Schwimmen in der Grundschule: Stundenmodell und wie dein Kind davon profitiert

Schwimmen in deutschen Grundschulen: Stundenmodell und wie dein Kind davon profitiert

Schwimmen ist nicht nur eine Sportart, sondern eine grundlegende Lebenskompetenz. Deshalb ist Schwimmunterricht in Deutschland – besonders in der Grundschule (Grundschule) – ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans. Wie wird Schwimmen an Schulen organisiert? Wann beginnt das Lernen? Und welche Vorteile hat dein Kind davon? Das erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Warum wird Schwimmen in der Schule unterrichtet?
Deutschland als Land mit vielen Flüssen und Seen legt großen Wert darauf, dass Kinder früh schwimmen lernen. Das Ziel ist nicht nur Freizeit, sondern vor allem:

  • Vorbeugung vor Ertrinken

  • Förderung von Gesundheit und Fitness

  • Stärkung des Selbstvertrauens

  • Unterstützung von Disziplin und Konzentration

Darum ist Schwimmen in den meisten Bundesländern als verpflichtender Teil des Sportunterrichts vorgesehen – oft ab der zweiten oder dritten Klasse.

Wann beginnt der Schwimmunterricht?
Das Alter variiert je nach Bundesland, aber allgemein gilt:

  • meist ab Klasse 2 oder 3 (ca. 7–9 Jahre)

  • häufig über ein halbes Schuljahr, einmal pro Woche, im Rahmen des Sportunterrichts

In manchen Schulen – besonders dort, wo ein Schwimmbad in der Nähe ist – kann das Programm auch über zwei Halbjahre laufen.

Wie ist eine Schwimmstunde organisiert?

  • Die Klassen werden meist mit dem Bus in ein städtisches oder schulisches Schwimmbad gebracht.

  • Im Wasser gibt es in der Regel 30–45 Minuten praktisches Training, betreut von einer spezialisierten Lehrkraft.

  • Manchmal unterstützt zusätzlich eine weitere Aufsicht/Trainerin bzw. ein Trainer, um die Sicherheit zu erhöhen.

  • Die Kinder werden nach Niveau in Gruppen eingeteilt: Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschrittene.

Am Ende des Kurses können Kinder häufig offizielle Abzeichen ablegen, zum Beispiel:

  • Seepferdchen: erstes Abzeichen für Anfängerinnen und Anfänger

  • Bronze / Silber / Gold: fortgeschrittene Schwimmabzeichen je nach Leistung

Darf man fehlen oder die Teilnahme verweigern?

  • Schwimmen ist in der Schule ein verpflichtender Unterrichtsbestandteil.

  • Eine Befreiung ist meist nur aus gesundheitlichen Gründen möglich – mit ärztlichem Attest.

  • In Fällen von Menstruation (bei älteren Mädchen) kann manchmal eine vorübergehende Befreiung mit Entschuldigung der Eltern beantragt werden.

Was müssen Eltern vorbereiten?

  • Passende Schwimmbekleidung (Badehose/Anzug; lange Shorts werden oft nicht akzeptiert)

  • Großes Handtuch

  • Badeschuhe

  • Badekappe (besonders bei langen Haaren)

  • Eine Tasche sowie eine kleine Extra-Tüte für nasse Kleidung

Die Schule informiert Eltern normalerweise rechtzeitig über Zeiten und Anforderungen.

Was, wenn das Kind noch nicht schwimmen kann?
Kein Problem: Genau dafür ist der Unterricht da. Kinder mit Angst vor Wasser werden schrittweise und behutsam herangeführt. Niemand muss am ersten Tag schwimmen können – die Entwicklung wird nach und nach beobachtet und bewertet.

Oft arbeiten Schulen zusätzlich mit zertifizierten Trainerinnen und Trainern zusammen, zum Beispiel von der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft), um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.

Gibt es zusätzliche Unterstützung für schwächere Schwimmer?
Ja. In manchen Städten und Bundesländern gibt es kostenlose oder geförderte Angebote, etwa:

  • Ferien-Schwimmkurse: Kurse in den Schulferien

  • Unterstützung über Bildung und Teilhabe für Kurs- oder Abzeichen-Kosten

  • Teilweise freier Schwimmbadeintritt für Kinder mit Seepferdchen, um regelmäßiges Üben zu fördern

Vorteile des Schwimmens für Kinder

  • Stärkung der Muskulatur und Verbesserung des Kreislaufs

  • Förderung von Konzentration und Aufmerksamkeit

  • Entwicklung von Selbstdisziplin und Selbstständigkeit

  • Stressabbau und bessere Stimmung

  • Eine lebensrettende Fähigkeit – unbezahlbar

Fazit
Schwimmen in deutschen Grundschulen ist nicht nur „ein Unterrichtsfach“, sondern eine Investition in Sicherheit und ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Das System ist organisiert, sicher und effektiv und gibt jedem Kind die Chance, eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben zu lernen. Eltern sollten ihr Kind dabei unterstützen und zum Dranbleiben motivieren – in der Schule und darüber hinaus.

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