Alles, was du über die Programme „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Deutschland wissen musst
Die Programme „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage) bilden das größte Schulnetzwerk in Deutschland, das sich für ein Lernumfeld einsetzt, in dem Toleranz gefördert und allen Formen von Diskriminierung und Feindseligkeit aktiv entgegengewirkt wird. Die Initiative trägt eine klare Botschaft: Der Kampf gegen Hass ist eine gemeinsame Aufgabe – er beginnt im Klassenzimmer und wirkt in die gesamte Gesellschaft hinein.
Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Schulpersonal dazu zu befähigen, aktiv und konstruktiv gegen alle Formen von Diskriminierung vorzugehen – darunter Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Diskriminierung von LGBTIQ+-Personen u. a. (schule-ohne-rassismus.org)
Eine demokratische Schulkultur zu stärken, die auf Respekt, Anerkennung und der Unantastbarkeit der Menschenwürde basiert.
Damit eine Schule in das Projekt aufgenommen wird, sind folgende Schritte notwendig:
Interne Abstimmung: Mindestens 70 % der Schülerinnen, Schüler und Beschäftigten müssen eine Selbstverpflichtungserklärung gegen Diskriminierung und für Zivilcourage unterschreiben. (glockengiesserstrasse.info)
Auswahl einer/s „Courage-Partners/Courage-Partnerin“: Eine bekannte Persönlichkeit aus Öffentlichkeit, Kultur, Politik oder Sport, die das Projekt unterstützt und bei Aktionen präsent ist. (glockengiesserstrasse.info)
Jährliche Aktion: Die Schule führt mindestens einmal im Jahr ein Projekt durch, das Toleranz und Vielfalt fördert (z. B. Workshop, Projekttag, Kulturaktion, Kampagne).
Offizielle Anmeldung: Die unterschriebenen Selbstverpflichtungen, der Antrag der Schule und der Name des Courage-Partners/der Courage-Partnerin werden an die Landes- oder Bundeskoordination geschickt.
Aufnahmefeier: In einer feierlichen Veranstaltung wird die Schule offiziell ins Netzwerk aufgenommen; das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird am Gebäude angebracht und die Urkunde überreicht.
Das Netzwerk umfasst derzeit über 4.700 Schulen und mehr als zwei Millionen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in Deutschland.
Die praktische Bildungsarbeit zeigt sich u. a. durch:
Projekte und Workshops zu verschiedenen Formen von Feindlichkeit und Diskriminierung. (glockengiesserstrasse.info, ebege.de)
Rollenspiele, künstlerische Aktionen und Schülerinitiativen, z. B. Kampagnen wie #IamHuman auf dem Schulhof. (ebege.de)
Austausch und Kooperation mit anderen Courage-Schulen im Netzwerk.
Eine Bundeskoordination, die die Gesamtstruktur begleitet und die Zusammenarbeit mit den Landeskoordinationen organisiert.
Landes- und Regionalkoordinationen, die Schulen vor Ort praktisch unterstützen.
Rund 2.500 Patinnen und Paten aus Kunst, Politik, Sport und öffentlichem Leben.
Institutionelle Unterstützer wie die Bundeszentrale für politische Bildung, das Anne-Frank-Zentrum und weitere Partner der Zivilgesellschaft. (de.wikipedia.org)
Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit:
der Theodor-Heuss-Medaille (2001)
dem „Botschafter der Toleranz“-Preis (2004)
der Buber-Rosenzweig-Medaille und weiteren Ehrungen
Schulen wie die Reinhold-Burger-Schule und die Heinz-Brandt-Schule führen regelmäßig Projekte durch, z. B. Recherchen zu Holocaust-Archiven und künstlerische Auseinandersetzungen mit Geschichte und Gegenwart. (de.wikipedia.org)
Das Emmy-Noether-Gymnasium organisiert Wettbewerbe gegen Diskriminierung und die Ausstellung „AntiRacism Competition“, die u. a. auf einer Patenschaft mit dem Fußballverein 1. FC Union Berlin basiert. (de.wikipedia.org)
Das Programm erzeugt keinen „Schein der Perfektion“, sondern setzt auf langfristige, strukturelle Arbeit und gemeinsame Verantwortung gegen Diskriminierung.
Es stärkt politische Bildung und demokratische Kompetenzen in einem Umfeld, das von Ehrlichkeit, Dialog und gegenseitigem Respekt geprägt ist.
Es befähigt die Schülerinnen und Schüler von heute, gesellschaftliche Herausforderungen morgen mit Bewusstsein, Mut und Verantwortungsgefühl anzugehen.
Die Programme „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stellen die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt des Wandels: Sie ermutigen dazu, sich klar gegen Diskriminierung zu positionieren und gemeinsame Werte im Schulalltag zu leben. Wenn du an einer Schule arbeitest und den Wunsch nach Veränderung spürst, dann ist der Beitritt zum Courage-Netzwerk ein entscheidender Schritt hin zu einer gerechteren, inklusiveren Lernumgebung.
Wichtige Begriffe auf Deutsch
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SoRSmC): Schule gegen Rassismus und für Zivilcourage
Courage-Partner*in: Projektpatin oder -pate mit symbolischer und praktischer Unterstützungsrolle
Bundeskoordination / Landeskoordination: bundesweite bzw. landesweite Koordination der Netzwerkschulen
Courage-Netzwerk: Netzwerk der Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage
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