Stammzelltherapie bei Autoimmunerkrankungen
Zwischen medizinischer Hoffnung und ethischen Vorgaben in Deutschland
In den letzten Jahren ist die Stammzelltherapie (Stammzelltherapie) in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt – insbesondere bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), systemischer Lupus erythematodes (SLE) und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.
In Deutschland unterliegen solche Therapien jedoch – trotz wissenschaftlicher Fortschritte – strengen ethischen Regeln und präzisen gesetzlichen Anforderungen.
Was ist eine Stammzelltherapie bei Autoimmunerkrankungen?
Dieses Behandlungsprinzip basiert auf:
der Zerstörung des fehlgesteuerten Immunsystems durch eine intensive Chemotherapie
anschließend der Neubildung/„Neustart“ des Immunsystems durch Transplantation gesunder Stammzellen – entweder aus dem eigenen Blut (autolog) oder von einer Spenderperson (allogen)
Ziel ist ein „Reset“ des Immunsystems, damit es nicht weiter körpereigene Strukturen angreift.
Bei welchen Fällen wird diese Therapie eingesetzt?
Aggressive, fortgeschrittene MS (Aggressive MS)
Therapieresistenter systemischer Lupus (Therapieresistenter Lupus)
Schwere immunbedingte Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
Seltene Autoimmunerkrankungen (z. B. immunologische Knochenerkrankungen)
Diese Therapie gilt in der Regel als letzte Option nach dem Scheitern klassischer Behandlungen – nicht als Erstlinientherapie.
Welche ethischen und rechtlichen Vorgaben gelten in Deutschland?
Deutschland orientiert sich u. a. am Embryonenschutzgesetz und am Stammzellgesetz. Zu den Vorgaben gehören:
Verbot der Nutzung embryonaler Stammzellen für kommerzielle Zwecke oder nicht genehmigte Experimente
Zulässig sind vor allem Therapien mit autologen Stammzellen oder Stammzellen aus Nabelschnurblut im klaren medizinischen Kontext
Jede Behandlung erfordert vorab die Zustimmung einer Ethikkommission (Ethikkommission)
Es muss eine umfassende Aufklärung und Einwilligung (Einwilligung nach Aufklärung) mit Dokumentation der Risiken erfolgen
Welche Zentren dürfen Stammzelltherapien durchführen?
Nur eine begrenzte Anzahl hochspezialisierter (meist universitärer) Zentren führt solche Therapien im Rahmen von klinischen Studien oder anerkannten Therapieprotokollen durch, z. B.:
Charité Berlin
Uniklinik Heidelberg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Klinikum rechts der Isar – TU München
Grundsätzlich sind kommerzielle Werbung und ein „Direktangebot“ ohne gründliche medizinische Prüfung nicht zulässig.
Kosten und Versicherung
Die Kosten können je nach Protokoll und Transplantationsform 80.000 Euro oder mehr betragen
Die gesetzliche Standardversorgung übernimmt dies nur in sehr seltenen Fällen
Für internationale Patientinnen und Patienten sind meist ein detaillierter medizinischer Bericht und ein offizieller Kostenvoranschlag vor Behandlungsbeginn erforderlich
Können Patientinnen und Patienten von außerhalb Deutschlands behandelt werden?
Ja, aber unter Bedingungen:
Einreichung einer vollständigen medizinischen Akte mit aktuellen Befunden
Bewertung durch eine wissenschaftliche/ärztliche Kommission
Nachweis der medizinischen Notwendigkeit nach Ausschöpfen anderer Optionen
Einhaltung von Vorkasse- und Finanzgarantie-Regelungen
Häufige Fragen
Ist die Therapie sicher?
Nicht vollständig. Es bestehen Risiken durch Chemotherapie und Immunsuppression, sie kann jedoch bei schweren Fällen lebensrettend sein.
Wird sie bei Diabetes oder Rheuma eingesetzt?
In Deutschland in der Regel noch nicht – entsprechende Anwendungen befinden sich meist in experimentellen Forschungsphasen.
Fazit
Die Stammzelltherapie bei Autoimmunerkrankungen in Deutschland ist ein sensibles Gleichgewicht zwischen therapeutischer Hoffnung und ethischer Strenge. Sie wird nur in klar definierten medizinischen Rahmenbedingungen und unter Aufsicht spezialisierter Gremien angeboten.
Wer diesen Weg erwägt, sollte zunächst alle Unterlagen sammeln und eine offizielle Bewertung in einem anerkannten Zentrum anfragen.
Das Autor:innen- und Redaktionsteam bemüht sich um sorgfältige Recherche; dennoch können Fehler oder unbestätigte Angaben auftreten. Bitte als erste Orientierung nutzen und für verbindliche Informationen die zuständigen Stellen konsultieren.