Alles, was Sie über die Freilassung eines Festgenommenen – mit oder ohne Kaution – wissen müssen

Alles, was Sie über die Freilassung eines Festgenommenen – mit oder ohne Kaution – in Deutschland wissen müssen

Die Freilassung eines festgenommenen oder inhaftierten Beschuldigten – mit Kaution oder ohne Kaution – ist ein wichtiger Schritt im deutschen Strafverfahren. Dabei geht es um das ausgewogene Verhältnis zwischen den Rechten der beschuldigten Person und der Sicherstellung, dass die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren fair und wirksam durchgeführt werden können.

In diesem Artikel erklären wir ausführlich, wann und wie eine Freilassung möglich ist, welche Voraussetzungen für eine Kaution gelten und welche rechtlichen Rechte mit diesem Verfahren verbunden sind.

Was bedeutet die Freilassung eines Festgenommenen?
Das bedeutet, dass die festgenommene Person vorübergehend in Freiheit gesetzt wird, während die Ermittlungen oder das Gerichtsverfahren weiterlaufen.

Die Freilassung kann gegen Kaution erfolgen, also mit einer finanziellen Sicherheit oder einer bestimmten Verpflichtung.

Oder sie kann ohne Kaution erfolgen – auf Grundlage einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts.

Wann ist eine Freilassung ohne Kaution möglich?

  • Wenn kein Fluchtrisiko besteht.

  • Wenn keine starken Beweise für eine Beteiligung vorliegen.

  • Wenn keine Gefahr besteht, dass Zeugen beeinflusst oder Ermittlungen behindert werden.

  • Bei leichteren Delikten oder in Fällen, die die öffentliche Sicherheit nicht wesentlich gefährden.

Was ist eine Kaution (Bürgschaft/Sicherheitsleistung)?
Eine Kaution ist eine finanzielle Absicherung, die der Beschuldigte selbst oder eine dritte Person (z. B. ein Angehöriger) leistet, um das Erscheinen vor Gericht sicherzustellen und eine Flucht zu verhindern.

Sie kann als Geldbetrag oder als Bankbürgschaft gestellt werden.

Die Höhe wird vom Gericht unter Berücksichtigung der Schwere der Tat und der persönlichen Umstände festgelegt.

Ablauf: Antrag und Entscheidung über die Kaution

  • Antrag stellen: Der Beschuldigte oder seine Anwältin/sein Anwalt stellt einen Antrag beim zuständigen Gericht.

  • Prüfung: Das Gericht prüft die Umstände des Falls, die Schwere der Tat und den bisherigen Hintergrund des Beschuldigten.

  • Entscheidung: Entweder wird der Antrag bewilligt und die Höhe der Kaution festgesetzt oder er wird wegen bestehender Risiken abgelehnt.

  • Kaution leisten: Bei Zustimmung muss die festgelegte Summe gezahlt bzw. die Sicherheit gestellt werden, damit die Person freikommt.

Was passiert nach der Freilassung?
Der Beschuldigte bleibt verpflichtet, zu Gerichtsterminen zu erscheinen.

In manchen Fällen können zusätzliche Bedingungen auferlegt werden, z. B. Meldeauflagen, Reiseverbot oder ein Kontaktverbot zu bestimmten Personen.

Bei Verstößen können die Auflagen verschärft werden, die Sicherheit kann verfallen und es kann zu einer erneuten Inhaftierung kommen.

Wann lehnt das Gericht eine Freilassung ab?

  • Wenn ein Fluchtrisiko besteht oder der Ablauf der Ermittlungen gefährdet ist.

  • Bei schweren Straftaten, die eine weitere Inhaftierung erforderlich machen.

  • Wenn der Beschuldigte bereits früher gegen Bedingungen einer Freilassung verstoßen hat.

Rechte des Beschuldigten während der Freilassung

  • Recht auf vollständige rechtliche Vertretung.

  • Recht, gegen Bedingungen der Freilassung Einspruch einzulegen.

  • Möglichkeit, später eine Änderung der Auflagen oder eine Aufhebung der Kaution zu beantragen.

Tipps für Beschuldigte und ihre Familien

  • Wenden Sie sich an eine/n spezialisierte/n Strafverteidiger/in, um wirksam vertreten zu werden.

  • Halten Sie alle Auflagen strikt ein, um eine erneute Festnahme zu vermeiden.

  • Verfolgen Sie den Stand des Verfahrens regelmäßig.

Fazit
Die Freilassung eines Beschuldigten – mit oder ohne Kaution – ist ein ausgewogener rechtlicher Mechanismus, der die Rechte der Betroffenen schützt und gleichzeitig den ordnungsgemäßen Ablauf der Justiz sicherstellt.

Wer diese Verfahren und Bedingungen kennt, kann als Beschuldigter oder Angehöriger besser entscheiden und in dieser sensiblen Phase bewusst handeln.


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