Notfallbehandlung für Touristen in Deutschland ohne Versicherung
Wie werden die Kosten berechnet? Welche Rechte gibt es? Und wer bezahlt die Rechnung?
Ein Tourist, der während seines Aufenthalts in Deutschland einen medizinischen Notfall erleidet, kann sofort ins Krankenhaus gebracht werden – auch wenn keine deutsche oder internationale Krankenversicherung gültig ist. Dann stellen sich dringende Fragen: Wer übernimmt die Behandlungskosten? Wie wird die Rechnung berechnet? Und darf eine Behandlung abgelehnt werden?
In diesem Artikel erklären wir umfassend die Notfallbehandlung für Touristen ohne Versicherung, die Berechnungslogik der Kosten und geben anschauliche Beispiele.
Wird ein Tourist ohne Versicherung behandelt?
Ja. Nach § 323c StGB gilt das Leisten von Hilfe in Notfällen als gesetzliche Pflicht. Deshalb gilt:
Ein Krankenhaus oder Arzt darf einen Patienten in einem akuten Notfall nicht abweisen.
Erst wird behandelt, die Frage der Zahlung kommt danach.
✔️ Das gilt z. B. für Unfälle, starke akute Schmerzen, Anfälle, Blutungen oder eine plötzliche Verschlechterung einer chronischen Erkrankung.
Wer trägt die Kosten?
Wenn keine Krankenversicherung (egal welcher Art) vorhanden ist:
Die Rechnung wird direkt auf den Namen des Patienten ausgestellt.
Die Kosten müssen bar bezahlt oder später aus dem Ausland überwiesen werden.
Der deutsche Staat übernimmt Behandlungskosten nur in Sonderfällen (z. B. Asyl oder Schutzstatus).
Wie werden die täglichen Behandlungskosten berechnet?
Die Kosten werden häufig nach festen Abrechnungsmodellen berechnet, unter anderem:
DRG – Diagnosis Related Groups
oder in bestimmten Notfall-/ärztlichen Konstellationen nach:
GOÄ – Gebührenordnung für Ärzte (Abrechnung für Privatpatienten)
Was umfasst die Rechnung?
| Posten | Geschätzte Kosten (pro Tag) |
|---|---|
| Bett im Mehrbett-/Normalzimmer | 150–300 € |
| Ärztliche/Pflegerische Versorgung | 100–250 € |
| Untersuchungen/Röntgen/CT | 50–300 € pro Untersuchung |
| Medikamente und Therapie | 50–200 € je nach Fall |
| Operationen | ab 1.000 € bis 10.000 €+ |
Praxisbeispiel:
Ein Tourist mit Blinddarmentzündung wird notfallmäßig aufgenommen und bleibt 2 Tage im Krankenhaus:
| Posten | Betrag (ca.) |
|---|---|
| Aufnahme und Untersuchungen | 450 € |
| Operation | 2.500 € |
| Aufenthalt (2 Tage) | 500 € |
| Medikamente und Nachsorge | 200 € |
| Gesamt | ≈ 3.650 € |
Kann man über den Preis verhandeln?
Ja, in manchen Fällen ist Folgendes möglich:
Kontakt mit der Abrechnungsstelle (Abrechnungsstelle)
Antrag auf Ratenzahlung (Ratenzahlung)
Antrag auf teilweisen Erlass aus humanitären Gründen, insbesondere bei kirchlichen oder gemeinnützigen Krankenhäusern
Gibt es eine offizielle Rechnung?
Ja. Das Krankenhaus oder die Praxis stellt eine detaillierte Rechnung (Rechnung) aus, mit:
Name und Nationalität des Patienten
Datum und Ort der Behandlung
Auflistung aller Kostenpositionen
Zahlungsinformationen (IBAN, Frist/Termin)
Wie kann man diese Kosten im Voraus vermeiden?
Die beste Vorsorge gegen hohe Rechnungen ist:
Abschluss einer Reisekrankenversicherung / Incoming-Versicherung vor der Einreise
Die täglichen Kosten liegen oft bei 1–2 € und decken Notfälle ab
Viele Botschaften verlangen diese Versicherung für das Visum, sie ist jedoch in manchen Fällen nicht zwingend (z. B. visumfreie Einreise)
Was passiert, wenn die Rechnung nicht bezahlt wird?
| Situation | Mögliche Folgen |
|---|---|
| Nichtzahlung nach Rückkehr ins Heimatland | Übergabe an ein Inkassounternehmen (auch international) möglich |
| Vorsätzliche Zahlungsverweigerung | Eintrag/Probleme im deutschen Finanz-/Bonitätssystem möglich |
| Zukünftige Einreise nach Deutschland | Ausgleich kann vor einer neuen Einreise verlangt werden |
Schnelle Zusammenfassung
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Behandlung trotz fehlender Versicherung? | Ja, nur bei Notfällen |
| Werden die Kosten direkt berechnet? | Ja, nach speziellen Abrechnungsregeln |
| Wer bezahlt? | Der Patient (oder eine bevollmächtigte Person) |
| Ratenzahlung möglich? | Manchmal, je nach Krankenhaus |
| Versicherung vorher empfohlen? | Sehr, um hohe Summen zu vermeiden |
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