Schulung ausländischer Pflegekräfte in deutschen Behandlungsprotokollen: Brücke zu einer integrierten und grenzüberschreitenden Versorgung
Mit der zunehmenden Zahl internationaler Patientinnen und Patienten, die sich in Deutschland behandeln lassen, wächst der Bedarf, die Versorgung zwischen dem deutschen Krankenhaus und den Leistungserbringern im Heimatland der Patientinnen und Patienten zu harmonisieren.
Vor diesem Hintergrund sind Schulungsprogramme für Pflegekräfte im Herkunftsland nach deutschen Behandlungsprotokollen zu einem wichtigen Baustein der integrierten Behandlungskette geworden – insbesondere bei chronischen Erkrankungen und in der Nachsorge nach größeren Operationen.
Kontinuität der Versorgung
Nach der Rückkehr in das Heimatland benötigen viele Patientinnen und Patienten weiterhin Unterstützung: Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentenüberwachung oder Durchführung von Reha-Übungen. Wenn das lokale Pflegepersonal in denselben Methoden geschult ist, die das deutsche Behandlungsteam angewendet hat, wird der Übergang in die Nachsorge deutlich reibungsloser.
Reduzierung von Komplikationen und Fehlern
Ein umfassendes Verständnis des gesamten Behandlungskonzepts – einschließlich Umgang mit Wunden, Verbänden und medizinischen Geräten – gemäß den in Deutschland verwendeten Standards verringert das Risiko von Anwendungsfehlern und Missverständnissen in der weiteren Betreuung.
Stärkung der grenzüberschreitenden Behandlungskommunikation
Durch die Schulung des Pflegepersonals im Herkunftsland entsteht eine fachliche, sprachliche und organisatorische Brücke zwischen dem deutschen Krankenhaus und dem Gesundheitssystem des Patientenlandes.
Schulungsprogramme für ausländische Pflegekräfte umfassen in der Regel unter anderem:
Detaillierte Erläuterung des individuellen Behandlungsplans, einschließlich Medikamente, Übungen, Zeitpläne und Warnsignale (Red Flags).
Schulung moderner Wund- und Verbandsversorgung, insbesondere nach Herzoperationen, onkologischen Eingriffen oder Transplantationen.
Schmerzmanagement und korrekte Umsetzung der in Deutschland festgelegten Dosierungs- und Einnahmeschemata.
Handhabung von mobilen Geräten, zum Beispiel Ernährungspumpen, Kathetersysteme oder Monitoring-Geräte für Herz und Kreislauf.
Psychologische und verhaltensorientierte Unterstützungsprotokolle, um Patientinnen und Patienten nach der Rückkehr in den Alltag zu stabilisieren.
Umgang mit deutschen Dokumenten und Berichten, einschließlich Behandlungsplan (Behandlungsplan), Arztbriefen und medizinischen Fachbegriffen in deutschen Entlassungsberichten.
In Deutschland – vor der Rückreise
In manchen Fällen wird eine Pflegekraft oder medizinische Begleitperson aus dem Heimatland des Patienten nach Deutschland eingeladen, um in den letzten Tagen des Klinikaufenthalts eine direkte, praktische Schulung im Krankenhaus zu erhalten. Dies schließt häufig Dolmetschereinsatz und „Training am Bett“ ein.
Aus der Ferne – nach der Rückkehr
Einige große Kliniken, insbesondere Universitätskliniken wie Charité oder LMU Klinikum, bieten nach der Entlassung Online-Schulungen per Videokonferenz (z. B. Zoom) oder aufgezeichnete Lehrvideos für Pflegekräfte im Herkunftsland an, ergänzt durch Übungsaufgaben und Feedbackrunden.
Im Herkunftsland – über akkreditierte Partner
In verschiedenen Ländern, darunter auch arabische Staaten, kooperieren deutsche Kliniken mit lokalen Partnerkliniken oder Weiterbildungszentren, um Pflegepersonal nach deutschen Protokollen zu schulen und standardisierte Curricula anzubieten.
In der Regel ist eine vorherige Zustimmung des deutschen Krankenhauses erforderlich, um eine solche Schulung zu organisieren.
Viele Kliniken verlangen, dass die teilnehmende Pflegekraft über eine gültige Berufszulassung als Pflegefachkraft im eigenen Land verfügt.
Die Kosten hängen von Dauer, Format und Tiefe des Programms ab und liegen meist zwischen 500 und 2.500 Euro.
In Einzelfällen können Krankenversicherungen oder Kostenträger Teile der Kosten übernehmen, insbesondere bei langfristigen Behandlungsprogrammen.
Wenn Sie internationale Patientin oder internationaler Patient sind – oder Eltern bzw. Angehörige eines betroffenen Patienten –, sollten Sie das deutsche Krankenhaus gezielt darum bitten, das lokale Pflegepersonal in Ihrem Heimatland nach den relevanten Behandlungsprotokollen zu schulen.
Sind Sie selbst Pflegekraft in einem arabischen Land und betreuen Patientinnen und Patienten, die aus einer Behandlung in Deutschland zurückkehren, kann die direkte Kontaktaufnahme mit der Abteilung für internationale Patientinnen und Patienten der betreffenden Klinik Ihnen zertifizierte und international anerkannte Fortbildungsmöglichkeiten eröffnen.
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