Schritte zum Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Versicherung und umgekehrt

Schritte für den Wechsel zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) in Deutschland

In Deutschland ist der Wechsel zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) an klare gesetzliche Regeln gebunden. Im Folgenden findest du eine präzise und praxisnahe Anleitung für den Wechsel von der GKV in die PKV und umgekehrt, inklusive wichtiger Voraussetzungen, auf die du achten solltest.


1. Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV)

Wer kann in die PKV wechseln?

In der Regel kommt ein Wechsel in die PKV nur für bestimmte Personengruppen in Betracht:

  • Arbeitnehmer, deren jährliches Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt (69.300 € im Jahr 2025).

  • Selbstständige und Freiberufler (Selbstständige / Freiberufler).

  • Beamtinnen und Beamte (Beamte).

  • Studierende, allerdings in der Regel nur zu Beginn des Studiums.


Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Wechsel in die PKV

1. Prüfung der Voraussetzungen

  • Überprüfe, ob dein Einkommen die gesetzliche Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt
    oder ob du selbstständig, freiberuflich oder verbeamtet bist.

2. Angebote vergleichen

  • Hole mehrere PKV-Angebote ein.

  • Vergleiche:

    • Beitragshöhe

    • Leistungsumfang (z. B. Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Zahnersatz)

    • Bedingungen zu Beitragserhöhungen im Alter

    • Selbstbeteiligung und Wartezeiten

3. Gesundheitsprüfung

  • Die meisten PKV-Unternehmen verlangen einen Gesundheitsfragebogen.

  • Je nach Vorerkrankungen kann:

    • ein Risikozuschlag,

    • Leistungsausschlüsse oder

    • in seltenen Fällen eine Ablehnung erfolgen.

  • Teilweise wird ein zusätzlicher ärztlicher Check-up verlangt.

4. Antrag bei der PKV stellen

  • Reiche den Antrag mit allen Gesundheitsangaben vollständig ein.

  • Die Bearbeitung kann einige Tage bis etwa zwei Wochen dauern.

5. Kündigung der GKV

  • Erst nachdem du eine schriftliche Zusage der PKV (Versicherungsschein / vorläufige Deckungszusage) erhalten hast, kündigst du deine GKV.

  • Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Monate zum Monatsende.

  • Lege deiner GKV den Nachweis über den neuen PKV-Vertrag bei, da in Deutschland Krankenversicherungspflicht besteht.

6. Beginn des PKV-Schutzes

  • Der PKV-Schutz beginnt in der Regel im Anschluss an das Ende der Mitgliedschaft in der GKV, also nach Ablauf der Kündigungsfrist.


Wichtige Hinweise zum Wechsel in die PKV

  • Einmal in der PKV, ist die Rückkehr in die GKV oft sehr schwierig, insbesondere ab 55 Jahren nahezu unmöglich.

  • In der PKV benötigt jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag – anders als in der GKV gibt es keine kostenlose Familienversicherung.

  • Der PKV-Beitrag hängt nicht vom Einkommen, sondern von:

    • Eintrittsalter

    • Gesundheitszustand

    • Leistungsumfang
      ab.


2. Wechsel von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Der Weg zurück in die GKV ist deutlich schwieriger und nur unter bestimmten gesetzlichen Bedingungen möglich.

In welchen Fällen ist eine Rückkehr in die GKV möglich?

1. Unterschreitung der Versicherungspflichtgrenze

  • Wenn du von einem gutverdienenden Angestellten mit Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze zu einem Angestellten mit niedrigerem Einkommen wirst (unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze), tritt wieder Versicherungspflicht in der GKV ein.

  • Dadurch kannst du Mitglied in der GKV werden.

2. Wechsel in eine andere Lebens- oder Erwerbssituation

  • Studierende unter 30 Jahren können sich in vielen Fällen wieder in der GKV versichern.

  • Personen, die Bürgergeld (früher Hartz IV) beziehen, werden in der Regel automatisch in der GKV versichert.

3. Rückkehr aus dem Ausland

  • Wenn du längere Zeit im Ausland warst und dann wieder deinen Wohnsitz in Deutschland begründest, kannst du dich – je nach Erwerbssituation – erneut in der GKV versichern (z. B. als pflichtversicherter Angestellter).

4. Wechsel in ein versicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis

  • Wenn du aus der Selbstständigkeit in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung wechselst und dein Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, kannst du in der GKV pflichtversichert werden.


Schritte für die Rückkehr in die GKV

  1. Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen

    • Kläre, ob eine gesetzliche Versicherungspflicht nach SGB V eintritt (z. B. durch niedrigeres Einkommen oder Bürgergeldbezug).

  2. Aufnahme bei einer GKV beantragen

    • Wähle eine gesetzliche Krankenkasse (z. B. AOK, TK, Barmer) und stelle einen Mitgliedsantrag.

    • Lege Nachweise vor, z. B. Arbeitsvertrag, Einkommensnachweis, Bescheid über Bürgergeld, Meldebescheinigung.

  3. Nachweis der GKV bei der PKV einreichen

    • Sobald du die Mitgliedsbescheinigung der GKV erhalten hast, kannst du deine PKV kündigen.

    • Die PKV verlangt in der Regel einen Nachweis, dass künftig eine andere Krankenversicherung besteht (Versicherungspflicht).

  4. PKV-Vertrag beenden

    • Die Kündigung der PKV erfolgt entsprechend den Vertragsbedingungen, häufig mit einer Frist.

    • In Fällen der gesetzlichen Versicherungspflicht ist die PKV oft zum Zeitpunkt des Eintritts der GKV-Pflicht beendet.


Wann ist die Rückkehr in die GKV praktisch ausgeschlossen?

  • Für Personen über 55 Jahre, die seit Jahren in der PKV sind und nicht mehr versicherungspflichtig werden, ist die Rückkehr in die GKV in der Praxis kaum möglich.

  • Nur äußerst seltene Ausnahmefälle (z. B. besondere Härtefälle mit spezieller Rechtsberatung) können zu einer Rückkehr führen.


Wichtige deutsche Fachbegriffe

Deutsch Arabische Bedeutung
Versicherungswechsel تغيير التأمين
Kündigung الإلغاء / إنهاء العقد
Versicherungspflichtgrenze الحد الإلزامي للتأمين
Beitragsbemessungsgrenze حدّ احتساب الاشتراكات
Rückkehr in die GKV العودة إلى التأمين الصحي العام

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