In Deutschland bieten Universitäten und Studierendenwerke eine Reihe von gesundheitlichen und sozialen Leistungen für Studierende mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen an. Ziel ist es, Chancengleichheit zu sichern und akademische sowie bauliche Barrieren abzubauen.
Unterstützung und akademische Nachteilsausgleiche
Deutsche Hochschulen bieten den sogenannten Nachteilsausgleich an. Das sind individuelle Regelungen für Studierende, deren Behinderung oder chronische Erkrankung das Studium oder Prüfungen erschwert. Dazu gehören:
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Verlängerung der Prüfungszeit
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Bereitstellung von Lernmaterialien in geeigneten Formaten (z. B. Großdruck oder Audio)
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Anpassung der Bewertungsmethoden
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Geeignete Prüfungssituationen (z. B. separate Räume oder Hilfsmittel)
Diese Maßnahmen werden nach einer individuellen Einschätzung der Situation bewilligt. Es wird empfohlen, sich frühzeitig an die zuständige Beratungsstelle für Studierende mit Behinderung an der jeweiligen Universität zu wenden, um die notwendigen Anträge zu stellen.
Gesundheits- und psychologische Angebote
Die meisten deutschen Universitäten bieten kostenlose oder kostengünstige psychologische und gesundheitliche Beratungsangebote für Studierende an, darunter:
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Einzelberatungen mit psychologischen Fachkräften
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Selbsthilfe- oder Unterstützungsgruppen für Studierende mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen
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Workshops zur Stress- und Angstbewältigung
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Hinweise zur Anpassung an den Studienalltag
Beispielsweise bietet die Universität Bochum spezialisierte Beratungsleistungen für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen an – einschließlich individueller Beratung sowie besonderer Regelungen für Prüfungen und Studium.
Barrierefreies Studierendenwohnheim
Die Studierendenwerke (Studentenwerk) stellen teils spezielle Wohnheimplätze für Studierende mit Behinderung bereit. Diese zeichnen sich häufig aus durch:
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Breite Eingänge und Flure
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Barrierefreie Badezimmer
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Aufzüge oder Rampen
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Wohnlagen nahe am Campus
Wegen der hohen Nachfrage wird eine frühzeitige Bewerbung empfohlen.
Finanzielle Unterstützung
Studierende mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen können unter Umständen zusätzliche finanzielle Hilfe beantragen, um behinderungsbedingte Mehrkosten zu decken, z. B.:
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Kosten für Hilfsmittel
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Persönliche Assistenzleistungen
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Kosten für spezielle Mobilität/Transport
Diese Unterstützung kann über Programme wie BAföG oder spezielle Stipendien erfolgen. Es ist ratsam, sich beim Sozialreferat der Universität oder beim Studierendenwerk (Studentenwerk) zu informieren und die Anträge zu stellen.
Weitere Ressourcen
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Deutsches Studentenwerk (DSW): bietet umfassende Informationen und Leitfäden für Studierende mit Behinderung, u. a. den Leitfaden „Studium und Behinderung“.
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Beratungsstellen für Studierende mit Behinderung an Hochschulen: Viele Universitäten haben zuständige Stellen oder Beauftragte für Beratung und Unterstützung.
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Psychologische Beratungsstellen: bieten Beratungsgespräche und psychologische Unterstützung für Studierende.
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