Fahren mit einem im Internet gefälschten Führerschein – betrügerische Verkehrsdelikte

Verwendung eines gefälschten Führerscheins in Deutschland: zwei schwere Straftaten mit harten Folgen

Die Nutzung eines gefälschten Führerscheins – egal ob optisch „täuschend echt“, digital/online oder als Ausdruck – ist in Deutschland keine einfache Ordnungswidrigkeit, sondern fällt in der Regel unter zwei schwere Straftatbestände, die zu hohen Geldstrafen und/oder Freiheitsstrafe, Führerscheinentzug und dauerhaften Einträgen im Strafregister führen können.

1. Straftat: Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG)
Das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis oder mit einem gefälschten Führerschein gilt als Straftat nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG).
Die Strafe kann eine hohe Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr sein (se-legal.de).

Typische Beispiele, die immer wieder in der deutschen Presse auftauchen:

  • Anhaltung eines Fahrers mit gefälschtem (z. B. spanischem) Führerschein – es wurde wegen „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ und „Urkundenfälschung“ ermittelt (bild.de).

  • Ein weiterer Fall aus Bad Krefeld, in dem ein Fahrer unter Drogeneinfluss mit gefälschtem Führerschein unterwegs war.

2. Straftat: Urkundenfälschung (§ 267 StGB)
Der Besitz oder die Verwendung eines gefälschten Führerscheins fällt unter den Straftatbestand der Urkundenfälschung nach § 267 StGB.
Hier droht im Extremfall eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren.

Wichtig:
Schon der Versuch, einen gefälschten Führerschein zu bekommen oder ihn gegenüber Behörden vorzuzeigen, auch ohne unmittelbar damit zu fahren, kann als Straftat gewertet werden.

3. Mögliche zusätzliche Folgen

  • Vorläufiger oder endgültiger Entzug der Fahrerlaubnis und Sperrfrist für den Erwerb einer neuen deutschen Fahrerlaubnis (oft mindestens 6–13 Monate).

  • Ein Eintrag im Strafregister (Vorstrafe), wenn die Strafe mehr als 90 Tagessätze Geldstrafe oder eine echte Freiheitsstrafe umfasst.

  • Weitere strafrechtliche Verfahren, zusätzliche Punkte im Fahreignungsregister und mögliche Einschränkungen beim Erhalt anderer offizieller Dokumente.

Was tun, wenn die Polizei dich mit einem gefälschten Führerschein anhält?

  • Leugne nicht, dass du den Führerschein benutzt hast – du hast ihn bewusst verwendet, also sei ehrlich und kooperiere.

  • Suche dir sofort einen Anwalt, idealerweise einen Fachanwalt für Verkehrsrecht / Strafrecht.

  • Fahre nicht weiter, bis die Angelegenheit geklärt ist – akzeptiere die Konsequenzen, bezahle gegebenenfalls die Strafe und begleite das Strafverfahren realistisch.

  • Flucht, erneute Fälschung oder weitere Lügen verschlimmern die Situation nur und können zu deutlich härteren Strafen führen.

Wenn du überlegst, eine deutsche Fahrerlaubnis legal zu bekommen:

  • Starte von vorne: melde dich zur theoretischen und praktischen Prüfung an – eine erneute „Lösung“ über Fälschungen ist in Deutschland chancenlos und illegal.

  • Beachte: Mit belasteter Vorgeschichte kann die Behörde eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) verlangen, und die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis sich um ein Jahr oder länger verzögern (de.wikipedia.org).

Fazit

  • Die Nutzung eines gefälschten Führerscheins in Deutschland bedeutet in der Regel zwei überlappende Straftaten:
    = Urkundenfälschung + Fahren ohne Fahrerlaubnis.

  • Es drohen Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder sehr hohe Geldstrafen – dazu langfristige rechtliche Folgen und der Verlust wichtiger Zukunftschancen.

  • Nimm das nicht auf die leichte Schulter: Auch wenn es wie ein „kleiner Schummel“ wirkt, kann es dein Leben für mehrere Jahre massiv beeinträchtigen.

Das Redaktionsteam dieser Webseite ist bemüht, alle Informationen sorgfältig zu recherchieren und mehrere Quellen heranzuziehen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig oder nicht endgültig gesichert sein. Bitte betrachten Sie die Informationen in diesem Beitrag als erste Orientierung und wenden Sie sich im Zweifel immer an die zuständigen Behörden, um verbindliche Auskünfte zu erhalten.


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