Was ist ein*e Polizeivollzugsbeamter/-beamtin?
Eine Polizeivollzugsbeamter/-beamtin ist für die **Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die Verhinderung von Straftaten, die Aufklärung von Ordnungswidrigkeiten und den Schutz der Bürgerinnen** verantwortlich.
Zum Berufsalltag gehören sowohl Einsätze im Streifendienst als auch Ermittlungs- und Verwaltungstätigkeiten – von der Verkehrskontrolle und Unfallaufnahme über Konfliktlösungen bis hin zu spezialisierten Aufgaben wie Terrorismusbekämpfung oder Mitarbeit in Spezialeinheiten.
Wie wird man Polizeivollzugsbeamter/-beamtin?
Grundlegende Zugangsvoraussetzungen
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In der Regel deutsche Staatsangehörigkeit oder Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates (abhängig vom Bundesland)
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Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife (für den gehobenen Dienst); für den mittleren Dienst je nach Land auch mittlerer Bildungsabschluss
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Sehr gute körperliche und gesundheitliche Fitness
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Bestehen eines Einstellungstests (schriftlich, sportlich, psychologisch, mündlich)
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Einwandfreies Führungszeugnis, keine relevanten Vorstrafen
Ausbildung
Die Ausbildung erfolgt in der Regel an einer Polizeiakademie oder Hochschule der Polizei.
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Mittlerer Dienst (Dienst im mittleren Dienst)
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Dauer: meist ca. 2,5 Jahre
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Praxisphasen in Polizeidienststellen, Wachen und Einsatzhundertschaften
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Theoriephasen an der Polizeischule
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Gehobener Dienst (Dienst im gehobenen Dienst)
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Dauer: in der Regel 3 Jahre
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Integriertes Bachelorstudium (z. B. „Polizeivollzugsdienst“ oder „Polizeimanagement“)
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Kombination aus Hochschulstudium, Praktika und Einsatztraining
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Was sind die typischen Aufgaben im Alltag?
Streifendienst und Präsenz
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Bestreifen von Stadtteilen, Straßen und öffentlichen Plätzen
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Prävention von Straftaten, Ansprechperson für Bürger*innen vor Ort
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Schutz von Personen, Veranstaltungen und Einrichtungen
Einsätze bei Unfällen und Notfällen
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Aufnahme von Verkehrsunfällen, Sicherung der Unfallstelle
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Einschreiten bei Streitigkeiten, häuslicher Gewalt oder öffentlichen Auseinandersetzungen
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Leisten von Erster Hilfe und Koordination mit Rettungsdienst und Feuerwehr
Ermittlungen
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Sicherung und Auswertung von Beweismitteln
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Vernehmung von Zeug*innen und Beschuldigten
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Erstellung von Berichten und Anzeigen und Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft
Verwaltungs- und Innendienst
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Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten, Bußgeldern und Anzeigen
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Schreiben von Berichten, Protokollen und Stellungnahmen
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Bearbeitung von Anträgen, Auskünften und Bürgeranliegen
Spezielle Verwendungen
Je nach Qualifikation und Interesse sind Einsätze möglich bei:
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Spezialeinsatzkommandos (SEK) oder Mobilen Einsatzkommandos (MEK)
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Kriminalpolizei (Kriminalpolizei) – z. B. Mordkommission, Betrug, Cybercrime
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Personenschutz für gefährdete Personen oder Amtsträger
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Bundespolizei – z. B. Grenzschutz, Bahnpolizei, Flughafensicherheit
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Bereitschaftspolizei und Einsatzeinheiten (Demonstrationen, Großlagen)
Wo arbeitet ein*e Polizeivollzugsbeamter/-beamtin?
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Polizeidienststellen und Wachen auf Landes- und Kommunalebene
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Verkehrspolizei (Autobahnen, Verkehrsunfälle, Großkontrollen)
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Kriminalpolizei (Kripo) in spezialisierten Dezernaten
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Bundespolizei (Grenzen, Flughäfen, Bahnhöfe, Schutz von Bundesobjekten)
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Spezialeinheiten wie SEK, MEK oder Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
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Personenschutz- und Begleitdienste
Welche Fähigkeiten sind wichtig?
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Gute körperliche Konstitution und Gesundheitszustand
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Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Fähigkeit zur Deeskalation
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Belastbarkeit und Flexibilität, auch bei Schichtdienst, Nächten und Feiertagen
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Hoher Sinn für Disziplin, Loyalität und Zuverlässigkeit
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Fähigkeit, schnell Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen
Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
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Beförderung in höhere Dienstgrade, z. B.:
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Kommissar/Kommissarin
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Hauptkommissar/Hauptkommissarin
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Polizeirat/Polizeirätin und weitere Führungsfunktionen
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Spezialisierung u. a. in:
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Cybercrime und IT-Ermittlungen
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Kriminalpolizei (z. B. Organisierte Kriminalität, Wirtschaftskriminalität)
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Präventionsarbeit oder Einsatztraining
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Operativer Einsatz, Taktik, Einsatzführung
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Wechsel in:
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Fort- und Weiterbildung, Ausbildung neuer Polizeianwärter*innen
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Spezialisierte Verwaltungsbereiche (Planung, Einsatz, Controlling)
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Internationale Polizeiarbeit, z. B. Zusammenarbeit mit Europol, Frontex oder Einsätze im Rahmen von UN-Missionen
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Unterschied zwischen Polizeivollzugsbeamter/-beamtin und Zollbeamter/-beamtin
| Polizeivollzugsbeamter/-beamtin | Zollbeamter/-beamtin | |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Öffentliche Sicherheit, Gefahrenabwehr, Strafverfolgung | Zollaufsicht, Grenzschutz, Erhebung von Zöllen und Abgaben |
| Typische Aufgaben | Streifendienst, Einsätze, Ermittlungen, Unfallaufnahme | Kontrolle von Waren, Bekämpfung von Schmuggel, Zoll- und Steuerdelikte |
| Arbeitsumfeld | Städte, Gemeinden, Straßen, öffentliche Räume | Flughäfen, Häfen, Grenzen, Logistikzentren |
Beide Berufe arbeiten im staatlichen Vollzugsdienst, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte:
Die Polizei konzentriert sich hauptsächlich auf Sicherheit, Ordnung und Strafverfolgung, während der Zoll vor allem für Warenkontrolle, Finanzsicherheit und wirtschaftlichen Grenzschutz zuständig ist.
Fazit
Der Beruf Polizeivollzugsbeamter/-beamtin verbindet Schutz der Gesellschaft, rechtliche Verantwortung und einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag.
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Er bietet sehr stabile und gefragte Beschäftigungsmöglichkeiten in ganz Deutschland.
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Es bestehen vielfältige Karrierewege, von operativen Einsätzen bis hin zu Leitungs- und Stabsfunktionen.
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Die Tätigkeit vereint Herausforderung, Verantwortung und intensiven Kontakt mit Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen.
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