Putin-Drohungen und Trumps Kurswechsel: Deutschland denkt über nukleare Schutzoptionen nach


Putin-Drohungen und Trumps Kurswechsel: Deutschland denkt über nukleare Schutzoptionen nach

 

Angesichts der unberechenbaren Politik von US-Präsident Donald Trump und der Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter eine Debatte über mögliche nukleare Optionen für Deutschlands Sicherheit angestoßen.

Deutschland ist im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien keine Atommacht, verfügt jedoch über Kampfflugzeuge, die im Verteidigungsfall mit in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen bestückt werden könnten. Kiesewetter schlug in der Süddeutschen Zeitung vor, dass Deutschland finanziell an einer europäischen Nuklearstrategie beteiligt sein könnte, ohne selbst die Führung zu übernehmen. Experten schätzen die Entwicklungszeit auf fünf Jahre, er selbst hält zehn Jahre für realistischer.

Mit Blick auf die Möglichkeit, dass Marine Le Pen in Frankreich an die Macht kommen könnte, warnte Kiesewetter davor, sich ausschließlich auf Frankreich zu verlassen. Er verwies auf den „Zwei-plus-Vier-Vertrag“, der Deutschland die Entwicklung eigener Atomwaffen untersagt, aber eine Beteiligung an gemeinsamen Projekten mit anderen Staaten nicht ausschließt.

„Planung bedeutet auch, unwahrscheinliche, aber gefährliche Szenarien mitzudenken“, sagte Kiesewetter. Deutschland müsse Bündnisse eingehen, finanzielle Beiträge leisten und gegebenenfalls Waffen stationieren, dürfe sie jedoch nicht eigenständig produzieren oder einsetzen.

Quellen - Agenturen

 

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