Neonatologische Intensivversorgung: Wie wird ein Transportinkubator per Luft sicher verlegt?

Neonatologische Intensivversorgung in Deutschland: Wie wird ein Transportinkubator sicher per Luft verlegt?

In Fällen von Frühgeburten oder kritischen Notfällen bei Säuglingen kann der Bedarf an einer spezialisierten neonatologischen Intensivstation (Neonatologische Intensivstation) dringend und akut sein. Unter solchen Umständen wird der Lufttransport im Inkubator als lebensrettende Maßnahme eingesetzt – sowohl innerhalb Deutschlands als auch aus dem Ausland.

Was ist „Lufttransport im Inkubator“?
Dabei wird ein Neugeborenes per Flug in einem speziellen mobilen Transportinkubator verlegt. Dieser ist mit Wärmesystem, vitaler Überwachung und Beatmungsanschlüssen ausgestattet – wie eine Mini-Intensivstation. Der Inkubator wird in einem Ambulanzflugzeug oder einem entsprechend ausgerüsteten Rettungshubschrauber transportiert.

Wann ist ein Lufttransport im Inkubator erforderlich?

  • Geburt in einem Krankenhaus ohne spezialisierte Neonatologie

  • Bedarf an einer dringenden Operation, die im ersten Zentrum nicht verfügbar ist

  • Verlegung aus dem Ausland nach Deutschland zur intensivmedizinischen Behandlung

  • Angeborene Herzfehler oder schweres Atemversagen

  • Seltene genetische Syndrome, die eine hochpräzise Diagnostik erfordern

Bestandteile des Luft-Transportinkubators
Der Transportinkubator wird im Fluggerät fixiert und enthält:

Komponente Funktion
Wärmesystem Stabilisierung der Körpertemperatur (36,5–37,5°C)
Beatmungsgerät Unterstützung für Säuglinge ohne ausreichende Spontanatmung
Herz-/Sauerstoffmonitoring EKG und Messung der Sauerstoffsättigung SpO₂
Sondenernährung / Infusionen je nach Zustand des Kindes
Ersatzbatterien damit Geräte während des Flugs nicht ausfallen

Begleitendes Team
Ein Transport erfolgt nur mit einem spezialisierten Team, bestehend aus:

  • Neonatologe (pädiatrische Intensivmedizin)

  • Intensivpflegekraft für Neugeborene

  • Rettungsassistent Luftrettung

  • in manchen Fällen: Kinderanästhesist

Internationale Freigaben und Vorbereitung
Bei Verlegungen aus dem Ausland müssen in der Regel vorbereitet werden:

  • aktueller medizinischer Bericht des verlegenden Krankenhauses

  • Bestätigung des aufnehmenden deutschen Krankenhauses über einen freien Platz

  • Transportprotokoll (medizinischer Transportplan)

  • Medical Clearance Certificate (Flugtauglichkeitsfreigabe)

  • Koordination mit Zoll- und Einwanderungsbehörden (Medikamente, Team, Ausrüstung)

Luftambulanz-Anbieter
Zu den bekannten Anbietern in Deutschland zählen:

  • DRF Luftrettung

  • FAI Air Ambulance

  • Luftfahrtgesellschaft Tyrol (Tyrol Air Ambulance)

  • Quick Air Jet Charter

  • ADAC Ambulance Service
    Alle arbeiten nach EU-Standards und bieten internationale Leistungen an.

Kosten und Versicherung
Ein Lufttransport im Inkubator gehört zu den teuersten medizinischen Transportarten und kann bei internationalen Flügen über 20.000 Euro kosten. Wichtig ist daher:

  • eine internationale Krankenversicherung, die diese Transportart abdeckt

  • oder eine Vorauszahlung (Vorauszahlung) vor dem Flug

  • in einigen Fällen teilweise Kostenübernahme über bilaterale Abkommen oder humanitäre Hilfen

Dürfen Eltern das Kind begleiten?
In seltenen Fällen und abhängig von der Kapazität des Fluggeräts darf ein Elternteil mitfliegen. Vorrang haben jedoch stets medizinisches Team und Ausrüstung. Falls kein Platz verfügbar ist, werden die Eltern meist auf einem separaten Flug parallel koordiniert.

Fazit
Der Lufttransport von Neugeborenen im Inkubator ist ein hochentwickeltes Verfahren mit hohem technischem Anspruch und präziser Koordination. Gleichzeitig zählt es zu den stärksten Elementen des deutschen Systems bei internationalen Notfällen: eine integrierte Rettungskette, die am Krankenhaustor beginnt und in der neonatologischen Intensivversorgung endet.


Unser Autor:innen- und Redaktionsteam bemüht sich um korrekte Informationen durch intensive Recherche und die Sichtung mehrerer Quellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unbestätigt sein. Bitte verstehen Sie die Informationen als erste Orientierung und wenden Sie sich für gesicherte Auskünfte stets an die zuständigen Stellen.


Teilen: