BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Was ist das BAMF in Deutschland? Ein umfassender Ratgeber*

Das BAMF ist die Abkürzung für Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und gehört zu den wichtigsten staatlichen Institutionen in Deutschland, wenn es um Migration, Asyl und Integration geht. Seit seiner Gründung hat das BAMF eine Vielzahl von Aufgaben übernommen, deren Bedeutung mit steigenden Zuwanderungszahlen und vielfältigen Migrationsformen immer weiter wächst. In diesem Artikel geben wir einen vollständigen und ausführlichen Überblick über das BAMF – nach dem neuesten Stand bis 2025. Dazu gehören Zuständigkeiten, Aufbau, Programme und Dienstleistungen sowie seine Schlüsselrolle im Integrationsprozess in der deutschen Gesellschaft.


1. Was ist das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist eine dem Bundesministerium des Innern unterstellte Bundesbehörde. Es ist zuständig für die Gestaltung und Umsetzung der Politik in den Bereichen Migration, Asyl und Integration sowie für die Betreuung von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland. Das BAMF wurde auf Grundlage des Asylrechts Anfang der 2000er Jahre eingerichtet und hat vor allem seit dem starken Flüchtlingszustrom 2015–2016 erheblich an Bedeutung gewonnen.


2. Zentrale Aufgaben des BAMF

2.1 Prüfung von Asylanträgen

  • Erste Phase: Stellung des Asylantrags in einer Erstaufnahmeeinrichtung.

  • Prüfung und Anhörung: Das BAMF prüft die Identität und Fluchtgründe der antragstellenden Person und entscheidet, ob Asyl, Flüchtlingsschutz oder ein anderer Schutzstatus (z. B. subsidiärer Schutz) gewährt oder der Antrag abgelehnt wird.

  • Rechtsmittel: Im Falle einer Ablehnung besteht die Möglichkeit, vor den Verwaltungsgerichten Klage einzureichen.

2.2 Steuerung und Organisation von Migration

  • Ausarbeitung von Konzepten und Strategien zur Steuerung der Zuwanderung – etwa von Fachkräften – in Abstimmung mit Bund und Ländern.

  • Prüfung von Voraussetzungen für die Einreise und den Aufenthalt von Studierenden, Arbeitnehmern und anderen Personengruppen.

2.3 Förderung von Integrationsprogrammen

  • Finanzierung und Organisation von Integrationskursen, die Sprachunterricht und Orientierungskurse (Kunde über Gesellschaft, Geschichte und Rechtsordnung) umfassen.

  • Unterstützung von Maßnahmen, die die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von Geflüchteten und Migrant:innen verbessern.

2.4 Beratung und Information

  • Bereitstellung verlässlicher Informationen für Personen, die nach Deutschland zuwandern möchten, zu Visa-Bestimmungen und rechtlichen Verfahren.

  • Unterstützung von Trägern der Zivilgesellschaft bei Projekten, die soziale und berufliche Integration fördern.

2.5 Zusammenarbeit auf internationaler Ebene

  • Kooperation mit EU-Institutionen und internationalen Organisationen wie dem UNHCR.

  • Austausch von Daten und Statistiken über weltweite Flucht- und Migrationsbewegungen und Mitwirkung an gemeinsamen politischen Strategien.


3. Organisatorische Struktur des BAMF

3.1 Zentrale und Standorte

  • Der Hauptsitz des BAMF befindet sich in Nürnberg (Bayern).

  • Daneben gibt es zahlreiche Außenstellen und Dienstsitze in allen Bundesländern.

  • Zum Netz gehören außerdem Erstaufnahmeeinrichtungen, Ankunftszentren und Migrationsberatungsstellen.

3.2 Fachbereiche

  • Bereich Asyl und Schutz: Durchführung von Anhörungen und Entscheidung über Asylanträge.

  • Bereich Integration: Zuständig für Integrationskurse und Koordination mit Sprach- und Bildungsträgern.

  • Bereich reguläre Migration: Zuständig für Programme der Fachkräftezuwanderung und rechtliche Rahmenbedingungen zur Einreise.

  • Forschungs- und Statistikbereich: Erhebung und Auswertung von Daten zu Migration, Flucht und Integration sowie Erstellung regelmäßiger Berichte.


4. Integrationsprogramme und Kurse des BAMF

4.1 Integrationskurse

  • Dauer und Inhalt: In der Regel 600–900 Stunden Deutschunterricht plus ca. 100 Stunden Orientierungskurs zu Politik, Geschichte und Alltagsleben in Deutschland.

  • Zielgruppen: Neuzugewanderte, anerkannte Flüchtlinge und teilweise auch EU-Bürger:innen mit Integrationsbedarf.

  • Kosten: Die Kosten werden ganz oder teilweise vom BAMF übernommen – abhängig von der finanziellen Situation der Teilnehmenden.

4.2 Alphabetisierungskurse

  • Für Personen, die kaum oder gar nicht lesen und schreiben können – in keiner Sprache.

  • Ziel ist der Aufbau grundlegender Lese- und Schreibkompetenzen als Grundlage für das Deutschlernen.

4.3 Berufssprachkurse (Berufssprachkurse nach §45a AufenthG)

  • Berufsbezogene Deutschkurse für Migrant:innen und Geflüchtete, die Arbeit suchen oder ihre Chancen im Beruf verbessern möchten.

  • Vermittlung von Fachwortschatz, Kommunikation am Arbeitsplatz und Kenntnissen für Ausbildung oder Beruf.


5. Wichtige Entwicklungen bis 2025

5.1 Digitalisierung und E-Verfahren

  • Seit etwa 2023 verstärktes Umstellen auf digitale Antrags- und Kommunikationswege.

  • Nutzung sicherer Online-Portale, mit denen Asyl- und Migrationsverfahren besser nachverfolgt werden können.

  • Ziel: weniger Papier, schnellere Abläufe, bessere Transparenz für Antragstellende.

5.2 Fokus auf Fachkräfteeinwanderung

  • Aufbau spezieller Programme für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten, insbesondere in Mangelberufen (Pflege, IT, Handwerk).

  • Erleichterungen bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und engere Zusammenarbeit mit Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen.

5.3 Engere Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen

  • Gemeinsame Arbeitsgruppen von BAMF, Ländern und Kommunen, um die Integration vor Ort besser zu organisieren.

  • Abstimmung zur fairen Verteilung von Geflüchteten auf die Bundesländer und Kommunen.

5.4 Umgang mit neuen Krisen

  • Reaktion auf anhaltende und neue Fluchtbewegungen (z. B. Krisen in Nahost, Afrika, Osteuropa).

  • Intensiver Austausch mit EU-Partnern zur Registrierung von Schutzsuchenden und zum Außengrenzenschutz.


6. Beratungs- und Informationsfunktion des BAMF

Neben Verwaltungsverfahren bietet das BAMF auch:

  • Informationen zu Sprachkursen und Integrationsangeboten,

  • Hinweise zu Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten,

  • Basisinformationen zu Rechten und Pflichten in Deutschland (Aufenthalts-, Arbeits- und Sozialrecht),

  • Unterstützung bei der Orientierung im Hilfesystem (Jobcenter, Sozialamt, Migrationsberatung).


7. Zukünftige Herausforderungen und Lösungsansätze

  • Lange Verfahrensdauern:
    Trotz Verbesserungen kommt es teils noch zu langen Wartezeiten bei Asylentscheidungen und Anerkennung von Qualifikationen.
    → Lösung: mehr Personal, bessere IT-Systeme, standardisierte Verfahren.

  • Sprach- und Bildungsbarrieren:
    Viele Schutzsuchende sind in Lesen und Schreiben nur eingeschränkt geübt.
    → Ausbau von Alphabetisierungskursen und Dolmetscherangeboten.

  • Arbeitsmarktintegration:
    Deutschkenntnisse und fehlende Anerkennung von Abschlüssen erschweren oft den Einstieg.
    → Verstärkte Kooperation mit Unternehmen, Kammern und Qualifizierungsprogrammen.

  • Kulturelle Vielfalt:
    Unterschiedliche kulturelle Hintergründe erfordern Sensibilität und Know-how.
    → Interkulturelle Schulungen für Mitarbeitende und Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen.


8. Kontaktaufnahme mit dem BAMF

  • Offizielle Website: www.bamf.de (auf Deutsch und Englisch, teilweise mit Informationen in weiteren Sprachen).

  • Hotline: Telefonische Auskunft zu Asyl, Migration und Integration.

  • Regionale Standorte: Adressen von Außenstellen, Ankunftszentren und Beratungsstellen sind über die Website abrufbar.


9. Fazit

Das BAMF ist eine tragende Säule der deutschen Migrations-, Asyl- und Integrationspolitik. Bis 2025 wird die Behörde ihre digitalen Strukturen und gesetzlichen Grundlagen weiterentwickeln, um Verfahren effizienter zu gestalten – von der Asylentscheidung bis zur Arbeitsmarktintegration. Zugleich unterstützt das BAMF Deutschland dabei, humanitäre Verantwortung zu übernehmen, Geflüchteten Schutz zu gewähren und gleichzeitig den Bedarf an Fachkräften zu decken.

Letztlich hängt der Erfolg einer ausgewogenen Migrationspolitik vom Zusammenspiel vieler Akteure ab: Bund, Länder, Kommunen, Zivilgesellschaft und internationale Partner. Das BAMF nimmt dabei eine zentrale Koordinierungs- und Steuerungsfunktion ein.


* Das Autor:innen- und Redaktionsteam unserer Website bemüht sich, durch sorgfältige Recherchen möglichst verlässliche Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler oder nicht endgültig gesicherte Angaben vorkommen. Die Inhalte dieses Artikels dienen daher als erste Orientierung; für verbindliche Auskünfte wende dich bitte immer an die zuständigen Behörden.


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