Illegale E-Scooter-Rennen in der Innenstadt: Verkehrsverstoß, der dich den Scooter kosten kann
In den letzten Jahren sind E-Scooter in deutschen Städten zum vertrauten Straßenbild geworden – besonders bei jungen Menschen. Doch hinter der flexiblen und „grünen“ Mobilität breiten sich auch riskante Verhaltensweisen aus, allen voran: illegale Rennen im öffentlichen Straßenraum, vor allem in Innenstädten. Das ist nicht nur „eine kleine Ordnungswidrigkeit“, sondern kann als Rennveranstaltung gewertet werden – mit harten Folgen bis hin zur Sicherstellung/Beschlagnahme des Scooters.
Was gilt im deutschen Recht als „Rennen“?
Nach § 315d StGB liegt ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen vor, wenn u. a. folgende Elemente gegeben sind:
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Wettbewerbs-/Rennabsicht zwischen zwei oder mehr Fahrern, oder
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bewusst überhöhte Geschwindigkeit im öffentlichen Verkehrsraum,
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sogar ohne vorherige Absprache, wenn das Fahrverhalten erkennbar „auf Herausforderung“/Rennen hinausläuft.
Dabei kann der E-Scooter-Fahrer rechtlich wie ein Autofahrer behandelt werden, sofern der öffentliche Verkehrsraum genutzt wird.
Welche Strafen drohen bei E-Scooter-Rennen?
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Teilnahme an einem illegalen E-Scooter-Rennen
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bis zu 500 € + Sicherstellung des Scooters
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nach § 315d StGB
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Gefährdung von Passanten oder anderen Verkehrsteilnehmern
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Strafverfahren + mögliches Fahrverbot
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ggf. Entzug der Fahrerlaubnis, falls vorhanden
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Verletzungen oder Sachschäden
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Sicherstellung des Scooters + Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren
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volle strafrechtliche Konsequenzen möglich
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Wichtig: Der Scooter kann sofort vor Ort sichergestellt werden – sogar wenn er nicht dem Fahrer gehört (z. B. Miet-Scooter).
Reale Fälle
Im Sommer 2023 kam es in Köln zu einem spontanen Rennen zwischen drei jungen Männern auf gemieteten Scootern – in einer stark frequentierten Fußgänger-/Innenstadtzone nahe dem Hauptbahnhof. Die Folgen:
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Kollision eines Scooters mit einem Passanten
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leichte Verletzung
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Sicherstellung aller drei Scooter
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400 € Bußgeld pro Beteiligtem
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Verwarnung durch den Anbieter und Sperrung der Accounts
Was ist mit Miet-Anbietern?
Viele E-Scooter-Sharing-Firmen (z. B. Tier, Voi, Lime) nutzen Live-GPS-Tracking. Bei auffälligem Verhalten (plötzliche Beschleunigung, „Gruppenfahrten“ mit hoher Geschwindigkeit) kann automatisch ein Alarm ausgelöst und der Dienst sofort eingeschränkt werden.
Die Nutzungsbedingungen enthalten in der Regel:
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Verbot jeder Art von Rennen
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volle Haftung des Nutzers bei Verstößen
So vermeidest du Ärger
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Keine „Wettfahrten“ in der Gruppe – auch nicht zum Spaß
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Maximalgeschwindigkeit beachten (20 km/h)
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Nicht auf Gehwegen und nicht entgegen der Fahrtrichtung fahren
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Nie unter Alkohol oder Drogen fahren – das kann strafrechtlich relevant sein
Fazit
Der E-Scooter ist ein praktisches Verkehrsmittel – als „Rennfahrzeug“ wird er jedoch zur Gefahr und zum Rechtsproblem. In Deutschland sind die Regeln klar: Wer an einem illegalen Rennen teilnimmt, verliert den Scooter – und möglicherweise mehr
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