arbeitslosengeld (Arbeitslosengeld) bei der Agentur für Arbeit,
    auch wenn du fest davon überzeugt bist, dass du den Prozess gewinnen wirst.

  • Fällt das Urteil oder ein Vergleich später zu deinen Gunsten aus, kannst du:

    • entweder in deinen Job zurückkehren,

    • oder eine angemessene Abfindung erhalten (je nach Verhandlung und Gericht).


Zusammenfassung der Schritte in Kurzform

  • Kündigung niemals ignorieren – du hast nur 3 Wochen für die Kündigungsschutzklage.

  • Sofort einen Fachanwältin für Arbeitsrecht oder deine Gewerkschaft kontaktieren.

  • Alle Unterlagen sammeln und Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.

  • Deine Rechte konsequent verfolgen – oft lohnt sich das Durchhalten bis zum Ende.


Goldener Tipp

Reagiere nicht vorschnell schriftlich auf die Kündigung, bevor du mit einem Profi gesprochen hast.
Unterschreibe niemals einen Aufhebungsvertrag oder Abwicklungsvertrag, ohne ihn vorher von einem Fachanwalt oder einer Gewerkschaft prüfen zu lassen – du könntest sonst auf wichtige Rechte und Geld verzichten.


Das Autorinnen- und Redaktionsteam unserer Seite achtet sehr darauf, durch intensive Recherche und die Nutzung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig oder nicht endgültig gesichert sein. Bitte betrachte die Informationen in unseren Artikeln daher als erste Orientierung und wende dich im Zweifel immer an die zuständigen Stellen oder Fachbehörden, um verbindliche Auskünfte zu erhalten.*


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