Der deutsche Auslandsgeheimdienst (BND) hat davor gewarnt, dass Russland deutlich mehr Geld für sein Militär ausgibt als offiziell angegeben.
Laut einer Analyse der russischen Haushaltsdaten lagen die Militärausgaben in den Jahren 2022 und 2023 rund 66 Prozent über den veröffentlichten Zahlen.
Dies sei ein „konkreter Ausdruck der wachsenden Bedrohung, die Russland für Europa darstellt“.
Der BND betonte, dass Russland die Definition von Verteidigungsausgaben anders auslegt als die NATO, da Moskau etwa Sozialleistungen für Soldaten, militärische Bauprojekte und IT-Vorhaben nicht einbezieht.
Unter Berücksichtigung dieser „versteckten“ Posten belaufen sich die tatsächlichen Militärausgaben Russlands im Jahr 2024 auf 202 Milliarden Euro statt der offiziell genannten 140 Milliarden.
Im ersten Quartal 2025 stiegen die Ausgaben auf 163 Milliarden Euro, während die offiziellen Angaben nur 118 Milliarden Euro ausweisen.
Insgesamt machen die Militärausgaben 2025 etwa zehn Prozent der russischen Wirtschaftsleistung und die Hälfte des gesamten Staatshaushalts aus.
Der BND erklärte, dass diese Mittel nicht nur für den Krieg gegen die Ukraine eingesetzt würden, sondern auch für den Ausbau militärischer Fähigkeiten, insbesondere entlang der östlichen Flanke der NATO.
Bereits im Oktober hatte BND-Präsident Martin Jäger vor dem Bundestag betont, Russland wolle seinen Einfluss nach Westen ausdehnen.
Er warnte, dass Moskau im Zweifel auch eine direkte militärische Konfrontation mit der NATO eingehen würde.
Bundeskanzler Friedrich Merz warf Russland zudem Cyberangriffe, Spionage und Sabotageakte gegen Deutschland und andere europäische Staaten vor.
Quellen – Agenturen