Weiterbildung über Erasmus+ für Fachkräfte: Kurzfristige internationale Trainingsmöglichkeiten
Was ist Erasmus+ für Fachkräfte?
Das Programm Erasmus+ ist nicht nur für Studierende gedacht, sondern umfasst auch Fachkräfte, Trainerinnen und Trainer sowie Personen mit Berufserfahrung. Es bietet vollständig finanzierte Möglichkeiten, Kompetenzen zu entwickeln und praktische Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zu sammeln – durch kurzfristige Trainings oder professionellen Erfahrungsaustausch.
Grundlegende Ziele
Stärkung beruflicher Kompetenzen (Hard Skills und Soft Skills)
Förderung von lebenslangem Lernen
Austausch von Erfahrungen und Good Practices zwischen Ländern
Unterstützung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gleichstellung in der europäischen Arbeitswelt
Welche Aktivitäten sind verfügbar?
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
| Job Shadowing | Beobachten und Lernen von einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter oder einer Trainerperson in einem anderen Land |
| Praktikum / Training | Kurzfristiges praktisches Training (5 Tage bis 2 Monate) |
| Kursbesuch | Teilnahme an einem anerkannten spezialisierten Weiterbildungskurs |
| Teaching Assignment | Vorträge halten oder Trainings in einer Partnerinstitution durchführen |
Dauer und Kosten
| Punkt | Details |
|---|---|
| Dauer | 2 Tage bis 2 Monate |
| Länder | Alle Länder der Europäischen Union plus einige Partnerländer |
| Finanzierung | Erasmus+ übernimmt: • Reisekosten • Unterkunft • Kurs- oder Trainingskosten • Tagessätze je nach Land |
Wer kann sich bewerben?
Beschäftigte in:
Einrichtungen der beruflichen Bildung (z. B. Berufsschule)
Unternehmen, die an Ausbildung-Programmen teilnehmen
Einrichtungen der Weiterbildung
Erwachsenenbildung (z. B. Volkshochschule und ähnliche)
Dazu gehören unter anderem:
Trainerinnen/Trainer und Lehrkräfte
Verantwortliche im Personalwesen
Berufsberaterinnen/Berufsberater
Mitarbeitende in kleinen und mittleren Unternehmen
Wie kann man sich bewerben?
Kontakt mit der eigenen Institution (Arbeitgeber oder Bildungsträger)
Die Institution muss in einem Erasmus+-Projekt registriert sein oder mit einer registrierten Institution kooperieren.
Trainingsplan vorbereiten
Ziele festlegen und Kompetenzen definieren, die entwickelt werden sollen.
Vereinbarung mit einer aufnehmenden Institution in einem europäischen Land
Antragstellung bei der nationalen Agentur (z. B. Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB)
Hinweis: Einzelpersonen können in der Regel nicht direkt beantragen, sondern über den Arbeitgeber oder eine Bildungseinrichtung.
Ein reales Beispiel
Eine Mitarbeiterin eines beruflichen Bildungszentrums in Hamburg reiste für 10 Tage nach Finnland, um eine neue Trainingsmethodik im Bereich erneuerbare Energien kennenzulernen. Die Finanzierung erfolgte vollständig über Erasmus+. Anschließend setzte sie das Gelernte in Ausbildung-Programmen in Deutschland um.
Berufliche Vorteile
Aufbau eines internationalen Netzwerks
Verbesserung von Englisch oder der Sprache des Gastlandes
Persönliche Entwicklung und Einblick in andere Bildungssysteme
Aufwertung des Lebenslaufs
Tipps
Wähle ein Thema, das deinen beruflichen Weg direkt unterstützt.
Erstelle einen klaren Lernplan: Was lernst du, und wie gibst du das Wissen an Kolleginnen und Kollegen weiter?
Stelle sicher, dass die Gastinstitution anerkannt ist und verlässliche Trainingsinhalte bietet.
Teile nach der Rückkehr die Erfahrung in deiner Institution (zum Beispiel in einem Workshop).
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