Krankengeld: Einkommensschutz bei lang andauernder Krankheit in Deutschland
Wenn deine Krankheit sich über mehrere Monate hinzieht, greift der gesetzliche Schutz über das System des Krankengeldes (Krankengeld). Es stellt sicher, dass du einen Teil deines Einkommens weiter erhältst, wenn dein Lohn nach Ablauf der Phase der „Entgeltfortzahlung“ nicht mehr vom Arbeitgeber gezahlt wird.
1. Was ist Krankengeld?
Krankengeld ist eine Geldleistung der gesetzlichen Krankenkasse (Krankenkasse), die für jeden Tag gezahlt wird, an dem du aufgrund von Krankheit arbeitsunfähig bist und der Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (in der Regel 6 Wochen) bereits abgelaufen ist (de.wikipedia.org).
Es umfasst Arbeitstage, Urlaubstage und gesetzliche Feiertage – die Krankenkasse rechnet dabei mit einer festen Anzahl von Kalendertagen pro Monat.
2. Wann und ab wann wird Krankengeld gezahlt?
-
Die Zahlung beginnt nach Ablauf der sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
-
Sie erfolgt rückwirkend entsprechend der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU), die jeweils vom Arzt verlängert werden.
-
Krankengeld wird für bis zu 78 Wochen innerhalb eines Dreijahreszeitraums für dieselbe Erkrankung gezahlt (also rund 72 Wochen nach den ersten 6 Wochen Entgeltfortzahlung) (de.wikipedia.org).
3. Wie hoch ist das Krankengeld?
-
Es beträgt 70 % des Bruttoeinkommens, darf aber 90 % des Nettoeinkommens nicht überschreiten (test.de).
-
Das Einkommen wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt (2025: 5.512,50 € monatlich); darüber hinausgehende Beträge bleiben unberücksichtigt (test.de).
-
Der maximale Tagessatz liegt bei etwa 128,63 € bzw. 3.858,90 € monatlich (tk.de).
4. Was ist der Unterschied zwischen Krankengeld und Krankentagegeld?
| Art | Träger/Quelle | Deckt das Einkommen vollständig? | Leistungsdauer |
|---|---|---|---|
| Krankengeld | Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) | Nein (ca. 70–90 %) | Bis zu 78 Wochen für dieselbe Krankheit |
| Krankentagegeld | Freiwillige private Zusatzversicherung | Ja, bis zu 100 % des Nettoeinkommens | Gemäß deinem Versicherungsvertrag |
Krankentagegeld ist eine freiwillige Zusatzversicherung, die die Lücke zwischen dem gesetzlichen Krankengeld und deinen tatsächlichen Lebenshaltungskosten schließt. Es wird insbesondere Personen mit höherem Einkommen oder Selbstständigen empfohlen (finanztip.de, gegen-hartz.de, huk.de, huk.de).
5. Wer kann Krankengeld bekommen?
-
Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind, nach Ablauf der 6 Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
-
Arbeitslose, die Bürgergeld beziehen, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger anhält.
-
Kein Anspruch besteht in der Regel für: Studierende, Rentner sowie Beschäftigte mit sehr kurzfristigen Arbeitsverträgen unter 4 Wochen ohne versicherungspflichtige Beschäftigungsdauer (de.wikipedia.org).
-
Privatversicherte (PKV) erhalten automatisch kein gesetzliches Krankengeld, können jedoch Krankentagegeld vertraglich als Zusatzbaustein vereinbaren.
6. Wie kannst du dein Einkommen vollständig absichern?
-
Nutze einen Online-Krankengeldrechner, um dein voraussichtliches Krankengeld zu ermitteln (randstad.de).
-
Schließe eine Krankentagegeldversicherung ab, um die Differenz zu deinem vollen Nettoeinkommen abzudecken – besonders wichtig, wenn du mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdienst (vkb.de).
-
Achte darauf, wie dein Versicherungsschutz geregelt ist: Bei Arbeitnehmern startet das Krankengeld standardmäßig nach 6 Wochen, bei Selbstständigen kann der Beginn vertraglich schon ab dem 4. Tag vereinbart werden.
-
Reiche deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beim Arzt und bei der Krankenkasse immer fristgerecht ein, damit die Zahlungen nicht unterbrochen werden.
7. Pflichten von Arzt und Arbeitgeber
-
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) muss in der Regel innerhalb von 3 Tagen nach Beginn der Krankheit beim Arzt ausgestellt und dem Arbeitgeber sowie der Krankenkasse vorgelegt werden (de.wikipedia.org).
-
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Lohn bis zum Ende der 6. Krankheitswoche fortzuzahlen.
-
Ab diesem Zeitpunkt übernimmt die Krankenkasse die Zahlungen in Form von Krankengeld.
Fazit
-
Krankengeld ersetzt in der Regel etwa 70–90 % deines Einkommens, beginnend nach 6 Wochen Krankheit, und wird für bis zu 78 Wochen für dieselbe Erkrankung gezahlt.
-
Der maximale Tagessatz beträgt ab 2025 rund 128,63 € (bzw. etwa 3.858,90 € im Monat).
-
Krankentagegeld als private Zusatzversicherung kann die Lücke zum vollen Nettoeinkommen schließen.
-
Wer sich rechtzeitig vorbereitet und seinen Versicherungsschutz klug kombiniert, kann sein Einkommen auch bei langfristiger Krankheit weitgehend absichern.
Hinweis
Das Redaktionsteam der Website ist bemüht, durch intensive Recherche und die Auswertung mehrerer Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig bzw. nicht gesichert sein. Bitte betrachten Sie die Informationen in diesem Artikel daher als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche und aktuelle Auskünfte stets an die zuständigen Behörden und Fachstellen.