Verstoß: Auf einem öffentlichen Ladekabel parken und den Strom unterbrechen – ein teurer Fehler im Zeitalter der E-Autos
Mit der wachsenden Zahl von E-Autos und öffentlichen Ladesäulen in Deutschland nehmen auch Fälle von unverantwortlichem Verhalten zu – zum Beispiel:
Das Parken auf einem Ladekabel, das mit einem anderen Fahrzeug verbunden ist, wodurch der Strom unterbrochen oder der Ladevorgang gestört wird.
Dieses Verhalten ist nicht nur rücksichtslos, sondern wird in einigen Bundesländern rechtlich als gezielter Eingriff in eine öffentliche Infrastruktur eingestuft – mit sofortigen Bußgeldern und in manchen Fällen sogar mit rechtlichen Konsequenzen.
Was passiert, wenn man auf einem Ladekabel steht?
Wenn ein Fahrzeug auf einem angeschlossenen Kabel steht:
Der Stromfluss zum ladenden E-Auto wird unterbrochen
Es kann zu mechanischen Schäden am teuren Kabel kommen
Es gilt als direkte Behinderung der Ladeinfrastruktur
In manchen Fällen wird das Verhalten durch Kameras an smarten Ladestationen automatisch erfasst
Welche Strafe ist rechtlich zu erwarten?
| Art des Verstoßes | Bußgeld | Punkte in Flensburg | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Parken auf einem Ladeplatz ohne tatsächliches Laden | 55–70 € | Nein | Kann bei Wiederholung höher ausfallen |
| Parken auf einem aktiven Ladekabel und Unterbrechung des Stroms für ein anderes Fahrzeug | 75–100 € | 1 Punkt | Wenn eine Dienst-/Ladeunterbrechung verursacht wird |
| Schaden am Kabel oder an der Station verursachen | Bis zu 300 € | 1–2 Punkte | + vollständiger Schadensersatz |
| Wiederholung mit nachgewiesenem Vorsatz | Mögliche Zivilklage | — | Abschleppen kann durch die Kommune veranlasst werden |
Fälle aus der Praxis
Im Frühjahr 2024 stoppte die Polizei in Frankfurt ein konventionelles Auto, das auf einem aktiven Ladekabel stand.
Was passierte:
Der Strom für ein E-Taxi wurde während der Schicht unterbrochen
Die Ladebuchse wurde beschädigt
Gegen den Fahrer: 90 € Bußgeld + 280 € Schadenersatz für den Fahrzeughalter
Der Vorfall wurde über die Kamera der Ladestation erfasst und automatisch an die Kommune übermittelt
Worauf sollte man achten?
Ladeplätze nur nutzen, wenn man tatsächlich lädt (oft ist eine Karte/Anzeige erforderlich)
Nicht über ein Kabel fahren – auch nicht „nur kurz“
Für kurzes Parken ausschließlich normale Parkplätze nutzen
Im Notfall prüfen, ob das Kabel gefaltet oder geschützt ist, bevor man bewegt
Fazit
Im Zeitalter sauberer Energie sind öffentliche Ladestationen Teil einer sensiblen Infrastruktur – ähnlich wie Gasleitungen oder Internetkabel.
Jeder unbedachte Eingriff, etwa das Parken auf einem aktiven Ladekabel, gefährdet die Sicherheit, behindert andere und hat klare Folgen.
Ein Ladekabel zu respektieren heißt, ein ganzes System smarter und verantwortungsvoller Mobilität zu respektieren.
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