Programm „Schwimmkurs für Geflüchtete“: Kostenlose Schwimmkurse in den meisten Bundesländern

„Schwimmkurs für Geflüchtete“: Kostenlose Schwimmkurse in den meisten deutschen Bundesländern

Schwimmen gilt in Deutschland als eine grundlegende Lebenskompetenz. Viele Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten haben jedoch – bedingt durch kulturelle Hintergründe oder frühere Lebenserfahrungen – nie schwimmen gelernt. Das erhöht das Risiko, schränkt die Sicherheit ein und kann die Integration erschweren. Aus diesem Grund bieten viele Städte und Bundesländer Programme unter dem Titel „Schwimmkurs für Geflüchtete“ an: kostenlose Schwimmkurse speziell für geflüchtete Erwachsene und Kinder, organisiert von Vereinen, Kommunen und ehrenamtlichen Initiativen.

Warum sind diese Kurse wichtig?

  • Schutz vor dem Ertrinken: Etwa die Hälfte der Geflüchteten kann nicht schwimmen – besonders im Sommer ist das gefährlich (seitenwechsel-berlin.de).

  • Unterstützung der Integration: Die Kurse stärken das Selbstvertrauen und ermöglichen es Geflüchteten, mit ihren Familien an Ausflügen teilzunehmen und öffentliche Orte sicher zu nutzen.

  • Kulturell geschützte Angebote: Spezielle Kurse für Frauen oder für bestimmte kulturelle Gruppen schaffen eine akzeptable und angenehme Lernumgebung.

Wer profitiert – und warum sind die Kurse für verschiedene Gruppen offen?
Die Kurse richten sich unter anderem an:

  • Erwachsene Frauen aus Kontexten, in denen gemeinsames Schwimmen mit Männern nicht möglich ist – z. B. ein Kurs in Weil der Stadt (swr.de).

  • Jugendliche und Erwachsene Geflüchtete, z. B. das Angebot Wasserratten (wasserratten.eu).

  • Gruppen, die sich für Menschen mit LGBTQ+-Bezug und ohne deutschen Hintergrund eignen – wie im Programm Berlin Seitenwechsel.

Beispiele aus Bundesländern und Einrichtungen

  • Wasserratten: Schwimmkurse für Geflüchtete auf Anfrage in Überlingen, für Anfängerinnen/Anfänger und Erwachsene (wasserratten.eu).

  • SWR – Weil der Stadt: Wöchentlicher Frauenkurs (nur weiblich), um kulturelle Hemmungen und Angst zu überwinden.

  • Seitenwechsel Berlin: Kostenlose Kurse für BIPoC, Geflüchtete sowie trans Personen in einem inklusiven Rahmen.

  • DLRG und lokale Initiativen: Bundesländer wie Thüringen bieten „Seepferdchen“-Kurse für Migrantinnen/Migranten z. B. in Jena und Ilmenau an – im Rahmen von Integration durch Sport.

Wie bekommt man einen Kursplatz?

  • Beim lokalen Geflüchtetenzentrum oder beim Jugendamt nach verfügbaren Angeboten fragen.

  • Suchen über:

    • Websites von Sportvereinen und Initiativen (z. B. Wasserratten, Seitenwechsel).

    • Integrationsplattformen „Integration durch Sport“ des DOSB.

    • Bäderbetriebe oder Schwimmschulen.

  • Anmeldung per E-Mail oder Telefon, sobald ein Kurs verfügbar ist.

  • Wöchentliche Teilnahme im Schwimmbad, das im Programm genannt wird (bitte prüfen, ob es ein Frauenkurs oder ein offener Kurs ist).

  • In der Regel kostenlos, manche Kurse verlangen jedoch einen kleinen Beitrag von etwa 1–3 € (wasserratten.eu, insuedthueringen.de, chrismon.de).

Was unterscheidet diese Kurse von normalen Schwimmkursen?

  • Sie verfolgen ein soziales und pädagogisches Ziel und sind nicht gewinnorientiert.

  • Sie sind kulturell und sprachlich an die Bedürfnisse Geflüchteter angepasst.

  • Sie werden häufig von staatlichen und nichtstaatlichen Stellen unterstützt und genießen eine starke gesellschaftliche Rückendeckung.

  • Oft werden notwendige Materialien bereitgestellt (z. B. Badekappen, Hilfsmittel).

Fazit
Die Kurse „Schwimmkurs für Geflüchtete“ sind eine goldene Chance, eine lebensrettende Fähigkeit zu erlernen und gleichzeitig eine neue Integrationskultur aufzubauen. Ob Sie selbst neu in Deutschland sind oder als Teil der Zivilgesellschaft helfen möchten: Diese Initiativen ermöglichen Lernen und soziale Sicherheit – ohne große Kosten oder kulturelle Hürden.

Beginnen Sie mit der Suche beim lokalen Geflüchtetenzentrum oder bei relevanten Vereinen, um den passenden Kurs in Ihrem Bundesland zu finden. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einem sicheren und gut integrierten Alltag in Deutschland.

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