Alles, was Sie über Diskriminierung in Sportvereinen wissen müssen – und wie Sie den Landessportbund in Deutschland kontaktieren
Sport ist nicht nur eine körperliche Aktivität, sondern ein wichtiger Raum, um Vertrauen aufzubauen, Integration zu fördern und Werte wie Respekt und Toleranz zu leben. Trotzdem ist Diskriminierung in Sportvereinen nach wie vor eine schmerzhafte Realität in Deutschland: Manche Menschen erleben Benachteiligung wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, ihres Geschlechts oder einer Behinderung.
Ablehnung der Mitgliedschaft oder Aufnahme mit der Begründung von Herkunft, Religion oder Staatsangehörigkeit
Ausschluss aus Mannschaften oder Wettbewerben aufgrund des Aussehens oder kulturellen Hintergrunds
Verbale Anfeindungen oder psychische Gewalt innerhalb des Vereins
Fehlende oder unzureichende Barrierefreiheit und Angebote für Menschen mit Behinderung
Artikel 3 garantiert die Gleichbehandlung aller Menschen und verbietet Diskriminierung aus jeglichen Gründen.
Das AGG findet auch auf Sportvereine Anwendung, wenn sie öffentliche Leistungen anbieten oder als öffentlich zugängliche Mitgliederorganisationen agieren.
Sportvereine tragen eine klare Verantwortung dafür, Diskriminierung aktiv zu verhindern und Vielfalt zu schützen. Dazu gehört insbesondere:
Verabschiedung und Veröffentlichung klarer Anti-Diskriminierungsrichtlinien, die allen Mitgliedern, Trainer*innen und Verantwortlichen bekannt sind
Sicherstellung eines sicheren, diskriminierungs- und rassismusfreien Trainingsumfelds, frei von sexueller Belästigung und Mobbing
Schulung von Trainerinnen, Ehrenamtlichen und Funktionsträgerinnen im respektvollen Umgang mit Vielfalt und im Umgang mit Diskriminierungsfällen
Der Landessportbund (LSB) ist der Landessportverband eines Bundeslandes und die höchste koordinierende Sportinstanz auf Landesebene. Er hat unter anderem folgende Aufgaben:
Unterstützung der Sportvereine bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote und Strukturen
Förderung von Projekten und Maßnahmen gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung im Sport
Angebot von Beratung und Unterstützung bei Konflikten, Beschwerden oder strukturellen Problemen
Jedes Bundesland hat seinen eigenen Landessportbund, zum Beispiel:
Landessportbund Berlin
Landessportbund Nordrhein-Westfalen
Landessportbund Bayern
Über die offizielle Website des Landessportbundes Ihres Bundeslandes
Per E-Mail mit einer sachlichen, kurzen Schilderung des Problems oder der Beschwerde
Telefonisch; viele Landessportbünde bieten Hotlines oder direkte Ansprechpartner*innen für Beschwerden und Konfliktfälle
Der Landessportbund kann:
Zwischen Ihnen und dem Verein vermitteln und Gespräche moderieren
Erste rechtliche Einschätzung geben oder Sie an zuständige Stellen weiterverweisen
In schwerwiegenden Fällen dabei unterstützen, rechtliche Schritte zu prüfen oder offizielle Beschwerden einzureichen
Notieren Sie den Vorfall möglichst genau (Datum, Uhrzeit, Ort, beteiligte Personen)
Heben Sie Nachrichten, E-Mails oder Chatverläufe auf
Sichern Sie, wenn möglich, Zeugenaussagen von anderen Mitgliedern oder Zuschauer*innen
Reichen Sie eine formelle Beschwerde beim Vorstand, der Geschäftsführung oder der zuständigen Ansprechperson im Verein ein
Viele Vereine haben Vertrauenspersonen oder Beschwerdestellen, die sich mit solchen Fällen befassen sollen
Wenn der Verein nicht reagiert oder Sie mit der Antwort unzufrieden sind, ist der Gang zum Landessportbund ein wichtiger nächster Schritt
Dort erhalten Sie häufig eine neutralere und übergeordnete Perspektive
Kontakt zur Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Antidiskriminierungsstelle des Bundes)
Unterstützung durch lokale Beratungsstellen und zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere bei rassistischer, antisemitischer oder religiöser Diskriminierung
In schweren Fällen: Hinzuziehen einer Rechtsanwältin / eines Rechtsanwalts mit Schwerpunkt Arbeits-, Vereins- oder Antidiskriminierungsrecht
Schutz der grundlegenden Werte des Sports wie Fair Play, Respekt und Chancengleichheit
Aufbau inklusiver Sportgemeinschaften, die Integration und Vielfalt aktiv fördern
Stärkung des Bewusstseins bei Spielerinnen, Trainerinnen, Eltern und Zuschauer*innen für die Bedeutung von Gleichbehandlung und Menschenwürde
Diskriminierung in Sportvereinen untergräbt den wahren Geist des Sports und schmälert die Chancen auf Integration und Teilhabe. Wenn Sie Diskriminierung erleben, schweigen Sie nicht:
Sie haben das Recht auf ein sicheres, respektvolles sportliches Umfeld. Institutionen wie der Landessportbund und andere Beratungsstellen stehen bereit, Sie sowohl rechtlich als auch menschlich zu unterstützen und zu begleiten.
Landessportbund (LSB): Landessportverband / oberste Sportorganisation eines Bundeslandes
Diskriminierung: Benachteiligung / Ungleichbehandlung
Fair Play: faires, regelkonformes Verhalten im Sport
Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Bundesweite Fachstelle gegen Diskriminierung
Beschwerde: formale Beschwerde / Eingabe
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