Pfadfinderbewegung: Was bietet sie Jugendlichen?

Die Pfadfinder-Bewegung in Deutschland: Was bietet sie Jugendlichen?

Abseits von Smartphones und Spielkonsolen bietet die deutsche Pfadfinderbewegung – die Pfadfinder – Jugendlichen eine einzigartige Mischung aus Abenteuer, Verantwortung und alltagsnahen Lebenskompetenzen. Es geht um weit mehr als nur Ausflüge in den Wald: Die Pfadfinder sind eine inoffizielle Schule der Persönlichkeitsbildung. Aber was genau gewinnt dein Sohn oder deine Tochter, wenn er oder sie bei den Pfadfindern mitmacht?


Was ist die Pfadfinderbewegung (Pfadfinder)?

Die Pfadfinder sind eine ehrenamtliche, pädagogische und überparteiliche Jugendbewegung für Kinder und Jugendliche von etwa 7 bis 20 Jahren. Die Gruppen sind nach Altersstufen gegliedert und arbeiten darauf hin,

  • Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu fördern,

  • Teamarbeit und Kommunikation zu stärken,

  • Respekt vor der Natur und das Leben in und mit ihr zu lernen,

  • menschliche und gesellschaftliche Werte zu vermitteln.

Die Pfadfinder in Deutschland sind in verschiedenen Verbänden organisiert, z. B.:

  • Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)

  • Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP)

  • Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP)

und weitere. Die Angebote stehen in der Regel allen offen – unabhängig von Religion, Herkunft oder kulturellem Hintergrund.


Was machen die Pfadfinder eigentlich?

Wöchentliche Gruppenstunden (Gruppenstunden)

  • Regelmäßige Treffen in kleinen Gruppen

  • Handwerkliche Aktivitäten, Spiele, kreative Projekte

  • Gesprächsrunden zu Themen wie Umwelt, Gesellschaft, Miteinander

  • Planung und Durchführung kleiner Projekte innerhalb der Gruppe

Sommerlager (Sommerlager)

  • Mehrtägige oder mehrwöchige Zeltlager im Wald oder auf Wiesen

  • Kochen über dem offenen Feuer

  • Orientierung mit Karte und Kompass

  • Natur-Challenges und Teamaufgaben in freier Natur

Wanderungen und Hajks (Hajk)

  • Mehrtägige Wanderungen mit Rucksack, oft mit Übernachtung im Freien oder in einfachen Unterkünften

  • Die Jugendlichen planen Route, Verpflegung und Material teilweise selbst

  • Förderung von Durchhaltevermögen, Selbstorganisation und Zusammenarbeit

Soziale Projekte (soziale Projekte)

  • Besuche in Seniorenheimen

  • Müllsammelaktionen, Pflege von Grünanlagen und Spielplätzen

  • Unterstützung bei Stadtteilfesten oder Aktionen für Kinder

Internationale Begegnungen (internationale Camps)

  • Teilnahme an internationalen Pfadfinderlagern in Europa und weltweit

  • Kultureller und sprachlicher Austausch mit Pfadfindergruppen aus anderen Ländern

  • Kennenlernen unterschiedlicher Lebensweisen und Abbau von Vorurteilen


Was lernt dein Kind ganz konkret?

  • Führungskompetenz:
    Jugendliche bekommen die Chance, innerhalb ihrer Gruppe Leitungsrollen zu übernehmen – z. B. als Gruppenleiterin auf Probe oder als Verantwortlicher für bestimmte Aufgaben.

  • Selbstständigkeit:
    Vom Zeltaufbau über das Kochen bis hin zum Abwasch – viele Alltagsaufgaben übernehmen die Jugendlichen eigenverantwortlich.

  • Kommunikation:
    Ständiger Austausch im Team, gemeinsames Planen von Projekten und das Lösen von Konflikten fördern klare, respektvolle Kommunikation.

  • Disziplin und Verantwortungsgefühl:
    Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und das Einhalten von Absprachen gehören selbstverständlich dazu.

  • Lebenspraktische Fähigkeiten:
    Knoten binden, Feuer machen, mit Karte und Kompass umgehen, Material planen und Ressourcen teilen – alles Fähigkeiten, die in Schule und Alltag selten so praktisch vermittelt werden.


Kosten: Ist Pfadfinden kostenlos?

Komplett kostenlos ist es meist nicht, aber die Beiträge sind in der Regel sehr niedrig:

  • Monatliche Beiträge liegen oft bei 5–15 €.

  • Viele Aktionen werden gefördert oder bezuschusst, einzelne Aktivitäten sind ganz kostenlos.

  • Für Familien mit geringem Einkommen gibt es häufig Ermäßigungen, z. B. über

    • Bildung und Teilhabe,

    • kommunale Unterstützungsangebote wie einen Sozialpass oder ähnliche Karten der Stadt.


Können geflüchtete oder zugewanderte Jugendliche mitmachen?

Ja. Die meisten Pfadfindergruppen sind ausdrücklich offen für Migrant*innen und Geflüchtete.

  • Viele Stämme haben besondere Integrationsprojekte,

  • es wird nach Möglichkeit sprachliche Unterstützung oder Übersetzung angeboten,

  • kulturelle Unterschiede werden respektiert und oft aktiv thematisiert, damit sich alle wohlfühlen.


Fazit

Die Pfadfinder in Deutschland sind keine reine Sportart, sondern ein ganzheitliches Bildungsprogramm:

Sie helfen deinem Kind, selbstständiger, disziplinierter und sozial engagierter zu werden. Durch Abenteuer in der Natur und gemeinsames Lernen in der Gruppe werden Charakter und Kompetenzen gestärkt, wie sie die Schule alleine oft nicht vermitteln kann.

Der Beitritt zur Pfadfindergruppe kann somit ein kluger Schritt in Richtung einer starken, verantwortungsbewussten und lebensnahen Zukunft für dein Kind sein.

Das Redaktionsteam der Website ist bemüht, durch sorgfältige Recherche und die Nutzung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig oder nicht abschließend gesichert sein. Bitte betrachten Sie die Informationen in diesem Artikel als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche Auskünfte stets an die zuständigen Behörden und Fachstellen.


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