Rangliste der deutschen Bundesländer nach Arbeitskräftebedarf und Jobchancen

Rangfolge der deutschen Bundesländer nach Arbeitskräftebedarf und Jobchancen: Aktualisierter Leitfaden für 2025

Deutschland zählt zu den wichtigsten Ziel­ländern für Arbeit und Migration in Europa. Zugleich kämpfen mehrere Bundesländer mit einem deutlichen Mangel an qualifizierten Fachkräften in unterschiedlichen Branchen. In diesem Artikel beleuchten wir die Rangfolge der deutschen Bundesländer nach Höhe der Arbeitskräftenachfrage und der Wahrscheinlichkeit, eine Stelle zu finden (Stand 2025). Dabei nennen wir grobe Schätzwerte zu offenen Stellen sowie die wichtigsten Branchen und Berufsfelder in jedem Bundesland.

Diese Informationen stützen sich auf die neuesten Statistiken und Prognosen der Bundesagentur für Arbeit (Bundesagentur für Arbeit) sowie auf aktuelle wirtschaftliche Studien.


1. Bayern (Bayern)

Rang: Platz 1 beim Bedarf an Arbeitskräften

Warum?

  • Starker Industrie- und Technologiesektor: Große Unternehmen wie BMW, Audi und Siemens sind in München, Ingolstadt und anderen Städten angesiedelt.

  • Tourismus: Die Alpen und historische Städte wie Nürnberg ziehen jährlich Millionen von Touristinnen und Touristen an – entsprechend hoch ist der Bedarf an Personal in Hotels und Gastronomie.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Mehr als 250.000 offene Stellen pro Jahr in verschiedenen Branchen.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Maschinenbau und Automobiltechnik

  • Informationstechnologie und Softwareentwicklung

  • Gesundheitswesen und Pflege

  • Hotellerie, Gastronomie und Tourismus

Jobchancen:
Sehr hoch, insbesondere für Personen mit technischen Qualifikationen und medizinischen/pflegerischen Berufen.


2. Baden-Württemberg

Rang: Platz 2

Warum?

  • Automobilbranche: Daimler (Mercedes-Benz), Porsche und Hunderte mittelständische Unternehmen (Mittelstand) sind in den Bereichen Maschinenbau, Fahrzeugbau und Anlagenbau tätig.

  • Forschung und Entwicklung: Städte wie Stuttgart und Karlsruhe zählen zu den wichtigsten Innovations- und Forschungsstandorten.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Rund 220.000 Stellen pro Jahr, vor allem im industriellen Bereich.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Fahrzeugtechnik und Motorenentwicklung

  • Präzisionstechnik, Automatisierung und Robotik

  • Medizin, Pflege und Gesundheitswesen

  • IT, Softwareentwicklung und Systemadministration

Jobchancen:
Sehr hoch, insbesondere für Ingenieurinnen/Ingenieure, Techniker und Fachkräfte in der mechanischen und elektrischen Instandhaltung.


3. Hessen (Hessen)

Rang: Platz 3

Warum?

  • Finanzzentrum Frankfurt: Der große Finanzplatz sorgt für eine starke Nachfrage im Bank-, Versicherungs- und Finanzsektor.

  • Dienstleistung und Logistik: Frankfurt ist ein internationales Drehkreuz für den Luftverkehr und den Schienenverkehr.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 150.000 Stellen in unterschiedlichen Bereichen.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Finanzen, Buchhaltung und Bankwesen

  • Unternehmensberatung und Versicherungen

  • Informationstechnologie (insbesondere FinTech)

  • Logistik, Transport, Lagerwirtschaft

Jobchancen:
Hoch, besonders für Fachkräfte aus den Bereichen Finanzen, Controlling, IT und Finanztechnologie.


4. Nordrhein-Westfalen (Nordrhein-Westfalen)

Rang: Platz 4

Warum?

  • Größtes Bevölkerungszentrum Deutschlands: Das Ruhrgebiet und zahlreiche Großstädte bieten eine breite industrielle Basis (ehemals Kohle und Stahl) und befinden sich im Wandel hin zu modernen Dienstleistungen und erneuerbaren Energien.

  • Medienstandorte: Köln und Düsseldorf sind wichtige Zentren der Medien- und Unterhaltungswirtschaft.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Bis zu 200.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Industrie- und Chemieingenieurwesen

  • Erneuerbare Energien und Umwelttechnik

  • Medien, TV- und Filmproduktion

  • Marketing, Vertrieb und Handel

Jobchancen:
Von mittel bis hoch – abhängig von Qualifikation, Branche und Region. In gefragten Fachbereichen sind die Chancen sehr gut.


5. Hamburg (Hamburg)

Rang: Platz 5

Warum?

  • Hafen Hamburg: Einer der größten Seehäfen Europas – Logistik, Transport und Hafenwirtschaft sind zentrale Säulen.

  • Dienstleistungen und Medien: Sitz vieler Verlage, Werbeagenturen und Medienunternehmen.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Rund 100.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Logistik, Spedition und maritime Dienstleistungen

  • Medien, Journalismus und Werbung

  • Tourismus, Hotellerie und Gastronomie

  • Außenhandel und internationale Geschäfte

Jobchancen:
Relativ hoch, besonders im Bereich Logistik, Schifffahrt, Medien und internationaler Handel.


6. Niedersachsen (Niedersachsen)

Rang: Platz 6

Warum?

  • Automobilindustrie: Sitz des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg.

  • Starke Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie: Große Agrarflächen und bedeutende Nahrungsmittelproduktion.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 90.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Automobilindustrie und Zulieferbetriebe

  • Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung

  • Logistik, Transport und Distribution

Jobchancen:
Mittel, mit steigender Tendenz in industriellen Zentren wie Wolfsburg und Hannover.


7. Berlin (Berlin)

Rang: Platz 7

Warum?

  • Hauptstadt und Start-up-Zentrum: Viele junge Unternehmen im Tech- und Digitalbereich.

  • Starker Tourismus- und Gastgewerbesektor.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 80.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • IT, Programmierung und Webentwicklung

  • Digitales Marketing, Kreativwirtschaft und Design

  • Hotellerie, Gastronomie und Tourismus

  • Öffentlicher Dienst und Verwaltung

Jobchancen:
Mittel, mit hoher Konkurrenz; dennoch gibt es viele Möglichkeiten für qualifizierte Fachkräfte im technischen und kreativen Bereich.


8. Rheinland-Pfalz (Rheinland-Pfalz)

Rang: Platz 8

Warum?

  • Weinbau und Landwirtschaft: Starke Weinregionen entlang des Rheins.

  • Industrie und Technik: Verteilte Standorte mit Maschinenbau, Chemie und weiteren Branchen.

  • Bauwesen und Immobilienentwicklung: Wachsende Bau- und Infrastrukturprojekte in Städten wie Mainz und Koblenz.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Rund 60.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Agrarwissenschaften und Lebensmittelindustrie

  • Logistik und grenzüberschreitender Handel

  • Medizin, Pflege und Krankenhauswesen (inkl. Universitätskliniken)

Jobchancen:
Mittel, abhängig von Region und Qualifikation. In größeren Städten besser als im ländlichen Raum.


9. Sachsen (Sachsen)

Rang: Platz 9

Warum?

  • „Silicon Saxony“ in Dresden: Bedeutender Standort für Halbleiter- und Mikroelektronik.

  • Automobilfertigung: BMW und Volkswagen produzieren in Zwickau und Leipzig.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Ungefähr 55.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Maschinenbau, Elektrotechnik und Mechatronik

  • Halbleitertechnologie und Mikroelektronik

  • Tourismus, Kultur- und Veranstaltungswesen (Dresden, Leipzig)

Jobchancen:
Mittel bis hoch, insbesondere für technisch qualifizierte Fachkräfte.


10. Schleswig-Holstein

Rang: Platz 10

Warum?

  • Küstentourismus: Nordsee- und Ostseeküste mit vielen Ferienorten.

  • Häfen und maritime Wirtschaft.

  • Zunehmende Bedeutung erneuerbarer Energien (Windkraft).

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Rund 45.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Hotellerie, Gastronomie und Tourismus

  • Erneuerbare Energien und Umwelttechnik

  • Landwirtschaft und Fischerei

Jobchancen:
Mittel – besonders gut in der Tourismussaison und im Bereich grüner Energien.


11. Brandenburg

Rang: Platz 11

Warum?

  • Nähe zu Berlin: Schafft Arbeitsplätze im Transport, in der Logistik und in Zulieferbetrieben.

  • Ausbau von Wind- und Solarenergie.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 40.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Transportwesen und Logistik

  • Erneuerbare Energien

  • Landwirtschaft, Forstwirtschaft und ländliche Dienstleistungen

Jobchancen:
Mittel, mit Verbesserungstendenz in der Region rund um Berlin.


12. Mecklenburg-Vorpommern

Rang: Platz 12

Warum?

  • Küstentourismus an der Ostsee: Viele Badeorte und Ferienregionen.

  • Begrenzte, aber vorhandene Agrar- und maritime Projekte.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 30.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Tourismus, Hotels und Gastronomie

  • Landwirtschaft und Fischerei

  • Gesundheitswesen in touristisch geprägten Städten

Jobchancen:
Mittel – tendenziell besser während der Hauptsaison im Tourismus.


13. Saarland

Rang: Platz 13

Warum?

  • Grenzlage zu Frankreich: Erleichtert den grenzüberschreitenden Handel.

  • Metall- und Maschinenbauindustrie: Teile des traditionellen Industrieerbes bestehen fort.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Rund 25.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Grenzüberschreitende Dienstleistungen und Handel

  • Maschinenbau, Metallverarbeitung und Automobilzulieferer

  • Logistik- und Transportdienstleistungen

Jobchancen:
Mittel, besonders gut für deutsch-französisch sprechende Fachkräfte und für Berufe im industriellen und logistischen Bereich.


14. Sachsen-Anhalt (Sachsen-Anhalt)

Rang: Platz 14

Warum?

  • Chemische Industrie: Standorte wie Leuna und Bitterfeld sind traditionell Chemiezentren.

  • Landwirtschaft: Produktion von Getreide und Zuckerrüben.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 20.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Chemische Industrie und Verfahrenstechnik

  • Lebensmittelverarbeitung

  • Logistik und landwirtschaftliche Dienstleistungen

Jobchancen:
Unter dem Durchschnitt, variieren jedoch je nach industrieller Region.


15. Thüringen (Thüringen)

Rang: Platz 15

Warum?

  • Mittelgroße Industriestädte: Erfurt, Jena und Eisenach verfügen über Industrie- und Technologieunternehmen, jedoch in begrenztem Umfang.

  • Land- und Forstwirtschaft: Vorhanden, aber wirtschaftlich nicht dominierend.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 15.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Leichtindustrie und Feinmechanik, Elektronik

  • Gesundheitswesen und Bildungssektor

  • Land- und Forstwirtschaft

Jobchancen:
Relativ begrenzt im Vergleich zu großen westdeutschen Ländern, jedoch im Aufwärtstrend durch neue Technologieprojekte.


16. Bremen (Bremen)

Rang: Platz 16 (letzter Platz)

Warum?

  • Kleinstes Bundesland nach Einwohnerzahl (~0,68 Mio.): Entsprechend ist die absolute Zahl offener Stellen geringer.

  • Starke Abhängigkeit von Hafenwirtschaft und Luftfahrtindustrie.

Geschätzte Zahl offener Stellen:
Etwa 10.000 Stellen pro Jahr.

Wichtigste Fachrichtungen und Bereiche:

  • Logistik, Hafenwirtschaft und Umschlag

  • Luft- und Raumfahrtindustrie (z. B. Airbus-Standorte)

  • Seehandel und maritime Dienstleistungen

Jobchancen:
Mittel – für Fachkräfte in der Hafenlogistik, im Schiffstransport und in der Luftfahrt können die Chancen jedoch deutlich höher liegen.


Fazit

Bayern, Baden-Württemberg und Hessen stehen an der Spitze, wenn es um die Zahl offener Stellen und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften geht. Sie profitieren besonders von der Automobilindustrie, technologischen Branchen und dem Finanzsektor. Bevölkerungsreiche Länder wie Nordrhein-Westfalen bleiben wichtige Zentren mit vielfältigen Jobmöglichkeiten, auch wenn der Konkurrenzdruck teilweise höher ist.

In den übrigen Bundesländern hängt die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen in hohem Maß von industriellen Investitionen, der touristischen Bedeutung sowie von der Entwicklung des Sektors der erneuerbaren Energien ab.

Kurz gesagt, der deutsche Arbeitsmarkt leidet bis 2025 unter einem spürbaren Mangel an qualifizierten Fachkräften in den Bereichen Technologie, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Pflege. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Dienstleistungs- und Tourismusberufen weiterhin hoch. Für Menschen, die in Deutschland arbeiten möchten, ist es entscheidend, die eigenen Qualifikationen mit der wirtschaftlichen Struktur und den Sprachenanforderungen des jeweiligen Bundeslandes abzugleichen. Großstädte und Industrieregionen bieten meist mehr Optionen, allerdings ist dort die Konkurrenz um attraktive Stellen ebenfalls größer.


* Das Autorinnen- und Redaktionsteam dieser Webseite ist bemüht, durch intensive Recherchen und die Auswertung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder einzelne Angaben auf Schätzungen und nicht endgültig gesicherten Daten beruhen. Die in diesem Artikel genannten Informationen sind daher als erste, unverbindliche Orientierung zu verstehen. Für verbindliche und stets aktuelle Auskünfte sollten sich Leserinnen und Leser immer an die zuständigen Behörden und offiziellen Stellen wenden.


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