Alles, was du über die Unterstützung durch arabische Vereine im Kampf gegen Alltagsdiskriminierung in Deutschland wissen musst
Arabische Communities in Deutschland sind im Alltag mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung konfrontiert – im sozialen Leben, auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder sogar in Behörden. In diesem Kontext spielen arabische Vereine eine zentrale Rolle: Sie beraten, stärken Betroffene und tragen dazu bei, dass ihre Rechte gehört und geschützt werden.
Welche Formen der Diskriminierung erleben Araber in Deutschland?
Diskriminierung im Arbeitsleben:
Ablehnung bei Bewerbungen oder fehlende Aufstiegschancen wegen Herkunft, Name oder Akzent.
Rassismus auf dem Wohnungsmarkt:
Erschwerte Wohnungssuche aufgrund von Namen, Sprache oder äußerem Erscheinungsbild.
Ungleichbehandlung in Institutionen:
Zum Beispiel in Schulen, Jobcentern, Verwaltungen oder anderen Behörden.
Verbale und körperliche Übergriffe:
Beleidigungen, Bedrohungen oder Angriffe in der Öffentlichkeit oder in Verkehrsmitteln.
Rolle der arabischen Vereine im Kampf gegen Diskriminierung
1. Rechts- und Sozialberatung
Aufklärung über Rechte nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Unterstützung und Begleitung bei Beschwerden, Widersprüchen oder Strafanzeigen.
Vermittlung von psychologischer Beratung, um mit den seelischen Folgen von Diskriminierung umzugehen.
2. Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit
Informationsveranstaltungen zu Rechten in Arbeit, Wohnen und Bildung.
Trainings, wie man in diskriminierenden Situationen besonnen reagiert und rechtlich sicher handelt.
3. Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe und Integration
Organisation von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, die Begegnung mit der lokalen Gesellschaft ermöglichen.
Sprachkurse, Bewerbungscoaching und berufliche Qualifizierungsangebote zur Stärkung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
4. Dialog mit Behörden und Politik
Vertretung der Anliegen der arabischen Community gegenüber Kommunen, Schulen und Behörden.
Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und entsprechenden Stellen auf Landes- und Kommunalebene.
Quellen der Unterstützung und Finanzierung
Staatliche Förderprogramme
Projekte im Rahmen von „Demokratie leben!“, die Initiativen gegen Rassismus und Diskriminierung unterstützen.
Kommunale oder Landes-Förderfonds für Migrantenorganisationen und Nachbarschaftsprojekte.
Unterstützung durch zivilgesellschaftliche Organisationen
Kooperation mit großen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas oder Diakonie.
Zusammenarbeit mit Migrations- und Integrationsberatungsstellen.
Wie kannst du arabische Vereine erreichen?
Über die Webseiten und Social-Media-Seiten bekannter Vereine in deiner Region, zum Beispiel:
„جمعية الدار العربية“ in Berlin,
„الاتحاد العربي“ in München,
Foren und Vereine der arabischen Community in Hamburg und anderen Großstädten.
Durch Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, Infoabenden und Workshops, um Angebote direkt kennenzulernen.
Tipps, wenn du Diskriminierung erlebt hast
Schweige nicht:
Eine Meldung hilft, Veränderungen anzustoßen und andere vor ähnlichen Erfahrungen zu schützen.
Dokumentiere den Vorfall:
Sichere Beweise wie E-Mails, Nachrichten, Fotos oder Namen von Zeug*innen.
Hol dir Unterstützung:
Wende dich an einen arabischen Verein, eine Beratungsstelle oder die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
In vielen Vereinen gibt es kostenfreie oder sehr kostengünstige Rechts- und Sozialberatungen.
Fazit
Arabische Vereine in Deutschland bilden ein wichtiges Sicherheitsnetz für Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben. Sie bieten Beratung, stärken das Selbstbewusstsein und sorgen dafür, dass betroffene Stimmen gehört werden. Wenn du dich benachteiligt oder angegriffen fühlst, zögere nicht – es gibt Menschen und Strukturen, die an deiner Seite stehen und dir helfen, deine Rechte durchzusetzen.
Wichtige deutsche Begriffe
Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Bundesstelle zur Bekämpfung von Diskriminierung
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz / Anti-Diskriminierungsgesetz
Demokratie leben!: Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Beratungsstelle: Beratungs- / Anlaufstelle
Gemeinnütziger Verein: eingetragener, nicht gewinnorientierter Verein
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