Magnetresonanztomographie (MRT/MRI) in Deutschland: Wann müssen Sie warten – und warum?
Die Magnetresonanztomographie (MRT) – auch MRI genannt – ist eine präzise, moderne Untersuchung zur Abklärung von Problemen im Gehirn, an der Wirbelsäule, den Gelenken und inneren Organen. Trotz der hohen diagnostischen Qualität müssen Patientinnen und Patienten jedoch häufig Wochen, manchmal sogar Monate, auf einen Termin warten.
Warum sind die Wartezeiten auf einen MRT-Termin oft so lang?
1) Sehr hohe Nachfrage
Das MRT wird zur Diagnose vieler Erkrankungen genutzt – von Tumorverdacht bis Bandscheibenvorfall.
Ärztinnen und Ärzte ordnen die Untersuchung zunehmend an, um Fehldiagnosen zu vermeiden oder aus rechtlicher Absicherung.
2) Begrenzte Anzahl an Geräten
Nicht jede Praxis oder jedes Krankenhaus verfügt über ein MRT-Gerät.
Der Betrieb ist teuer und erfordert ein geschultes Team.
3) Regeln der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
Krankenkassen setzen teils Budget- und Mengenbegrenzungen, um Kosten zu steuern.
Vorrang erhalten häufig akute/Dringlichkeitsfälle.
4) Nicht dringende Beschwerden = längere Wartezeit
Zum Beispiel chronische Rückenschmerzen oder nicht akuter Kopfschmerz.
Solche Fälle gelten oft nicht als sofort dringend und landen daher in der Warteliste.
Wann bekommt man schnell einen Termin?
Verdacht auf Tumor oder Schlaganfall
plötzlicher Verlust von Bewegung oder Gefühl
Probleme am Rückenmark
dringender Auftrag eines Facharztes mit klarer, ernster Diagnose
In diesen Fällen kann ein Termin innerhalb weniger Tage oder im Krankenhaus sogar am selben Tag erfolgen.
Tipps, um schneller einen Termin zu bekommen
Lassen Sie sich die Überweisung möglichst von einem Facharzt (Fachärztin) ausstellen – nicht nur vom Hausarzt.
Rufen Sie 116117 an (Terminservicestelle) – zur Vermittlung von Terminen bei zugelassenen Ärztinnen/Ärzten.
Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach einem Terminservice – einige Kassen helfen aktiv bei der Terminsuche.
Suchen Sie eine private Radiologie, wenn Sie privat versichert (PKV) sind oder selbst zahlen können.
Ist ein MRT kostenlos?
Mit ärztlicher Überweisung im Rahmen der GKV wird das MRT in der Regel voll übernommen.
Als Selbstzahlerleistung oder ohne medizinische Notwendigkeit können etwa 300–800 € anfallen.
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