Humanitärer Aufenthalt durch Anerkennung einer Hochrisikoschwangerschaft

Humanitärer Aufenthalt in Deutschland aufgrund einer anerkannten schwerwiegenden gesundheitlichen Gefährdung

Wie man eine medizinische Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen wegen eines kritischen Gesundheitszustands erhält

Der humanitäre Aufenthalt aus gesundheitlichen Gründen gehört zu den wichtigsten Aufenthaltsformen, die das deutsche Recht Personen gewährt, die an schweren Erkrankungen leiden – wenn eine Abschiebung in das Herkunftsland unmenschlich wäre oder eine Gefahr für das Leben darstellen könnte.
Diese Art des Aufenthalts wird rechtlich häufig als „Aufenthalt aus humanitären Gründen aufgrund einer schweren Erkrankung“ bezeichnet und stützt sich im Wesentlichen auf § 25 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz (AufenthG).

In diesem Artikel erläutern wir die Voraussetzungen, das Verfahren und die Rechte, die mit einem humanitären Aufenthalt aufgrund eines kritischen Gesundheitszustands verbunden sind.

Was ist ein humanitärer Aufenthalt aufgrund einer schwerwiegenden gesundheitlichen Gefährdung?

Es handelt sich um eine Aufenthaltserlaubnis für Personen, die:

  • an einer chronischen oder akuten Erkrankung leiden, die eine fortlaufende, spezialisierte medizinische Behandlung in Deutschland erfordert,

  • im Herkunftsland keine ausreichende oder geeignete Behandlung erhalten können,

  • und bei denen eine Abschiebung ein reales Risiko für die Gesundheit oder das Leben darstellen würde.

Grundlegende rechtliche Voraussetzungen

1. Anerkannte medizinische Diagnose
Ein ausführlicher medizinischer Bericht eines Facharztes oder eines anerkannten Krankenhauses in Deutschland, der Art der Erkrankung, Schweregrad, erforderliche Behandlungsdauer und das Fehlen vergleichbarer Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland darlegt.

2. Unmöglichkeit der Behandlung im Herkunftsland
Nachweis, dass das Herkunftsland die notwendige Behandlung nicht anbietet oder dass bei Rückkehr erhebliche gesundheitliche Risiken bestehen.

3. Vorheriger legaler Aufenthalt
Häufig wird verlangt, dass der Antragsteller einen aktuellen legalen Aufenthalt hat oder ein früherer Asylantrag nicht endgültig abgelehnt wurde.

4. Keine anderen rechtlichen Alternativen
In der Regel müssen alle anderen rechtlichen Wege ausgeschöpft sein (z. B. politisches Asyl oder subsidiärer Schutz), bevor diese Aufenthaltsform beantragt wird.

Antragsverfahren

  • Antragstellung bei der Ausländerbehörde am Wohnort.

  • Einreichen medizinischer Berichte und Bescheinigungen spezialisierter Krankenhäuser.

  • Die Behörde kann zusätzliche Untersuchungen oder eine unabhängige medizinische Begutachtung verlangen.

  • Der Antrag wird durch das BAMF in Zusammenarbeit mit zuständigen Gesundheitsstellen bewertet.

  • Erteilung einer humanitären Aufenthaltserlaubnis, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Rechte, die ein medizinischer humanitärer Aufenthalt gewährt

  • Befristete Aufenthaltserlaubnis, in der Regel ein Jahr oder länger, je nach Fall.

  • Arbeitserlaubnis oder Berufsausbildung ist häufig möglich.

  • Umfassender Krankenversicherungsschutz während der Aufenthaltsdauer.

  • Möglichkeit der Verlängerung, solange der Gesundheitszustand fortbesteht.

  • Familiennachzug in bestimmten Fällen.

Kann der Antrag abgelehnt werden?

Ja, eine Ablehnung ist möglich, wenn:

  • die medizinischen Nachweise nicht ausreichend sind,

  • eine Behandlung im Herkunftsland oder in einem nahegelegenen Drittstaat verfügbar ist,

  • sicherheits- oder strafrechtliche Gründe vorliegen, die eine Erteilung verhindern,

  • oder andere Gründe der öffentlichen Ordnung entgegenstehen.

Wichtige Tipps

  • Ziehen Sie einen auf Migrations- und Asylrecht spezialisierten Anwalt hinzu, um einen starken Antrag zu stellen.

  • Sammeln Sie alle medizinischen Unterlagen detailliert und präzise.

  • Kontaktieren Sie Beratungsstellen und Organisationen zur Unterstützung von Geflüchteten für soziale und medizinische Hilfe.

  • Seien Sie gegenüber Behörden ehrlich und transparent und halten Sie den Kontakt kontinuierlich aufrecht.

Fazit

Ein humanitärer Aufenthalt aufgrund einer anerkannten schwerwiegenden gesundheitlichen Gefährdung ist eine wichtige rechtliche Option, die die gesundheitlichen und humanitären Rechte von Patientinnen und Patienten schützt, deren Abschiebung ihr Leben gefährden würde.
Mit korrekter medizinischer Dokumentation und einem sauberen rechtlichen Verfahren kann diese Aufenthaltserlaubnis den Verbleib in Deutschland sichern und die notwendige Behandlung ermöglichen.

— Das Team der Autorinnen/Autoren und Redakteurinnen/Redakteure der Website bemüht sich um genaue Informationen durch intensive Recherche und die Nutzung mehrerer Quellen. Dennoch können Fehler auftreten oder nicht endgültig bestätigte Angaben enthalten sein. Bitte betrachten Sie die Inhalte als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche Auskünfte stets an die zuständigen Stellen.


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