Handy am Steuer: Das Bußgeld gilt nicht nur für Telefonate!

Handy am Steuer in Deutschland: Das Bußgeld betrifft nicht nur Telefonate!

In Deutschland wird die Nutzung des Handys während der Fahrt streng geahndet – weil sie ein direktes Sicherheitsrisiko darstellt. Was viele unterschätzen: Es geht nicht nur um Telefonate, sondern um eine ganze Reihe alltäglicher Handlungen am Lenkrad.

Was gilt als Verstoß?
Nach § 23 Abs. 1a StVO ist die Benutzung eines elektronischen Geräts während der Fahrt grundsätzlich verboten, wenn das Gerät dafür aufgenommen oder gehalten werden muss. Das umfasst u. a.: Telefonieren, Lesen/Schreiben von Nachrichten (z. B. WhatsApp/SMS), Tippen von Kommentaren, Videos ansehen, Musik/Apps bedienen (z. B. Spotify), Navigation bedienen, wenn das Smartphone nicht sicher befestigt ist, sowie Fotos ansehen oder aufnehmen. ADAC

Wichtig: Auch bei Nutzung in einer Halterung gilt – nur kurz hinsehen, nur wenn es die Situation sicher zulässt. ADAC
Erlaubt ist die Handynutzung nur, wenn das Fahrzeug steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist; eine Start-Stopp-Automatik reicht dafür nicht. ADAC

Welche Strafen drohen? (Stand 2025)

Fall Bußgeld Punkte Fahrverbot
Elektronisches Gerät rechtswidrig benutzt (Kfz) 100 € 1 0
mit Gefährdung 150 € 2 1 Monat
mit Sachbeschädigung/Unfallfolge 200 € 2 1 Monat

ADAC

Hinweis: Wiederholte Verstöße können – je nach Einzelfall – strenger bewertet werden (z. B. höheres Bußgeld/zusätzliche Maßnahmen).

Warum diese Strenge?
Ablenkung am Steuer ist ein wesentlicher Unfallfaktor – schon wenige Sekunden Blick aufs Display können gefährlich werden. bgrci.de+1

Kann man Einspruch einlegen?
Ja – in der Praxis braucht es aber nachvollziehbare Gründe (z. B. kein „Benutzen“, kein Halten zur Bedienung, Fahrzeug stand und Motor war vollständig aus). Bei einem Einspruch helfen oft Aktenlage/Polizeibericht bzw. Nachweise.

Fazit
„Handy am Steuer“ meint in Deutschland weit mehr als Telefonieren: Jede Bedienung, die das Gerät in die Hand zwingt oder die Aufmerksamkeit spürbar ablenkt, kann teuer werden – finanziell, mit Punkten und ggf. Fahrverbot.

Hinweis: Trotz sorgfältiger Aufbereitung können Details je nach Einzelfall und Behördenpraxis variieren. Bitte nutzen Sie den Text als erste Orientierung und klären Sie konkrete Fälle bei den zuständigen Stellen.


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