Tachograph (Fahrtenschreiber) in Lkw: Massive Bußgelder für Unternehmen und Fahrer
In Deutschland ist der Tachograph (Fahrtenschreiber) – das Gerät zur Aufzeichnung von Lenk- und Ruhezeiten – ein zentrales Instrument für die Verkehrssicherheit im Güterverkehr. Selbst scheinbar kleine Verstöße können in der Praxis zu sehr hohen Bußgeldern führen – mit möglichen strafrechtlichen Folgen für Unternehmen und teils auch für Fahrer.
Warum ist der Tachograph so wichtig?
Er dient der Kontrolle von Lenkzeiten, Ruhezeiten und Geschwindigkeit. Das Gesetz verpflichtet – insbesondere bei Zugmaschinen und Lkw über 3,5 Tonnen – zur korrekten Nutzung und zur regelmäßigen Kontrolle der Daten (eurowag.com).
Pflichten von Fahrern und Unternehmen
Die Fahrerkarte (Fahrerkarte) muss im Grundsatz während des Fahrbetriebs korrekt genutzt werden; ohne ordnungsgemäße Nutzung werden Fahrdaten entsprechend auffällig/unklar erfasst.
Das Gerät muss regelmäßig geprüft/kalibriert werden – mindestens alle zwei Jahre sowie nach Änderungen wie Getriebe- oder Reifenumrüstung (§ 57b StVZO) (bussgeldkatalog.net).
Auslesen und Dokumentation der Daten müssen innerhalb definierter Fristen erfolgen; die Unterlagen sind anschließend mindestens ein Jahr zu archivieren.
Tachograph-Verstöße und Sanktionen
1) Fahren ohne Fahrerkarte
| Verstoß | Fahrer | Unternehmen |
|---|---|---|
| Ohne Karte > 24 Stunden | 250 € / Tag | 750 € / Tag |
| Karte abgelaufen/fehlend ohne Nachweis/Protokoll | 75–250 € / Tag | – |
| Überschreitung über 15 Tage am Stück | 50 € / Tag | – (trans.info, punkte-flensburg.de) |
2) Überschreitung von Lenkzeiten oder zu kurze Ruhezeiten
Überschreitung bis zu 1 Stunde: +60 € je weitere 30 Minuten (Fahrer), +180 € (Unternehmen) (verizonconnect.com).
Zu kurze Pause (unter 15 Minuten): 30 € / 60 € (Fahrer/Unternehmen).
Deutlich zu lange Überschreitung der Ruhezeit (mehr als 3 Stunden zusätzlich): erhöhte/verdoppelte Bußgelder.
3) Manipulation oder vorsätzliche Veränderung
Dazu zählen u. a.:
Entfernen oder Beschädigen von Siegeln
Nutzung gefälschter oder ungültiger Karten
Einbau von Täuschgeräten
Löschen von Daten oder Zerstören von Aufzeichnungen
Mögliche Folgen:
Unternehmen: 12.000 € (Beispiel: Manipulation nahe Nürnberg) (fleetgo.com, trans.info, balm.bund.de)
Verfahren mit Summen bis 200.000 € (Fall in NRW) (trans.info)
In Deutschland: 375 € bis 30.000 € je schwerwiegendem Verstoß (transport.ec.europa.eu).
4) Kein Smart Tachograph 2.0
Ab März 2025 kann grenzüberschreitender Transport innerhalb Europas ohne Smart Tachograph 2.0 in Deutschland zu einer Geldbuße von bis zu 1.500 € führen (trans.info).
Kurze Zusammenfassung
| Verstoß | Fahrer | Unternehmen |
|---|---|---|
| Ohne Fahrerkarte (täglich) | 250 € / Tag | 750 € / Tag |
| Lenk-/Ruhezeiten-Verstöße | 30–180 € je nach Dauer | 90–180 € je nach Dauer |
| Manipulation/Täuschung am Tachograph | bis 5.000 € + ggf. strafrechtlich | 12.000–200.000 € |
| Kein Smart Tachograph 2.0 | – | bis 1.500 € |
Warum sind die Summen so hoch?
Verkehrssicherheit hängt stark von der strikten Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten ab.
Manipulation verzerrt den Wettbewerb und erhöht das Unfallrisiko.
Europäische Behörden priorisieren Tachograph-Verstöße und setzen die Regeln zunehmend streng durch.
Praktische Tipps
Fahrerkarte regelmäßig prüfen und korrekt einsetzen.
Lenkzeiten und Pausen strikt einhalten.
Tachograph fristgerecht prüfen/kalibrieren – besonders nach technischen Änderungen.
Jede Manipulation vermeiden: Hohe Bußgelder können im Extremfall existenzbedrohend sein.
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