Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD)

Autorenname: Admin Datum: 2025-07-15 Blog-Kategorie: Organisationen und Verbände

Alles, was Sie über den Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD) wissen müssen

Historischer und struktureller Überblick
Der ZMD wurde 1994 in der Stadt Eschweiler gegründet, hervorgegangen aus dem „Islamischen Arbeitskreis Deutschland“; seine offizielle Eintragung erfolgte 1995 im Vereinsregister der Stadt Köln ([turn0search1]).

Der Dachverband umfasst derzeit rund 22 Landes-/Regionalverbände und etwa 300 Moscheegremien und vertritt ungefähr 15.000–20.000 Mitglieder, wobei die Gesamtreichweite auf 10.000–20.000 muslimische deutsche Familien geschätzt wird ([turn0search1], [turn0search18]).

Er konzentriert sich vor allem auf nicht-türkische Muslim:innen und gilt damit als ergänzende Stimme zu Verbänden türkischen Ursprungs wie DITIB, Islamrat und VIKZ ([turn0search1], [turn0search18]).

Führung und Vorstand
Den Vorsitz hatte Nadeem Elyas von 1994 bis 2006, gefolgt von Ayyub Axel Köhler (2006–2010), danach Aiman Mazyek (2010–Juni 2024); aktuell ist Abdassamad El Yazidi seit 2024 im Amt ([turn0search1]).

Derzeitiger Generalsekretär ist Aladdin BeiersdorfEl Schallah, seine Stellvertreter:innen sind Özlem Basöz und Samir Bouaissa, der Schatzmeister ist Mohamed Abu ElQomsan ([turn0search1]).

Ziele und Rollen
Der Verband setzt sich für die Rechte von Muslim:innen in Deutschland ein und arbeitet an der Erleichterung religiöser Praxis, etwa durch Berechnung der Gebetszeiten, Regelungen zur Schlachtung, islamische Friedhöfe sowie die Förderung des Kor’anunterrichts ([turn0search3], [turn0search11]).

Er engagiert sich in der Entwicklung von Konzepten für islamischen Religionsunterricht an Schulen und wirkt an der Ausarbeitung von Unterrichtsmaterialien zur islamischen Kultur mit ([turn0search3]).

Der ZMD spielte eine zentrale Rolle bei der Etablierung des „Tag der offenen Moschee“ seit 1997, um religiöse und kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen ([turn0search28]).

Koordination und Einfluss
Der ZMD ist Gründungsmitglied des „Koordinationsrat der Muslime in Deutschland“ (KRM) seit 2007 und bildet gemeinsam mit DITIB, Islamrat und VIKZ eine der größten repräsentativen Gruppen muslimischer Organisationen gegenüber staatlichen Stellen ([turn0search1], [turn0search26]).

Er war in wichtigen Debatten beteiligt, etwa zur Einführung von Islamunterricht an Schulen und zur Frage des Schächtens ohne Betäubung, mit dem Ziel, religiöse Rechte zu organisieren und abzusichern ([turn0search1]).

Finanzierung
Der Verband finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden aus der Gemeinschaft und von Moscheen sowie über punktuelle private Unterstützung ([turn0search1]).

Herausforderungen und Kritik
Die Beobachtung einzelner Mitgliedsorganisationen wie DMG und IZH durch Verfassungsschutzbehörden wegen möglicher Verbindungen zur Muslimbruderschaft führte zu Debatten über die Unabhängigkeit des ZMD ([turn0search9], [turn0search4]).

Zudem wurde der ZMD mehrfach kritisiert, insbesondere im Zusammenhang mit einer aus Sicht von Kritiker:innen nicht ausreichend schnellen und eindeutigen Verurteilung bestimmter Ereignisse, etwa von Angriffen mit Bezug zu extremistischen Gruppen ([turn0news27]).

Mediale und gesellschaftliche Aktivitäten
Der Verband veröffentlicht regelmäßig Pressemitteilungen auf seiner Website und positioniert sich zu Themen wie Antirassismus, Unterstützung von Geflüchteten und Bekämpfung von Extremismus ([turn0search5]).

Bei Anlässen wie Angriffen auf jüdische Gemeinschaften oder Ereignissen, die Muslim:innen beleidigen, veröffentlicht er umgehend Solidaritätserklärungen und fordert die strafrechtliche Verfolgung der Täter:innen ([turn0search5]).

Fazit
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD) ist eine repräsentative Organisation für die überwiegend nicht-türkische muslimische Bevölkerung in Deutschland und engagiert sich in:

  • der Organisation des religiösen Lebens von Muslim:innen,

  • der Entwicklung des islamischen Religionsunterrichts,

  • der Einflussnahme auf öffentliche Politik und Gesetzgebung,

  • der Förderung von interreligiösem Dialog und zivilgesellschaftlicher Teilhabe.

Trotz Herausforderungen im Zusammenhang mit einzelnen Mitgliedsorganisationen bleibt der ZMD eine prominente Plattform für interreligiösen Dialog und religiöse Organisation in Deutschland und bemüht sich um ein Gleichgewicht als wirksamer Akteur in einer multikulturellen Gesellschaft.


ـ* Das Autor:innen- und Redaktionsteam der Website ist bestrebt, durch intensive Recherche und die Nutzung mehrerer Quellen genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder unbestätigte Angaben enthalten sein. Bitte betrachten Sie die Informationen als erste Orientierung und wenden Sie sich für gesicherte Auskünfte stets an die zuständigen Stellen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Entdecken Sie weitere Blogbeiträge und Artikel.