Alles, was Sie über die Jahresstatistik rechtsextremer Straftaten in Deutschland wissen müssen
Rechtsextrem motivierte Hasskriminalität stellt eine wachsende Gefahr für Demokratie und gesellschaftliches Zusammenleben in Deutschland dar. Die erfassten Taten werden in der Statistik unter der Kategorie PMK – rechts (Politisch motivierte Kriminalität – rechts), also politisch motivierte Kriminalität mit rechtsextremem Hintergrund, zusammengefasst.
Im Jahr 2024 registrierte die Polizei 84.172 politisch motivierte Straftaten, von denen rund 50.000 der Kategorie PMK–rechts zugerechnet wurden (bundesjustizamt.de, de.wikipedia.org).
Bis Ende November 2024 wurden 33.963 rechtsextrem motivierte Straftaten gezählt – ein Anstieg von über 17 % im Vergleich zu 2023 (digit.site36.net).
Unter diesen Taten befanden sich unter anderem:
21.311 Fälle rechtsextremer Propaganda
5.097 Verfahren wegen Volksverhetzung / Hassrede
1.136 Körperverletzungsdelikte
1.942 Fälle von Sachbeschädigung (digit.site36.net)
Seit 2001 wurde das System der politisch motivierten Kriminalität (PMK) schrittweise reformiert und erweitert. Hintergrund war das Ziel, nicht nur klar politisch motivierte Gewaltdelikte, sondern auch Taten zu erfassen, die sich gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Zugehörigkeit zu Minderheiten richten.
Die Zahl der politisch rechts motivierten Straftaten ist seit etwa 2003 deutlich angestiegen. In den vergangenen Jahren schwankte die Gesamtzahl politischer Straftaten zwischen 50.000 und 80.000 Fällen pro Jahr, wobei mehr als die Hälfte davon dem Bereich PMK–rechts zugeordnet wurde (rm.coe.int).
Rechtsextreme verübten im Jahr 2024 etwa 4.107 politisch motivierte Gewalttaten, was rund 5 % aller politisch motivierten Straftaten ausmacht (politico.eu).
Insgesamt wurden 37.835 Taten als rechtsextrem eingestuft – von insgesamt 57.701 Delikten, denen eine entsprechende ideologische Zuordnung (z. B. rechts, links, religiös motiviert) zugeschrieben werden konnte (de.wikipedia.org).
Das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt führen den Anstieg dieser Zahlen unter anderem zurück auf:
Zunehmende Spannungen in der politischen Debatte über Migration und Asyl
Den Einfluss internationaler Konflikte, etwa des Krieges in Gaza, auf das innenpolitische Klima
Behördliche Berichte sprechen von „Jahren der Gewaltzunahme“, die Parallelen zu den 1990er-Jahren aufweisen, als rechtsextreme Gewalt und pogromartige Ausschreitungen in Teilen Deutschlands stark zunahmen.
Opferberatungsstellen dokumentierten im Jahr 2024 insgesamt 1.212 Fälle von Bedrohungen und Gewalttaten – etwa ein Drittel der in der Kategorie PMK–rechts geführten Vorfälle (verband-brg.de).
Die Behörden verzeichnen insbesondere eine Zunahme von Angriffen auf:
Schulen und Bildungseinrichtungen
Politikerinnen und Politiker sowie kommunal Engagierte
Geflüchtete und Migrantinnen/Migranten
Moscheen und muslimische Einrichtungen
Dies bestätigt die Einschätzung, dass rechtsextreme Gewalt zunehmend auf zentrale Institutionen der Gesellschaft und besonders gefährdete Gruppen zielt.
Die detaillierte statistische Erfassung rechtsextremer Straftaten ist aus mehreren Gründen zentral:
Rechtliche Konsequenzen: Sie erleichtert die Strafverfolgung der Täter und hilft, Ressourcen bei Polizei und Justiz gezielt einzusetzen.
Stärkung der Zivilgesellschaft: Verbände und Initiativen können auf Basis der Daten Unterstützungsangebote – rechtlich, psychologisch und sozial – gezielter organisieren.
Früherkennung und Prävention: Trends werden sichtbar, wodurch Radikalisierung und Polarisierung frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen entwickelt werden können.
Die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt (BKA) erfassen und bündeln die Daten zu politisch motivierter Kriminalität und veröffentlichen diese jährlich in umfangreichen Lagebildern.
Der Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) beobachtet rechtsextreme Strukturen und stuft Gruppen, Netzwerke und Einzelpersonen ein, um gewaltbereite Entwicklungen frühzeitig zu erkennen (efms.uni-bamberg.de, de.wikipedia.org).
Die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Trägern soll den Schutz besonders gefährdeter Gruppen – etwa Geflüchteter, religiöser Minderheiten oder politisch engagierter Personen – verbessern.
Rechtsextreme Straftaten verzeichnen in Deutschland ein anhaltend hohes und steigendes Niveau: Bis Ende November 2024 wurden mehr als 33.000 solcher Taten dokumentiert.
Die erweiterte Definition von PMK – rechts ermöglicht eine genauere Erfassung der tatsächlichen Bedrohungslage, während staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure parallel an Prävention, Aufklärung und konsequenter Strafverfolgung arbeiten.
Wenn Sie Zeuge oder Opfer einer rechtsextrem motivierten Tat werden, zögern Sie nicht zu handeln:
Wenden Sie sich an die Polizei,
an die Antidiskriminierungsstelle oder
an Beratungsstellen und Initiativen, die rechtliche und psychologische Unterstützung anbieten.
welt.de
theguardian.com
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