EZB-Direktor Joachim Nagel erklärte, dass die Inflation im Euroraum praktisch das Ziel von 2 Prozent erreicht habe und sich in den kommenden Monaten um diesen Wert bewegen werde – trotz des Preisdrucks durch US-Zölle. Die Teuerungsrate in den 20 Euro-Ländern stieg im November leicht auf 2,2 Prozent nach 2,1 Prozent im Oktober. Die Europäische Zentralbank dürfte daher die Zinsen in diesem Monat unverändert lassen. Das Magazin Stern zitierte Nagel, zugleich Präsident der Bundesbank, mit den Worten: „Wir haben unser Ziel praktisch erreicht, und die Inflation wird sich kurzfristig um diesen Wert bewegen.“ Nagel betonte, dass der Anstieg der Inflation in den USA auf Importzölle zurückzuführen sei, warnte jedoch, dass sich die Lage verschärfen könnte, falls die US-Notenbank die Zinsen senkt. Mit Blick auf Deutschland sagte Nagel, dass höhere Ausgaben für Militär und Infrastruktur das Wachstum bis 2027 über 1 Prozent heben könnten. Allerdings müsse das Land strukturelle Probleme wie die schrumpfende Erwerbsbevölkerung angehen. Die EZB hatte den Leitzins zuletzt im Oktober zum dritten Mal in Folge bei 2 Prozent belassen, ohne Hinweise auf künftige Schritte zu geben. Zuvor war der Zinssatz bis Juni um zwei Prozentpunkte gesenkt worden.
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