Berufsschule und das duale Ausbildungssystem (Duale Ausbildung) in Deutschland
Was ist das duale Ausbildungssystem?
Die Duale Ausbildung ist das duale Berufsbildungssystem in Deutschland und gilt als eines der erfolgreichsten Modelle weltweit.
Sie verbindet das theoretische Lernen in der Berufsschule mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen oder einer Einrichtung.
Wie funktioniert das System?
| Berufsschule | Ausbildungsbetrieb | |
|---|---|---|
| Lerninhalte | Theorie: Berufsgrundlagen, Mathematik, Sprache, Wirtschaft | Praxis: Anwendung der Fähigkeiten im realen Arbeitsumfeld |
| Wöchentliche Zeit | 2 Tage pro Woche oder 2 Wochen pro Monat (je nach Bereich) | 3–4 Tage pro Woche oder vollständiger Wechselrhythmus |
| Zuständigkeit | Unter Aufsicht des Bundeslandes (Land) | Unter Aufsicht der Kammern (IHK oder HWK) |
Was ist die Berufsschule?
Die Berufsschule ist die Schule, in der Auszubildende (Azubi) während der Ausbildung die theoretischen Inhalte lernen.
Sie bietet eine Mischung aus:
Allgemeinbildenden Fächern (Deutsch, Mathematik, Englisch, Politik)
Berufsbezogenen Fächern je nach Beruf (technisch, kaufmännisch, gesundheitlich, künstlerisch …)
Wer kann eine duale Ausbildung machen?
Personen mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss
Auch mit Abitur ist eine Ausbildung statt Studium möglich
In der Regel wird ein Ausbildungsvertrag zwischen Azubi und Betrieb abgeschlossen
Beispiele für Berufe im dualen System:
| Bereich | Häufige Berufe |
|---|---|
| Handel & Verwaltung | Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, Einzelhandel |
| Technik | Mechatroniker, Elektroniker, Industriemechaniker |
| Gesundheit & Pflege | Pflegefachmann, Zahnmedizinische Fachangestellte |
| Medien & IT | IT-Systemelektroniker, Fachinformatiker |
| Handwerk | Bäcker, Friseur, Maler, Tischler |
Wie lange dauert die Ausbildung?
Zwischen 2 und 3,5 Jahren, je nach Beruf und schulischem Hintergrund.
Eine Verkürzung ist möglich, wenn der/die Auszubildende sehr gute Leistungen hat oder einen höheren Abschluss (z. B. Abitur) besitzt.
Bekommen Azubis ein Gehalt?
Ja. Azubis erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, die jedes Jahr steigt.
Ungefähres Beispiel:
Jahr: 800–1000 €
Jahr: 950–1100 €
Jahr: 1100–1300 €
(abhängig von Branche, Beruf und Region)
Welche Abschlüsse erhält man?
Abschlusszeugnis der Berufsschule
Prüfungszeugnis nach der Abschlussprüfung von IHK oder HWK
Damit ist man als qualifizierte Fachkraft im jeweiligen Bereich einsetzbar.
Was kommt nach der Ausbildung?
| Option | Was ist möglich? |
|---|---|
| Direkt arbeiten | Als qualifizierte Fachkraft im Betrieb oder auf dem Arbeitsmarkt |
| Weiterbildung | z. B. Meister, Techniker oder Fachwirt für höhere Positionen |
| Später studieren | Mit (Fach-)Hochschulreife Einstieg in die Fachhochschule möglich |
| Übernahme im Betrieb | Viele Betriebe übernehmen Azubis direkt nach dem Abschluss |
Vorteile der dualen Ausbildung:
| Vorteil | Erklärung |
|---|---|
| Praxis + Theorie | Lernen und Arbeiten gleichzeitig |
| Monatliches Einkommen | Finanzielle Unterstützung und Motivation |
| Realitätsnahes Lernen | Hohe Einsatzbereitschaft für den Arbeitsmarkt |
| Zukunftschancen | Aufstieg oder späteres Studium möglich |
| International anerkannt | Deutschland ist bekannt für den Erfolg dieses Systems bei der Senkung der Arbeitslosigkeit |
ـ* Hinweis: Das Autor*innen- und Redaktionsteam der Website bemüht sich um genaue Informationen durch intensive Recherche und mehrere Quellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben ungesichert sein. Bitte betrachten Sie die Inhalte als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche Auskünfte an die zuständigen Stellen.