
Bundeskanzler Friedrich Merz warnte am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor den Folgen der tiefgreifenden Veränderungen in der US-Politik auf die internationale Ordnung der vergangenen drei Jahrzehnte.
Merz erklärte, das globale System sei zwar nicht perfekt gewesen, stehe nun aber vor einem Wandel hin zu einem „System der Stärke“. Europa sei jedoch nicht diesem neuen Weltbild ausgeliefert, sondern habe die Möglichkeit, seine eigene Zukunft zu gestalten.
Er forderte die europäischen Staaten auf, realistisch zu handeln, rasch neue Investitionen in die Verteidigungsindustrie zu tätigen, ihre Volkswirtschaften wettbewerbsfähig zu machen und die Zusammenarbeit untereinander sowie mit internationalen Partnern zu vertiefen.
Merz betonte, eine Welt, die allein auf Macht basiere, wäre äußerst gefährlich, da sie nur den Stärksten begünstige.
Mit Blick auf die Forderungen von US-Präsident Donald Trump zur Insel Grönland sagte Merz, Europa und die Vereinigten Staaten stünden gemeinsam vor der Bedrohung durch Russland im arktischen Raum. Als NATO-Partner müssten beide Seiten die Sicherheit der Region gewährleisten. Deutschland leiste bereits seinen Beitrag und werde weitere Schritte unternehmen.
Merz begrüßte die jüngsten Äußerungen Trumps zu einem möglichen Rahmenabkommen über Grönland und die gesamte Arktis und betonte, dass „jede Anwendung von Gewalt nicht akzeptabel“ sei.
Zudem warnte er vor negativen Folgen möglicher US-Zölle auf europäische Produkte und kündigte eine „geschlossene und entschlossene“ Antwort Europas an. Er unterstrich die Bedeutung des NATO-Bündnisses und sagte, die USA hätten „verlässliche Partner und Freunde“ in Europa.
Quellen - Agenturen