Mechanismus der Steuerberechnung
Einleitung
Deutschland ist bekannt für sein vielfältiges und vielschichtiges Steuersystem, bei dem Steuern streng und präzise erhoben werden. Dieses System umfasst direkte und indirekte Steuern und gilt als eine der tragenden Säulen der deutschen Volkswirtschaft.
Arten von Steuern in Deutschland
• Direkte Steuern:
Darunter versteht man Steuern, bei denen die Person, die die Steuer schuldet (Steuerschuldner), zugleich die Person ist, die die Steuer wirtschaftlich trägt (Steuerträger). Das bedeutet, dass diese Steuern nicht auf eine andere Person abgewälzt werden können, die sie anstelle des eigentlichen Steuerpflichtigen zahlt.
• Indirekte Steuern:
Bei dieser Art von Steuern kann die Person, die die Steuer schuldet, die Steuerlast auf andere abwälzen – so wie bei der Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuer) auf Produkte, bei der die Steuer letztlich von den Konsumenten getragen wird.
Lohnsteuer
Die Lohnsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des deutschen Staates. Sie wird vom Arbeitgeber direkt vom Bruttolohn der Arbeitnehmer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Der Arbeitnehmer erhält damit sein Gehalt nach Abzug der Steuern, also sein „Nettoentgelt“ (Nettogehalt), während der ursprüngliche Betrag vor Abzug als „Bruttogehalt“ (Bruttogehalt) bezeichnet wird.
Wie hoch ist die Lohnsteuer?
Die Höhe der Lohnsteuer hängt von mehreren Faktoren ab, die als elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM – Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) bezeichnet werden. Einer der wichtigsten Faktoren ist dabei die Steuerklasse (Steuerklasse), die sich nach dem Familienstand und der Einkommenssituation richtet. Die Steuerklassen werden von 1 bis 6 wie folgt eingeteilt:
Steuerklasse 1:
Für ledige, dauerhaft getrennt lebende oder geschiedene Personen ohne Kinder im Haushalt.
Steuerklasse 2:
Für Alleinerziehende, die ihre Kinder allein versorgen und Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende haben.
Steuerklasse 3:
Für verheiratete Paare, bei denen ein Ehepartner deutlich mehr verdient. In dieser Klasse wird der geringste Steuerabzug vorgenommen.
Steuerklasse 4:
Für verheiratete Paare mit in etwa gleich hohem Einkommen; hier werden mittlere Steuerbeträge einbehalten.
Steuerklasse 5:
Für verheiratete Paare, bei denen der andere Ehepartner in Steuerklasse 3 ist und deutlich mehr verdient. In Steuerklasse 5 ist der Steuerabzug höher.
Steuerklasse 6:
Gilt für Personen mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen. Auf das zweite und jedes weitere Arbeitsverhältnis wird in der Regel die höchste Steuerlast angewendet.
Weitere steuerliche Merkmale
Neben der Steuerklasse gibt es ein weiteres wichtiges Merkmal: den Kinderfreibetrag (Kinderfreibetrag). Dieser Freibetrag mindert das zu versteuernde Einkommen für Eltern mit Kindern und senkt damit die Steuerlast. Je mehr Kinder vorhanden sind, desto höher fällt der Kinderfreibetrag aus, was die steuerliche Belastung der Familie reduziert.
Empfehlungen
Für verheiratete Paare mit ungleicher Einkommensverteilung ist es in der Regel vorteilhaft, wenn der Ehepartner mit dem höheren Einkommen die Steuerklasse 3 wählt, während der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen in Steuerklasse 5 eingestuft wird. Verdienen beide Ehepartner in etwa gleich viel, empfiehlt es sich häufig, dass beide in Steuerklasse 4 bleiben, um zusätzliche Steuernachzahlungen zu vermeiden.
Fazit
Steuern sind in Deutschland eine tragende Säule zur Finanzierung der Infrastruktur und der sozialen Sicherungssysteme. Durch die genaue Festlegung der steuerlichen Merkmale ermöglicht das Steuersystem eine möglichst faire Verteilung der Steuerlast unter den Steuerzahlern. Wer die Struktur dieses Systems versteht, kann seine eigene steuerliche Situation optimieren und die verfügbaren Freibeträge und Vergünstigungen besser nutzen.
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