Umschulung im Handwerk: Eine praktische Lösung gegen den Fachkräftemangel in Deutschland
Angesichts der zunehmenden Krise auf dem deutschen Arbeitsmarkt leidet das Handwerk unter einem akuten Mangel an qualifizierten Fachkräften. Die Umschulung (berufliche Neuorientierung) gilt als eines der wichtigsten Instrumente, um diese Lücke zu schließen – besonders, da die Zahl der Arbeitslosen und der Menschen, die ihren Berufsweg ändern möchten, weiter steigt.
Kurzüberblick: Fachkräftemangel im Handwerk
Laut der Handwerkskammer gibt es deutschlandweit über 250.000 offene Stellen im Handwerk.
Besonders betroffen sind: Tischlerei, Sanitär/Heizung, Elektrohandwerk, Maler- und Baugewerbe.
Zudem ist das Durchschnittsalter vieler Handwerker hoch – eine neue Generation von Fachkräften wird dringend gebraucht.
Was ist eine Umschulung im Handwerk?
Eine Umschulung ist eine anerkannte berufliche Qualifizierung, die Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Hintergründen den Einstieg ins Handwerk ermöglicht – z. B.:
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Arbeitslose
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Personen aus Büroberufen ohne praktische Tätigkeit
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Migrantinnen und Migranten mit nicht anerkannten Abschlüssen
Die Umschulung wird über zertifizierte Bildungsträger organisiert und erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer.
Dauer und Inhalte
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Dauer: meist 24 bis 36 Monate
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Struktur: Theorie + Praxis (ähnlich dem Ausbildungssystem)
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Praxisphase: in einem Handwerksbetrieb oder in einer Lehrwerkstatt
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Prüfungen: endet häufig mit der Gesellenprüfung unter Aufsicht der Handwerkskammer
Häufige Umschulungsberufe im Handwerk
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Elektroniker: Installation und Wartung elektrischer Anlagen
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Anlagenmechaniker SHK: Sanitär, Heizung und erneuerbare Energien
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Tischler: Holzverarbeitung und Möbelbau
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Maler und Lackierer: Maler- und Ausbauarbeiten
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Maurer / Fliesenleger: Bau- und Fliesenarbeiten
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Kfz-Mechatroniker: Fahrzeugtechnik und Reparaturen
Wer finanziert die Umschulung im Handwerk?
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Agentur für Arbeit: Bildungsgutschein (oft inkl. Gebühren, Fahrtkosten, Bücher)
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Jobcenter: vollständige Förderung für Arbeitslose (ALG II)
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Berufsgenossenschaft: bei Umschulung nach einem Arbeitsunfall
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Rentenversicherung: bei Umschulung aus gesundheitlichen Gründen
Vorteile einer Umschulung im Handwerk
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Hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt – starke Jobchancen nach dem Abschluss
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Stabile Branchen, die weniger von Digitalisierung/Automatisierung betroffen sind
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Aufstiegsmöglichkeiten: vom Gesellen zum Meister bis zur eigenen Selbstständigkeit
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Praktische Arbeitswelt für Menschen, die Büroarbeit nicht bevorzugen
Praxisbeispiel
Khaled, ein syrischer Geflüchteter in Leipzig, begann eine Umschulung zum Anlagenmechaniker SHK. Nach zweieinhalb Jahren bestand er die Gesellenprüfung und arbeitet heute Vollzeit in einem Unternehmen, das Solarsysteme für Heizung installiert.
„Heute bin ich gefragter, als ich es mir je vorgestellt hätte. Jede Woche bekomme ich neue Jobangebote.“
Wie startest du?
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Termin beim Berufsberater im Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit vereinbaren
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Passende Fachrichtung nach körperlichen Fähigkeiten und Interessen auswählen
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Einen Schnuppertag in einem Handwerksbetrieb machen, um den Alltag kennenzulernen
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Einen Bildungsgutschein beantragen
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Bei einem anerkannten Bildungsträger (in Kooperation mit der Handwerkskammer) anmelden
Letzter Tipp
Wenn du eine Zukunftsperspektive, ein stabiles Einkommen und die Chance auf ein eigenes Unternehmen suchst, kann eine Umschulung im Handwerk dein idealer Einstieg sein.
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