Was passiert, wenn die Steuerklasse falsch gewählt ist?
Wenn die Steuerklasse nicht zur tatsächlichen Situation passt, kann Folgendes passieren:
Es wird zu viel Lohnsteuer von deinem Gehalt abgezogen →
du bekommst bei der jährlichen Steuererklärung eine Rückerstattung.
Es wird zu wenig Lohnsteuer einbehalten →
du musst bei der Jahresveranlagung Steuern nachzahlen.
Beispiele:
Ein verheirateter Arbeitnehmer wählt Steuerklasse 1 statt 3 →
es werden jeden Monat unnötig hohe Steuern einbehalten.
Ein Arbeitnehmer wählt Steuerklasse 3, obwohl seine Ehefrau ebenfalls viel verdient →
es wird deutlich zu wenig Lohnsteuer abgezogen und er muss später bei der Veranlagung
unter Umständen mehrere tausend Euro nachzahlen.
Bestimmte Steuerklassen-Kombinationen – zum Beispiel die Kombination 3/5 – führen dazu,
dass du gesetzlich verpflichtet bist, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Wenn du das nicht tust:
kann dich das Finanzamt schriftlich zur Abgabe auffordern,
du riskierst Verspätungszuschläge oder eine Steuerschätzung (Schätzung),
die häufig höher ausfällt als die Steuer bei einer korrekten Erklärung.
Die Steuerklasse wirkt sich auch auf Sozialleistungen aus, zum Beispiel:
die Höhe des anrechenbaren Einkommens bei Anträgen auf staatliche Unterstützung,
die Höhe der Leistungen, die du tatsächlich bekommst.
Beispiel:
Beim Antrag auf Elterngeld (Elternzeitleistungen) führt Steuerklasse 3 in der Regel
zu einem höheren Elterngeld als Steuerklasse 5, weil das Nettoeinkommen höher ist.
Du kannst deine Steuerklasse grundsätzlich nur einmal pro Jahr wechseln,
außer es liegt ein gesetzlicher Anlass vor (z. B. Heirat, Scheidung, Tod eines Ehepartners).
Die Änderung gilt in der Regel nicht rückwirkend für vergangene Monate,
sondern ab dem Monat nach der Zustimmung des Finanzamts.
Nimm sofort Kontakt mit dem Finanzamt auf.
Stelle einen „Antrag auf Steuerklassenwechsel“.
Bei der nächsten Steuererklärung (Steuererklärung) wird das Finanzamt
alle bereits gezahlten Steuern neu berechnen und zu viel oder zu wenig gezahlte Beträge ausgleichen.
Überprüfe deine aktuelle Steuerklasse regelmäßig, zum Beispiel über:
deine Lohnabrechnung,
dein ELSTER-Benutzerkonto,
oder durch Nachfrage bei deinem Arbeitgeber oder Steuerberater.
Das Redaktionsteam unserer Website legt großen Wert darauf, durch sorgfältige Recherche und die Auswertung mehrerer Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Informationen unvollständig bzw. nicht endgültig gesichert sein. Bitte betrachte die Inhalte dieses Artikels daher als erste Orientierung und wende dich für verbindliche und aktuelle Auskünfte immer an das zuständige Finanzamt oder an einen Steuerberaterin.