Alles, was du über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland wissen musst
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist ein zentrales Gesetz in Deutschland, das Diskriminierung verhindern und die Gleichbehandlung in Alltag und Beruf sichern soll.
Das Gesetz, das 2006 in Kraft getreten ist, spiegelt das Bekenntnis Deutschlands zum Schutz der Menschenwürde sowie zur Förderung von Vielfalt und Toleranz wider.
Was ist das Ziel des AGG?
Das AGG soll Menschen vor Benachteiligung aufgrund folgender Merkmale schützen:
ethnische oder rassistische Herkunft
Geschlecht
Religion oder Weltanschauung
Behinderung
Alter
sexuelle Identität
Das Gesetz gilt insbesondere im Arbeitsleben, umfasst aber auch andere Bereiche wie Wohnen, Dienstleistungen und Bildung.
Wo gilt das Gesetz?
1. Am Arbeitsplatz
bei Stellenausschreibung und Einstellung
während des Arbeitsverhältnisses (Beförderung, Aufgabenverteilung, Fortbildung)
bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
2. Im Alltag
bei der Wohnungsvermietung
im Umgang mit Dienstleistern (Banken, Restaurants, Geschäfte)
bei Versicherungen und Gesundheitsleistungen
Welche Rechte haben Betroffene?
Wer sich diskriminiert fühlt, hat das Recht:
eine interne Beschwerde beim Arbeitgeber oder zuständigen Gremium (z. B. Betriebsrat oder Personalabteilung) einzureichen
Schadensersatz (materieller Schaden) oder Entschädigung (immaterieller Schaden) zu verlangen
Klage vor Gericht zu erheben
Wichtig: In der Regel muss die Beschwerde innerhalb von zwei Monaten nach der Diskriminierung erfolgen.
Welche Pflichten hat der Arbeitgeber nach dem AGG?
Schutz der Beschäftigten vor jeder Form der Diskriminierung
Ergreifen von Präventionsmaßnahmen (z. B. Schulungen, klare Antidiskriminierungsrichtlinien)
ernsthafte und zügige Bearbeitung von Beschwerden
Kommt der Arbeitgeber seinen Pflichten nicht nach, kann er haftbar gemacht werden und Schadenersatz zahlen müssen.
Praktische Beispiele für Diskriminierung
Ablehnung einer Bewerbung, weil die Person ein Kopftuch oder ein religiöses Symbol trägt
Benachteiligung einer Mitarbeiterin bei der Beförderung, weil sie schwanger ist
Verweigerung einer Wohnung wegen ausländischer Herkunft des Bewerbers
Mobbing oder Belästigung eines Mitarbeiters wegen seiner sexuellen Orientierung
Welche Rolle spielt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes?
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist eine offizielle Anlaufstelle, die:
kostenlose und vertrauliche Beratung für Betroffene anbietet
Informationen zu rechtlichen Möglichkeiten gibt
Betroffene bei der Suche nach weiterer Unterstützung (z. B. Rechtsberatung) unterstützt
Der Kontakt ist telefonisch, per E-Mail oder über Online-Formulare möglich.
Herausforderungen und Kritik
Trotz der Bedeutung des AGG ist der Nachweis von Diskriminierung vor Gericht oft schwierig, da es häufig an direkten Beweisen mangelt.
Dennoch gilt das Gesetz als wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit und sozialer Teilhabe für alle.
Fazit
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist eine zentrale Säule zum Schutz der Würde des Menschen in Deutschland – sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag.
Wenn du das Gefühl hast, diskriminiert worden zu sein, denke daran:
Du hast klare Rechte, und es gibt rechtliche und institutionelle Unterstützung, die dir hilft, deine Ansprüche geltend zu machen.
Wichtige Begriffe auf Deutsch
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Gesetz zur Verhinderung von Diskriminierung
Schadensersatz: finanzieller Ersatz für einen erlittenen Schaden
Entschädigung: Ausgleich für immaterielle Schäden (z. B. seelische Belastung)
Antidiskriminierungsstelle des Bundes: bundesweite Beratungsstelle gegen Diskriminierung
Betriebsrat: gewählte Interessenvertretung der Beschäftigten im Betrieb
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