Das Thema eines möglichen Ölgeschäfts mit Iran gewinnt in westlichen diplomatischen Kreisen zunehmend an Bedeutung. Laut einem Bericht des Magazins Foreign Policy könnte eine solche Vereinbarung den Weg zu einem neuen Nuklearabkommen zwischen Washington und Teheran ebnen – ähnlich dem Modell, das zuvor mit Venezuela erprobt wurde.
Die Idee sieht vor, dass die Regierung von Donald Trump politisch nicht in der Lage ist, Sanktionen gegen Iran direkt zu lockern. Stattdessen könnte sie einen Mechanismus anbieten, der es erlaubt, Öleinnahmen über von den USA überwachte Finanzkanäle in einem Drittstaat zugänglich zu machen.
Dieses Modell würde Iran begrenzte Liquidität und wirtschaftliche Stabilität verschaffen, ohne die Sanktionen aufzuheben, jedoch unter indirekter amerikanischer Kontrolle. Der Artikel argumentiert, dass die Sanktionen die iranische Politik bereits verändert hätten und dass dieser Ansatz weniger kostspielig sei als ein Fortbestehen der Krise.
Unterdessen betonte Sanam Vakil, Direktorin des Nahost- und Nordafrika-Programms bei Chatham House in London, in einem Beitrag für die Financial Times, dass die Chancen für Diplomatie in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran in Oman gering seien, da ein Abkommen erhebliche Zugeständnisse von Iran erfordere.
Vakil erklärte, das iranische Regime bleibe aufgrund der Sicherheitskontrolle durch die Revolutionsgarden stabil, und ein Zusammenbruch sei selbst bei Angriffen auf die Führung unwahrscheinlich. Die Opposition im Land sei organisatorisch schwach, während die iranische Diaspora gespalten bleibe.
Parallel berichtete die Zeitung Haaretz exklusiv, dass Israel das iranische Nuklearprogramm derzeit nicht mehr als oberste Priorität betrachte, sondern sich auf Teherans Langstreckenraketen konzentriere.
Generalstabschef Eyal Zamir habe das Thema direkt mit US-Militärvertretern in Washington angesprochen. Er machte deutlich, dass Zugeständnisse der USA bei den iranischen Raketen für Israel eine rote Linie darstellen. Dies habe US-Außenminister Marco Rubio veranlasst, die Raketenfrage als zentrale Priorität in den Verhandlungen mit Iran einzustufen, so die Zeitung.
Quellen – Agenturen