14. Alles, was Sie über den staatlichen Bildungskredit für die letzte Phase des Studiums wissen müssen

Autorenname: Admin Datum: 2025-07-05 Blog-Kategorie: Bank und Kredit

Was ist der Bildungskredit?

Der Bildungskredit ist ein staatlich geförderter, zinsgünstiger Ausbildungs- bzw. Bildungskredit, der von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) im Auftrag der Bundesregierung vergeben wird. Ziel dieses Kredits ist es, Studierende in der fortgeschrittenen Phase ihres Studiums finanziell zu unterstützen, damit sie ihr Studium erfolgreich abschließen können, ohne gezwungen zu sein, sehr viele Stunden nebenbei zu arbeiten.


Vorteile des Bildungskredits

  • Sehr günstige Konditionen:
    Der Bildungskredit wird zu deutlich niedrigeren Zinsen vergeben als viele herkömmliche Konsumentenkredite.

  • Flexibler Betrag:
    Es kann ein Gesamtbetrag von bis zu 7.200 Euro in Anspruch genommen werden.

  • Regelmäßige monatliche Auszahlung:
    In der Regel wird der Kredit in monatlichen Raten von bis zu 300 Euro über maximal 24 Monate ausgezahlt.

  • Schnelle und unkomplizierte Abwicklung:
    Der Antrag erfolgt zumeist online, und die Entscheidung über die Bewilligung fällt in der Regel relativ zügig.


Voraussetzungen für den Bildungskredit

  • Studienphase:
    Die Antragstellenden müssen sich in einer fortgeschrittenen Studienphase befinden, zum Beispiel im letzten Studienjahr oder während der Anfertigung der Abschlussarbeit (Bachelor- oder Masterarbeit).

  • Alter:
    Das Höchstalter beträgt 36 Jahre zum Zeitpunkt der Antragstellung.

  • Staatsangehörigkeit und Aufenthalt:

    • Deutsche Staatsangehörige,

    • Bürgerinnen und Bürger der EU mit Wohnsitz in Deutschland,

    • sowie bestimmte ausländische Studierende, die bestimmte aufenthalts- und studienrechtliche Voraussetzungen erfüllen.

  • Nachweis des Studienfortschritts:
    Zum Beispiel durch:

    • Bescheinigung über bestandene Zwischen- oder Hauptprüfungen oder

    • Nachweis über die Aufnahme oder den Beginn der Abschlussarbeit.


Was kann mit dem Bildungskredit finanziert werden?

Der Bildungskredit kann für alle laufenden Studien- und Lebenshaltungskosten in der Schlussphase des Studiums genutzt werden, unter anderem für:

  • Miete und sonstige Wohnkosten.

  • Lebensunterhalt (Essen, Kleidung, Mobilität).

  • Anschaffung von Studienmaterialien oder technischen Geräten (z. B. Laptop, Fachsoftware).

  • Prüfungsgebühren und Kosten für den Druck und die Bindung von Abschlussarbeiten.

  • Sonstige Ausgaben, die unmittelbar mit dem erfolgreichen Studienabschluss zusammenhängen.


Schritte zur Beantragung des Bildungskredits

  1. Online-Antrag ausfüllen:
    Über die Internetseite der KfW oder über zuständige Studentenwerke/Studierendenservices.

  2. Einreichen der Unterlagen:

    • Personalausweis oder Reisepass.

    • Aktuelle Studienbescheinigung (Immatrikulationsbescheinigung).

    • Nachweis über den Studienfortschritt (z. B. Leistungsnachweis, Prüfungsbescheinigung, Bestätigung über die Abschlussarbeit).

  3. Vertragsunterzeichnung:
    Nach Bewilligung wird der Kreditvertrag digital oder in Papierform unterzeichnet.

  4. Auszahlung der Monatsraten:
    Die vereinbarten Monatsbeträge werden direkt auf das Konto der/des Studierenden überwiesen.


Zinsen und Rückzahlung

  • Zinssatz:
    Der Zinssatz wird jährlich von der KfW festgelegt und liegt in der Regel sehr niedrig (oft unter 2 %).

  • Beginn der Rückzahlung:
    Die Rückzahlung beginnt nach einer Schonfrist (Karenzzeit) von 4 Jahren, gerechnet ab der ersten Auszahlung. Diese Zeitspanne soll ermöglichen, nach Studienabschluss eine Arbeitsstelle zu finden und finanziell Fuß zu fassen.

  • Art der Rückzahlung:

    • Monatlich gleichbleibende Raten,

    • Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung ohne oder mit sehr geringen Vorfälligkeitskosten, je nach Konditionen.


Beispielrechnung

Eine Studentin erhält 300 Euro monatlich über 12 Monate:

  • Gesamtbetrag:
    300 € × 12 = 3.600 Euro.

  • Zinskosten:
    Die Zinsen werden auf die in Anspruch genommene Gesamtsumme berechnet und über die monatlichen Rückzahlungsraten verteilt. Die genaue Höhe hängt vom jeweils gültigen Zinssatz und dem Rückzahlungsplan ab.


Risiken und wichtige Punkte

  • Rückzahlungsverpflichtung:
    Der Bildungskredit ist kein Zuschuss, sondern ein Kredit. Eine sorgfältige Finanzplanung ist notwendig, um eine Überlastung nach Studienende zu vermeiden.

  • Auswirkungen auf weitere Kredite:
    Die Aufnahme eines Bildungskredits kann bei zukünftigen Kreditprüfungen (z. B. bei einer Immobilienfinanzierung) berücksichtigt werden.

  • Zinsänderungen:
    Bei variablen Zinskonditionen kann eine Zinssteigerung zu höheren Gesamtkosten führen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Vertragskonditionen.


Tipps vor der Beantragung

  • Vergleich mit anderen Förderinstrumenten:
    Prüfe, ob BAföG, KfW-Studienkredit oder Stipendien eventuell besser zu deiner Situation passen – oder sinnvoll kombinierbar sind.

  • Bedarf realistisch einschätzen:
    Nur so viel Kredit aufnehmen, wie wirklich nötig ist, um unnötige Verschuldung zu vermeiden.

  • Rückzahlungsstrategie früh planen:
    Bereits während des Studiums darüber nachdenken, wie der Kredit später zurückgezahlt werden kann, um die Gesamtkosten gering zu halten.

  • Vertrag aufmerksam lesen:
    Alle Details zu Zinssatz, Karenzzeit, Rückzahlungsdauer und Sondertilgungsmöglichkeiten sorgfältig prüfen.


Fazit

Der Bildungskredit ist eine attraktive und flexibel gestaltete Finanzierungsmöglichkeit für Studierende in der Schlussphase ihres Studiums in Deutschland. Durch die niedrigen Zinsen und die Rückzahlung erst nach einer mehrjährigen Schonfrist kann er helfen, sich auf den Studienabschluss zu konzentrieren und den Übergang ins Berufsleben zu erleichtern.

Gleichzeitig erfordert dieser Kredit eine verantwortungsbewusste Planung und die Bereitschaft, die Verbindlichkeiten nach Studienende geordnet zu tilgen. Wer die Bedingungen genau kennt und frühzeitig vorsorgt, kann den Bildungskredit gezielt nutzen, um den Berufseinstieg ohne unerwartete finanzielle Belastungen zu gestalten.

Das Redaktionsteam dieser Website ist bemüht, durch intensive Recherchen und die Auswertung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler vorkommen oder Angaben vorläufig sein. Deshalb sollten die hier genannten Informationen als erste Orientierung verstanden werden. Für verbindliche Auskünfte ist es wichtig, sich direkt an die zuständigen Stellen und Beratungsangebote zu wenden.

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