Ablauf der Knochenmark-/Stammzellspende über DKMS für Besucher

Autorenname: Admin Datum: 2025-06-25 Blog-Kategorie: Medizin

Knochenmarkspende über das DKMS-Register
Können ausländische Besucher in Deutschland beitreten und mitmachen?

Alle 12 Minuten wird in Deutschland bei einer neuen Person Leukämie diagnostiziert. Da eine Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation für manche Patientinnen und Patienten die einzige Hoffnung ist, gewinnen globale Register wie DKMS an Bedeutung – die größte gemeinnützige Organisation in Deutschland und weltweit zur Registrierung von Stammzellspendern.
Aber: Können Besucher oder Nicht-Einwohner in Deutschland sich bei DKMS registrieren? Und was gilt für internationale Patientinnen und Patienten? Hier sind die präzisen Antworten.

Was ist DKMS?
DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine internationale Organisation, die 1991 in Deutschland gegründet wurde und eines der größten Stammzellspenderregister der Welt betreibt.
Hauptziel: Eine genetische Übereinstimmung für Patientinnen und Patienten mit Leukämie und anderen Bluterkrankungen zu finden.
Die Organisation hat Standorte in Deutschland, den USA, dem Vereinigten Königreich, Polen, Chile und Südafrika und koordiniert Spenden weltweit.

Können ausländische Besucher sich bei DKMS Deutschland als Spender registrieren?

Voraussetzungen für die Registrierung:

  • Alter zwischen 17 und 55 Jahren

  • Guter allgemeiner Gesundheitszustand

  • Tatsächlicher Aufenthalt in Deutschland oder in einem Land, in dem DKMS aktiv ist

  • Dauerhafte Adresse, damit das Typisierungsset zugestellt werden kann

Kurzzeitige Besucher (z. B. Touristinnen/Touristen oder Sprachschüler) können sich in der Regel nicht registrieren, weil DKMS über Jahre erreichbar bleiben muss, falls es zu einer Übereinstimmung kommt.

Wie läuft die Registrierung für Berechtigte ab?

  • Website besuchen: dkms.de

  • Kostenloses Registrierungsset anfordern

  • Mundschleimhaut-Abstrich (Buccal Swab) zu Hause entnehmen

  • Probe per Post an das Labor zurücksenden

  • Warten, bis die Daten im Register gespeichert sind

Kann man während eines Deutschlandbesuchs tatsächlich spenden?
Wenn jemand bereits früher bei DKMS (in einem anderen Land) registriert wurde und während des Aufenthalts in Deutschland eine genetische Übereinstimmung festgestellt wird, kann die Spende in einem deutschen DKMS-Zentrum grundsätzlich möglich sein – unter der Voraussetzung:
• Zustimmung der verantwortlichen Ärztin/des Arztes
• Verfügbarkeit eines spezialisierten medizinischen Zentrums
• Durchführung aller Voruntersuchungen
• Koordination mit dem internationalen DKMS-Team

Spenderinnen und Spender müssen keine Kosten übernehmen – DKMS trägt alles.

Können ausländische Patientinnen/Patienten einen Spender über DKMS erhalten?
Ja. DKMS arbeitet mit weltweiten Registern (z. B. WMDA) zusammen. Wenn eine Person für eine Stammzelltransplantation geeignet ist, stellt die behandelnde Klinik/der behandelnde Arzt eine internationale Suchanfrage, um einen passenden Spender zu finden.
Wichtig ist jedoch:
• Es braucht eine behandelnde Klinik/einen Arzt, der die Suche offiziell anstößt und mit DKMS kommuniziert
• Es muss eine klare medizinische Diagnose vorliegen (z. B. Leukämie oder MDS)
• Die Kosten für Suche und Transplantation trägt oft die betroffene Person oder deren private Versicherung

Wer wird von der Registrierung als Spender ausgeschlossen?
• Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. insulinpflichtiger Diabetes, frühere Krebserkrankung, Autoimmunerkrankungen)
• Personen mit dauerhaft starker Medikation (z. B. Immunsuppressiva)
• Personen mit einem Gewicht unter 50 kg oder über 135 kg
• Personen ohne stabile Wohnsituation in einem Land, in dem DKMS aktiv ist

Welche Alternativen gibt es für Besucher, die DKMS unterstützen möchten?
Auch ohne Registrierung kann man helfen:
Geldspende, um teure Typisierungen zu finanzieren (ca. 40 € pro Probe)
Aufklärung über soziale Medien
• Nach Rückkehr ins Heimatland Informationskampagnen im Umfeld organisieren

Fazit
Kurzzeitige Besucher in Deutschland können sich bei DKMS meist nicht registrieren – außer sie haben eine offiziell/stabil angelegte längerfristige Aufenthalts- und Kontaktmöglichkeit. Internationale Patientinnen und Patienten können das DKMS-Netzwerk über eine behandelnde Ärztin/einen behandelnden Arzt nutzen, der die Spendersuche anstößt.
Stammzellspende kann Leben retten – und wenn Sie nicht selbst spenden können, können Sie dennoch dazu beitragen, ein Leben zu retten, indem Sie diese globale Arbeit unterstützen.


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