Pläne zur Erweiterung des Münchner Flughafens durch den Bau einer sogenannten „Abschiebestation“ stoßen auf Widerstand zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen. Kritiker warnen davor, dass der Flughafen künftig zu einem zentralen Ort für Abschiebungen in Deutschland und möglicherweise in der gesamten EU werden könnte.
Rund 50 Organisationen, darunter der Bayerische Flüchtlingsrat, der Münchner Flüchtlingsrat, die Vereinigung unabhängiger Flugbegleiter sowie das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“, haben eine Kampagne gestartet. Sie fordern den Münchner Stadtrat auf, sich klar gegen das Projekt zu positionieren.
Die Stadt München ist gemeinsam mit dem Freistaat Bayern und der Bundesregierung Miteigentümerin der Flughafen München GmbH. Der Aufsichtsrat des Unternehmens soll das Projekt demnächst beraten, während die endgültige Entscheidung über die Erweiterung des Flughafengeländes bei der Bayerischen Staatsregierung liegt.
Der Flughafen verfügt bereits über eine Einrichtung zur Durchreise und Abschiebehaft im Terminal 1. Das neue Projekt sieht jedoch eine größere Station vor, die bis zu 100 Personen täglich aufnehmen könnte. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Durchschnitt bei etwa neun Personen pro Tag.
Die neue Einrichtung soll insbesondere abgelehnte Asylbewerber oder Personen mit strafrechtlichen Urteilen betreffen und von der Bundespolizei betrieben werden. Der Baubeginn ist für Juni 2026 geplant, die Fertigstellung bis Ende 2027.
Quellen – Agenturen