Rotlichtverstoß in Deutschland: Warum schon zwei Sekunden die Strafe verdoppeln
Das Überfahren einer roten Ampel wird in Deutschland nicht als „kleiner Verstoß“ behandelt – selbst dann nicht, wenn die Ampel erst zwei Sekunden rot war. Es zählt zu den gefährlichsten Verkehrsverstößen, weil es eine direkte Gefahr für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Nach StVO § 37 ist die Dauer der Rotphase ein entscheidender Faktor für die Höhe der Strafe.
Wann verdoppelt sich die Strafe?
Wenn Sie eine Ampel überfahren, die länger als zwei Sekunden rot war, gilt dies als schwerwiegender Rotlichtverstoß – mit folgenden Konsequenzen:
| Fall | Bußgeld (€) | Punkte (Flensburg) | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Rot unter 2 Sekunden | 90 € | 1 | Nein |
| Rot über 2 Sekunden | 200 € | 2 | Ja (1 Monat) |
Gefährdung anderer | 320 € | 2 | Ja
Unfall | 360 € | 2 | Ja
Wie werden die zwei Sekunden berechnet?
Die Zeit zählt ab dem Moment, in dem die Ampel vollständig rot ist – nicht ab Beginn der Gelbphase. Die Polizei stützt sich dabei meist auf:
Aufnahmen von stationären Kameras/Blitzern (Rotlichtblitzer)
Berichte von Polizeibeamten vor Ort
teils auch Zeugenaussagen
Warum sind zwei Sekunden so wichtig?
Ein Überfahren in den ersten zwei Sekunden wird rechtlich oft als unüberlegt/risikoreich, aber eher nicht als eindeutig bewusstes Ignorieren gewertet. Nach mehr als zwei Sekunden wird dagegen häufig angenommen, dass der Fahrer:
das Rotlicht bewusst missachtet hat
eine erhebliche Gefahr verursacht hat
hätte sicher anhalten können, es aber nicht getan hat
Kann man Einspruch einlegen?
Ja. Ein Einspruch ist innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Bußgeldbescheids möglich – z. B., wenn:
außergewöhnliche Umstände vorlagen (Rutschen, Bremsdefekt usw.)
die Ampel nicht klar sichtbar war oder verdeckt wurde
die Gelbphase ungewöhnlich kurz war (z. B. unter 3 Sekunden)
Fazit
Wer in Deutschland eine rote Ampel länger als zwei Sekunden überfährt, muss automatisch mit einer deutlich höheren Strafe rechnen – inklusive höherem Bußgeld, zwei Punkten in Flensburg und oft einem Fahrverbot. Ampeln zu respektieren ist nicht nur Gesetz, sondern schützt Leben im Straßenverkehr.
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