1. Was ist der Unterschied zwischen Fachsprachkurs und Kenntnisprüfung?
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Fachsprachkurs | Medizinischer Fachsprachenkurs, der dich auf die Fachsprachenprüfung (FSP) vorbereitet. |
| Kenntnisprüfung | Prüfung zur Anerkennung/Überprüfung der ärztlichen Kenntnisse (Theorie + Praxis). Sie wird häufig verlangt, wenn ein ausländischer Abschluss nicht vollständig als gleichwertig anerkannt wird. |
2. Fachsprachkurs (medizinischer Fachsprachenkurs)
Voraussetzungen:
B2-Nachweis (bevorzugt telc oder Goethe)
Vorläufige Zusage/Annahme durch ein Krankenhaus oder eine Perspektive auf eine spätere Berufsausübung
Aufenthaltstitel: Aufenthalt zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation
Inhalte:
Medizinische Fachterminologie
Simulation Arzt-Patienten-Gespräch
Fallvorstellung und Übergabe für Kolleg*innen (Anamnese, Übergabe)
Erstellen medizinischer Berichte (Arztbrief)
Dauer:
Oft ca. 3 Monate (ca. 300–400 Unterrichtsstunden)
Finanzierung:
Förderung über Agentur für Arbeit / Jobcenter (z. B. per Bildungsgutschein)
IQ-Netzwerk (in manchen Bundesländern kostenlose Kurse)
Abschluss / Zielprüfung:
Fachsprachenprüfung (FSP) bei der Ärztekammer, meist mit:
Gespräch mit einem „Patienten“ (Anamnese)
Schriftliche Dokumentation / medizinischer Bericht
Arzt-Arzt-Gespräch (Fallbesprechung)
Wichtig: Das Bestehen der FSP ist in vielen Fällen Voraussetzung auf dem Weg zur Approbation (ärztliche Berufserlaubnis/volle Zulassung – je nach Bundesland und Verfahren).
3. Kenntnisprüfung (KP) – Gleichwertigkeitsprüfung in Form einer Prüfung
Für wen wird sie verlangt?
Für Ärztinnen und Ärzte mit nicht-europäischem Abschluss, wenn die individuelle Gleichwertigkeitsprüfung ergibt, dass die Ausbildung nicht vollständig gleichwertig ist
Häufig bei Abschlüssen aus vielen Ländern des Nahen Ostens, Asiens, Afrikas und Lateinamerikas
Prüfungsinhalte:
Innere Medizin (Innere Medizin)
Allgemeinchirurgie (Chirurgie)
Zusätzliche Bereiche (z. B. Pharmakologie, Hygiene, Gesundheitsrecht)
Prüfungsform:
Mündlich-praktisch (mündlich-praktische Prüfung)
Vor einer Kommission (Fachärzt*innen)
Mit Fallanalyse, Auswertung von Befunden/Berichten und Diskussion von Diagnose- und Therapieoptionen
Dauer: meist ca. 60–90 Minuten
Wo findet sie statt?
Unter Aufsicht der zuständigen Behörden (z. B. Gesundheitsamt / Landesprüfungsstellen – je nach Bundesland)
Jedes Bundesland hat eigene Abläufe und Terminlagen
Kosten:
Ca. 400–1000 Euro (je nach Bundesland)
Anzahl der Versuche:
Oft sind begrenzte Wiederholungen vorgesehen; in vielen Verfahren wird von zwei Versuchen gesprochen, Details sind jedoch bundesland- und behördenspezifisch.
4. Komplette Schritte der Anmeldung (vom Start bis zur Approbation)
Unterlagen vorbereiten: Abschluss, Notenübersicht, Praktika/Weiterbildung, Berufserfahrung, Lebenslauf, B2-Sprachnachweis
Antrag bei der zuständigen Approbationsbehörde des Bundeslandes stellen
Bescheid erhalten (Ergebnis der Gleichwertigkeitsprüfung)
Wenn FSP gefordert wird → Fachsprachkurs/gezielte Vorbereitung + Anmeldung zur FSP
Wenn KP gefordert wird → spezielle Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung
FSP und/oder KP ablegen
Nach Bestehen: Approbation erhalten
5. Wichtige Hinweise
In einigen Bundesländern werden FSP und KP organisatorisch eng miteinander verzahnt; die genaue Praxis unterscheidet sich jedoch.
Es gibt auch private, kostenpflichtige Vorbereitungskurse für die Kenntnisprüfung (z. B. Medizinerkurse, Berlitz u. a.).
Mit der Approbation kannst du in der Regel vollzeit als Arzt/Ärztin arbeiten und je nach Voraussetzungen weitere Aufenthaltstitel (z. B. Blue Card) prüfen.
Hinweis: Das Autor:innen- und Redaktionsteam bemüht sich um genaue Informationen durch intensive Recherche und mehrere Quellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unbestätigt sein. Bitte betrachte die Inhalte als erste Orientierung und wende dich für verbindliche Auskünfte an die zuständigen Stellen.