Steuern in Fällen der Insolvenz (Insolvenz)

Insolvenz und Steuern in Deutschland: Was passiert mit deinen Steuerschulden?


1. Wer kann in Deutschland Insolvenz anmelden?

Insolvenz (Insolvenzverfahren) können grundsätzlich beantragen:

  • Privatpersonen – über die sogenannte Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz)

  • Unternehmen (Unternehmen) – über die Regelinsolvenz

  • Selbstständige (Selbstständige) – je nach Situation als Verbraucher- oder Regelinsolvenz


2. Was passiert mit Steuerschulden im Insolvenzfall?

2.1 Werden Steuerschulden nach der Insolvenz erlassen?

  • Ja, in vielen Fällen werden Steuerschulden wie „normale“ Forderungen behandelt.

  • Sie können in die allgemeine Restschuldbefreiung einbezogen werden.

  • Aber:

    • Steuerschulden aus Steuerhinterziehung, vorsätzlicher Falschangabe oder Betrug werden in der Regel nicht erlassen.

    • Ebenso können bestimmte strafrechtliche Zinsen oder Geldstrafen bestehen bleiben.


3. Haltung des Finanzamts im Insolvenzverfahren

Punkt Erläuterung
Ist ein Erlass alter Steuerschulden möglich? Ja – das Finanzamt ist im Insolvenzverfahren ein Gläubiger wie andere auch
Hat das Finanzamt Vorrang? Nein, es wird grundsätzlich wie normale Gläubiger behandelt (außer bei Insolvenzstraftaten)
Kann das Finanzamt die Restschuldbefreiung verhindern? Nur, wenn Vorsatz, Steuerhinterziehung oder andere schwere Pflichtverletzungen nachgewiesen werden

4. Wie werden Steuern in den einzelnen Phasen der Insolvenz behandelt?

Phase Steuerliche Behandlung
Vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens Steuerschulden bestehen ganz normal weiter – persönlich oder als Unternehmensverbindlichkeit
Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Die Forderungen (inkl. Steuern) gehen in die Insolvenzmasse ein und werden vom Insolvenzverwalter verwaltet
Während des laufenden Insolvenzverfahrens Der Insolvenzverwalter (oder Treuhänder) ist verpflichtet, für die laufenden Zeiträume Steuererklärungen abzugeben
Nach Abschluss / Restschuldbefreiung Alle alten, nicht privilegierten Steuerschulden werden grundsätzlich erlassen – Ausnahmen: u. a. Steuerhinterziehung, Strafsteuern

5. Was wird in der Insolvenz nicht erlassen?

Art der Forderung Restschuldbefreiung möglich?
„Normale“ alte Steuern (z. B. Einkommensteuer, Umsatzsteuer) Ja, in der Regel
Steuerschulden aus Steuerhinterziehung Nein
Strafzinsen / Geldstrafen steuerstrafrechtlicher Art Nein
Steuern, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstehen Nein, bleiben persönliche Schuld

6. Müssen während der Insolvenz Steuererklärungen abgegeben werden?

Ja.

  • Die Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen entfällt nicht wegen der Insolvenz.

  • Für jede betroffene Steuerart und jedes Jahr müssen weiterhin Erklärungen eingereicht werden.

  • Je nach Verfahrensart geschieht dies durch dich selbst oder durch den Insolvenzverwalter / Treuhänder.


7. Was passiert mit Steuerrückerstattungen (Steuerrückerstattung) in der Insolvenz?

  • Wenn während des Insolvenzverfahrens ein Anspruch auf Steuererstattung entsteht, gilt:

    • Die Erstattung fließt nicht an dich persönlich.

    • Sie wird Bestandteil der Insolvenzmasse.

    • Der Betrag wird zur (teilweisen) Befriedigung der Gläubiger verwendet.


8. Wichtige Begriffe

Deutscher Begriff Arabische Übersetzung
Insolvenz الإفلاس
Restschuldbefreiung الإعفاء من الديون بعد الإفلاس
Insolvenzverwalter الوصي القانوني على أصول المفلس
Finanzamt مكتب الضرائب
Steuerhinterziehung تهرب ضريبي
Insolvenzmasse كتلة أموال الإفلاس

9. Zusammenfassung

  • Alte Steuerschulden werden im Regelfall wie andere Schulden behandelt und können in die Restschuldbefreiung einfließen.

  • Steuern aus Betrug oder Steuerhinterziehung bleiben in der Regel bestehen.

  • Steuererklärungen müssen auch während der Insolvenz weiter abgegeben werden.

  • Steuerrückerstattungen während der Insolvenz fließen in die Insolvenzmasse, nicht auf dein Privatkonto.


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