Hebammen-Nachsorge: Leistungen der Hebammen nach der Geburt

Hebammen-Nachsorge nach der Geburt in Deutschland: Welche Rechte du hast und welche Leistungen dir zustehen

Was ist die Hebammen-Nachsorge?

Die Hebammen-Nachsorge (Hebammen-Nachsorge zu Hause) ist eine häusliche Betreuung durch eine Hebamme für Mutter und Kind in den Wochen nach der Geburt.
Diese Besuche gehören zu den wichtigsten Bausteinen der Familienunterstützung im deutschen Gesundheitssystem.


Dauer der Betreuung nach der Geburt

  • Erste 10 Tage nach der Geburt:
    Die Hebamme darf dich täglich zu Hause besuchen.

  • Ab dem 11. Tag bis zum Ende der 12. Woche nach der Geburt:
    Die Hebamme kann dich nach Bedarf weiter begleiten – in der Regel sind etwa bis zu 16 weitere Besuche möglich.

  • In besonderen Situationen (z. B. Frühgeburt, Kaiserschnitt, Stillprobleme, Wochenbettdepression):
    Kann die Betreuungszeit auf Antrag und mit Zustimmung der Krankenkasse verlängert werden.


Wobei unterstützt dich die Hebamme?

Bereich Beispiele für Leistungen der Hebamme
Baby Kontrolle von Nabel und Haut, Gewichtskontrolle, Unterstützung beim Stillen oder Fläschchen, Einschätzung von Schreien und Schlafverhalten
Mutter Kontrolle der Rückbildung und Wundheilung (z. B. nach Kaiserschnitt oder Dammriss), Unterstützung beim Stillen, Beratung bei Schmerzen, Erkennen von Anzeichen einer Wochenbettdepression
Ernährung Beratung zum Stillen und zur Flaschennahrung, Tipps zum Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch
Beratung & Unterstützung Zuhören, emotionale Unterstützung, Beantwortung von Fragen, ggf. Weitervermittlung an Ärztinnen, Stillberaterinnen oder Psychologinnen
Allgemeine Pflege Anleitung zum Baden des Babys, Wickeln, Hautpflege, sicheren Umgang mit Neugeborenen

Wer übernimmt die Kosten?

Die gesetzliche (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV) übernehmen die vollständigen Kosten der Hebammen-Nachsorge – ohne Eigenanteil, sofern:

  • es sich um eine zugelassene Hebamme handelt,

  • die Betreuung ordnungsgemäß bei der Krankenkasse abgerechnet wird,

  • du dich idealerweise frühzeitig bei deiner Krankenkasse und der Hebamme meldest.


Wie findest du eine Hebamme?

  • Beginne mit der Suche möglichst früh in der Schwangerschaft, idealerweise zwischen 12. und 20. Schwangerschaftswoche.

  • Nutze z. B. folgende Plattformen:

  • Schließe mit der Hebamme einen Betreuungsvertrag (Betreuungsvertrag / Hebammenvertrag) ab.

  • Übermittle die Daten der Hebamme an deine Krankenkasse, falls diese dies verlangt.


Was tun, wenn du keine Hebamme findest?

In einigen Regionen gibt es einen deutlichen Mangel an Hebammen. Falls du trotz intensiver Suche niemanden findest:

  • Manche Krankenkassen übernehmen Online- oder Video-Beratungen (z. B. per Videochat).

  • Einige Städte bieten alternative Unterstützungsangebote über Familienzentren, Mütterzentren oder das Gesundheitsamt an.

  • Frage bei deiner Krankenkasse nach speziellen Programmen für Regionen mit Hebammenmangel.


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