Was ist das Hamburger Modell?

Was ist das Hamburger Modell?

Das Hamburger Modell ist ein offizielles Programm zur stufenweisen Wiedereingliederung von langzeiterkrankten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ihren Job. Es dient dazu, Beschäftigte nach einer längeren Krankheitsphase (Langzeitkrankheit) Schritt für Schritt wieder an den Arbeitsalltag heranzuführen.
Daher wird es auch „stufenweise Wiedereingliederung“ genannt.


Wie funktioniert das Hamburger Modell?

Das Hamburger Modell kommt in Betracht, wenn eine Arbeitnehmerin noch nicht vollständig genesen ist oder nach einer langen Erkrankung (z. B. nach einer Operation, Chemotherapie, schwerem Unfall usw.) nur schrittweise in den Beruf zurückkehren kann.

Die Rückkehr erfolgt nach einem Stufenplan:

  • Zu Beginn arbeitet die betroffene Person nur wenige Stunden pro Tag (z. B. zwei Stunden täglich),

  • dann werden die Arbeitszeiten Woche für Woche oder stufenweise erhöht – gemäß einem Plan, der zwischen Arzt/Ärztin, Krankenkasse und Arbeitgeber vereinbart wird.

Wichtig:
Während der Wiedereingliederung gilt der/die Beschäftigte weiterhin als arbeitsunfähig und erhält in dieser Zeit in der Regel Krankengeld von der Krankenkasse, nicht das normale Gehalt vom Arbeitgeber.

Das Programm ist nicht verpflichtend: Es wird nur durchgeführt, wenn Arbeitnehmerin, behandelnder Arzt/Ärztin, Krankenkasse und Arbeitgeber einverstanden sind.


Voraussetzungen für das Hamburger Modell

  • Die betroffene Person ist noch nicht in der Lage, sofort wieder in Vollzeit zu arbeiten.

  • Es liegt eine Zustimmung der behandelnden Ärztin / des behandelnden Arztes, des Arbeitgebers und der Krankenkasse vor.

  • Es wird ein schriftlicher Wiedereingliederungsplan erstellt, in dem die einzelnen Stufen (Zeiträume, Stundenzahl, Aufgaben) klar festgelegt sind.

Ziel:
Dem/der Beschäftigten soll eine sichere und dauerhafte Rückkehr in die Vollzeittätigkeit ermöglicht werden – ohne Überlastung und mit möglichst geringem Risiko für gesundheitliche Rückschläge.


Vorteile des Hamburger Modells

  • Der/die Arbeitnehmer*in erhält Zeit für eine langsame und geschützte Genesung, ohne sofort dem vollen Leistungsdruck ausgesetzt zu sein.

  • Das Risiko, nach einer langen Krankheit den Arbeitsplatz zu verlieren, wird reduziert.

  • Der Arbeitgeber kann die Person schrittweise wieder einarbeiten und organisatorische Anpassungen besser planen.


Beispiele für die Anwendung

  • Eine Person war sechs Monate krankgeschrieben.

    • Im ersten Monat arbeitet sie im Rahmen des Hamburger Modells 2 Stunden täglich,

    • im zweiten Monat z. B. 4 Stunden täglich,

    • danach wird die Stundenzahl weiter erhöht, bis die vollständige Arbeitszeit erreicht ist.

Während der gesamten Wiedereingliederungsphase erhält die Person weiterhin Krankengeld von der Krankenkasse.
Der Arbeitgeber zahlt den regulären Lohn in der Regel erst wieder, wenn die volle Arbeitsfähigkeit und Arbeitszeit erreicht ist.


Fazit

Das Hamburger Modell ist eine rechtlich anerkannte und menschlich sinnvolle Lösung, um Beschäftigte nach einer langen Krankheit schrittweise und schonend wieder in den Beruf einzugliedern.
Es bietet finanzielle und gesundheitliche Sicherheit für Arbeitnehmer*innen und zugleich Flexibilität für Unternehmen.

Brauchst du ein praktisches Beispiel oder ein konkretes Muster für einen Wiedereingliederungsplan (stufenweise Wiedereingliederung)?


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