Alle Betriebsausgaben konsequent erfassen (Betriebsausgaben)
Alle Ausgaben, die in einem direkten Zusammenhang mit deiner selbstständigen Tätigkeit stehen, senken deinen Gewinn – und damit deine Steuerlast. Dazu gehören zum Beispiel:
Software-Abos (z. B. Adobe, Microsoft 365, Buchhaltungsprogramme)
Technik: Computer, Smartphone, Drucker, Scanner
Domain & Webhosting, Serverkosten, Online-Tools
Dienstreisen, Fachmessen, Kundentermine
Fachbücher, Online-Kurse, Lernplattformen
Ein anteiliger Teil der Miete, wenn du im Homeoffice arbeitest
Kleinbetragsrechnungen (Kassenzettel) – teils sogar ohne namentlichen Lieferanten
Wichtig: Originalbelege und Rechnungen immer gut aufbewahren – digital oder in Papierform.
Homeoffice-Pauschale nutzen (Homeoffice-Pauschale)
Wenn du von zu Hause aus arbeitest, kannst du – auch ohne separates Arbeitszimmer – eine Pauschale geltend machen:
6 € pro Homeoffice-Tag
bis zu 210 Tage im Jahr → maximal 1.260 € jährlich
kein eigenes, abschließbares Arbeitszimmer nötig
Für ein ausschließlich beruflich genutztes Arbeitszimmer kommen ggf. noch zusätzliche Abzugsmöglichkeiten hinzu, aber die Voraussetzungen sind streng.
Fahrtkosten von der Steuer absetzen (Fahrtkosten)
Fährst du zu Kund:innen, zu Netzwerktreffen, Messen oder beruflichen Veranstaltungen, sind das betriebliche Fahrten. Du kannst absetzen:
0,30 € pro gefahrenem Kilometer mit deinem privaten Pkw
Tickets für Bahn, Fernbus, Flugzeug
Übernachtungskosten (Hotel, Pension, AirBnB) bei mehrtägigen Reisen
Wichtig: Fahrten gut dokumentieren (Fahrtenbuch, Kalender, Rechnungen).
Fortbildungskosten clever nutzen (Fortbildungskosten)
Alles, was dich beruflich weiterbringt, ist in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar, z. B.:
Seminare, Workshops, Online-Kurse
Teilnahmegebühren für Konferenzen
Fachliteratur, Lernmaterial, Prüfungsgebühren
Anreise- und Übernachtungskosten für Fortbildungen
Bedingung: Die Fortbildung muss einen erkennbaren Bezug zu deinem Beruf oder deinem Geschäft haben.
Gezielte Investitionen zum Jahresende (Abschreibung & GWG)
Wenn dein Gewinn am Jahresende hoch ist, kannst du ihn durch sinnvolle Investitionen senken:
Kauf von Geräten oder Software vor Abschluss des Geschäftsjahres
Anschaffungen über 800 € netto:
müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden (Abschreibung)
Anschaffungen bis 800 € netto:
können oft als geringwertige Wirtschaftsgüter komplett im selben Jahr abgesetzt werden
Wichtig: Nur kaufen, was du wirklich betrieblich brauchst – nicht nur für die Steuer.
Separates Geschäftskonto eröffnen
Ein eigenes Geschäftskonto bringt viele Vorteile:
Übersichtliche Trennung von privaten und betrieblichen Ausgaben
Einfachere Buchhaltung, weniger Chaos bei der Steuer
Besserer Nachweis bei einer eventuellen Betriebsprüfung
Tipp: Nutze ein Konto, auf das alle Geschäftseinnahmen eingehen und von dem alle Betriebsausgaben gezahlt werden.
Pauschalen nutzen, wo möglich (Pauschalen)
Neben der Homeoffice-Pauschale gibt es weitere Pauschalen, die dir Arbeit sparen können, z. B.:
Pauschale für Verwaltungs- und Bürokosten (bei manchen Berufsgruppen üblich, z. B. 20 €/Monat)
Pauschale Regelungen für bestimmte freie Berufe (z. B. Autor:innen, Übersetzer:innen)
Homeoffice-Pauschale wie oben beschrieben
Pauschalen sind praktisch, weil du nicht jede einzelne Klein-Ausgabe belegen musst – aber prüfe, ob sie in deinem Berufsfeld zulässig sind.
Freibeträge & Rücklagen nutzen (Freibeträge & Rücklagen)
Grundfreibetrag: Die ersten 11.604 € (Stand 2025) deines zu versteuernden Einkommens sind steuerfrei.
Kinderfreibetrag: Falls du Kinder hast, kann der Kinderfreibetrag deine Steuer mindern.
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du Rücklagen bilden (z. B. Investitionsabzugsbetrag), um Steuern auf künftige Investitionen in spätere Jahre zu verschieben.
Das hilft, Liquidität zu sichern und Steuern zu glätten.
Steuererklärung fristgerecht abgeben
Wichtige Fristen:
Ohne Steuerberater: in der Regel bis 31. Juli des Folgejahres
Mit Steuerberater: häufig bis Ende Februar des übernächsten Jahres
Wer gar nichts abgibt, riskiert:
Schätzungen durch das Finanzamt (oft zu hoch)
Verspätungszuschläge und ggf. Zinsen
Steuerberater als Investment sehen (Steuerberater)
Ein guter Steuerberater kostet Geld – kann dir aber häufig Hunderte oder Tausende Euro sparen:
Er kennt alle aktuellen Gesetzesänderungen
Er hilft, Gestaltungsspielräume legal zu nutzen
Er sorgt dafür, dass du Fristen einhältst und weniger Stress mit dem Finanzamt hast
Gerade für Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen kann sich ein Steuerberater langfristig deutlich lohnen.
Wichtige Begriffe
| Deutscher Begriff | Bedeutung (kurz) |
|---|---|
| Betriebsausgaben | Betriebliche / geschäftliche Ausgaben |
| Abschreibung | Verteilung der Anschaffungskosten über mehrere Jahre |
| Homeoffice-Pauschale | Pauschaler Betrag für Arbeit im Homeoffice |
| Fahrtkosten | Kosten für berufliche Fahrten |
| Steuerfreibetrag | Einkommensanteil, der steuerfrei bleibt |
| Steuererklärung | Jährliche Erklärung deiner Einkünfte und Kosten beim Finanzamt |
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