Alles, was Sie über den polizeilichen Platzverweis (Platzverweis) in Deutschland wissen müssen
Der Platzverweis gehört zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen der Polizei in Deutschland, um Menschen vor Gewalt zu schützen – insbesondere im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt oder schweren Konflikten. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Täter oder Gefährder daran zu hindern, an einem Ort zu bleiben, an dem von ihm eine Gefahr ausgeht, und dem Opfer die Möglichkeit zu geben, Sicherheit zu gewinnen und rechtliche sowie soziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Was ist ein Platzverweis (Platzverweis)?
Ein Platzverweis, auch als „sofortige Wegweisung“ oder „vorläufige Wohnungszuweisung / Wohnungsverweis“ bezeichnet (je nach Landesrecht), ist eine verwaltungsrechtliche Anordnung, die von der Polizei direkt am Einsatzort ausgesprochen wird.
Sie verpflichtet die verdächtige oder gewalttätige Person dazu, den betreffenden Ort sofort zu verlassen und für eine bestimmte Zeit nicht dorthin zurückzukehren.
Diese Maßnahme wird vor allem angewandt bei:
-
Fällen von häuslicher Gewalt
-
schweren Bedrohungen
-
eskalierenden Konflikten, die jederzeit weiter ausarten können
Wann wird ein Platzverweis ausgesprochen?
Die Polizei erlässt einen Platzverweis, wenn sich aus der ersten Gefahreneinschätzung ergibt, dass der Verbleib der Person am Ort des Geschehens eine unmittelbare Gefahr für das Leben oder die körperliche bzw. seelische Unversehrtheit einer anderen Person darstellt. Typische Situationen sind etwa:
-
körperliche oder psychische Gewalt gegen den (Ex-)Partner oder andere Familienangehörige
-
Androhung von Gewalt oder Einsatz von Waffen
-
schwere Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden
Dauer des Platzverweises
In der Regel gilt ein polizeilicher Platzverweis für einen Zeitraum von etwa 10 bis 14 Tagen, je nach Regelung des jeweiligen Bundeslandes.
Während dieser Zeit ist es der weggewiesenen Person streng untersagt,
-
in die gemeinsame Wohnung zurückzukehren
-
sich der Wohnung oder dem Aufenthaltsort des Opfers zu nähern
-
Kontakt mit dem Opfer aufzunehmen (z. B. telefonisch, per Nachricht oder persönlich), sofern dies angeordnet wurde
In dieser Frist kann das Opfer bei Gericht einen Antrag auf eine längerfristige Schutzanordnung (Schutzanordnung) nach dem Gewaltschutzgesetz (Gewaltschutzgesetz) stellen.
Was passiert bei Verstoß gegen den Platzverweis?
Bei einem Verstoß gegen den Platzverweis schreitet die Polizei in der Regel unverzüglich ein. Die betroffene Person muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, zum Beispiel:
-
Geldbußen oder Geldstrafen
-
sofortige Ingewahrsamnahme durch die Polizei
-
strafrechtliche Vorwürfe wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Zuwiderhandlung gegen behördliche Anordnungen
Dies verdeutlicht, wie ernst diese Maßnahme genommen wird und wie konsequent die Behörden sie anwenden, um Opfer effektiv zu schützen.
Bedeutung des Platzverweises für den Familienschutz
Der Platzverweis ist ein schnelles und wirksames Instrument, um Familien in Fällen häuslicher Gewalt zu schützen. Er verschafft dem Opfer einen wichtigen zeitlichen Schutzraum, um:
-
gerichtliche Schutzanordnungen zu beantragen
-
eine alternative Unterbringung zu organisieren, falls nötig
-
Kontakt zu Beratungsstellen, Frauenhäusern und Hilfsorganisationen aufzunehmen
Sind Kinder betroffen, wird in der Regel das Jugendamt (Jugendamt) informiert, damit geprüft werden kann, welche weiteren Maßnahmen nötig sind, um eine sichere Umgebung für die Kinder zu gewährleisten.
Unterstützung für Betroffene
In Deutschland gibt es ein dichtes Netz an Unterstützungsangeboten für von Gewalt betroffene Personen, zum Beispiel:
-
Frauenhäuser (Frauenhäuser) und Schutzunterkünfte
-
kostenlose Hotlines und Notruftelefone
-
Beratungsstellen mit juristischer, psychologischer und sozialer Beratung
-
Unterstützung bei der Beantragung von Schutzanordnungen und anderen gerichtlichen Maßnahmen
Betroffene können in vielen Fällen anonym und vertraulich Hilfe erhalten, oft auch ohne sofort eine formelle Strafanzeige erstatten zu müssen.
Wichtige Hinweise für Betroffene
Im Falle von Gewalt oder ernsthaften Drohungen sollten Betroffene:
-
sofort den Notruf 110 wählen
-
den Gefahrenbereich so schnell wie möglich verlassen, soweit dies sicher möglich ist
-
Beweise sichern, z. B. Fotos von Verletzungen, Nachrichten, ärztliche Atteste, Zeugenangaben
-
sich an spezialisierte Beratungsstellen und Hilfsangebote wenden
Fazit
Der polizeiliche Platzverweis ist ein zentrales Schutzinstrument im deutschen Rechtssystem, um Menschen effektiv vor Gewalt zu bewahren. Er unterstreicht den klaren Willen des Staates, die körperliche und seelische Unversehrtheit jeder Person zu schützen.
Wenn Sie selbst oder jemand aus Ihrem Umfeld in Gefahr ist, denken Sie daran: Sie sind nicht allein – Polizei, Gerichte und zahlreiche Hilfsorganisationen stehen auf der Seite der Betroffenen.
Wichtige Begriffe auf Deutsch
-
Platzverweis: polizeiliche Wegweisung / sofortiger Verweis vom Ort
-
Gewaltschutzgesetz: Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalt
-
Schutzanordnung: gerichtliche Schutzverfügung
-
Jugendamt: Amt für Kinder- und Jugendhilfe
-
Polizei: Polizei / Ordnungsbehörde
Das Autor:innen-Team der Website ist bemüht, durch sorgfältige Recherche und die Auswertung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig bzw. nicht abschließend gesichert sein. Daher sollten die in den Artikeln enthaltenen Informationen als erste Orientierung dienen; für verbindliche und aktuelle Auskünfte wenden Sie sich bitte stets an die zuständigen Fachstellen und Behörden.