Alles, was Sie über die Mitnahme von Haustieren in öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland wissen sollten
Deutschland zählt zu den tierfreundlichsten Ländern Europas. In vielen Fällen dürfen Fahrgäste ihre Haustiere problemlos in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen. Dennoch gibt es klare Regeln und Vorgaben, die die Sicherheit und den Komfort aller Fahrgäste schützen sollen.
In diesem Leitfaden finden Sie alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie mit Ihrem treuen Begleiter losfahren.
Dürfen Haustiere in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden?
Ja. Die Mitnahme der meisten Haustiere (z. B. Hunde und Katzen) ist in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahn, Regionalzügen sowie in Fernverkehrszügen (ICE, IC) grundsätzlich erlaubt – allerdings unter bestimmten Bedingungen.
Allgemeine Regeln
Kleine Tiere
Kleine Tiere (z. B. kleine Katzen oder kleine Hunde) dürfen in der Regel kostenlos mitgenommen werden, wenn sie sich in einer geschlossenen Box oder Tasche befinden, deren Größe etwa dem Handgepäck entspricht (ca. 45×30×25 cm).
Diese Tiere gelten dann als Handgepäck und benötigen kein separates Ticket.
Große Tiere (größere Hunde)
Für größere Hunde wird häufig ein Ticket zum halben Preis benötigt (z. B. Kinderfahrkarte).
Der Hund muss in der Regel angeleint sein und in Fahrzeugen sowie in Stationen einen Maulkorb (Maulkorbpflicht) tragen, um die Sicherheit anderer Fahrgäste zu gewährleisten.
In einigen Regionen dürfen große Hunde mit bestimmten Zeitkarten oder Sonderregelungen kostenlos mitfahren – prüfen Sie jedoch immer die Regeln des jeweiligen lokalen Verkehrsunternehmens.
In Fernverkehrszügen (ICE und IC)
Große Hunde sind erlaubt, sofern ein Ticket zum halben Preis gekauft wird – außer sie befinden sich in einer geschlossenen Transportbox.
Für längere Fahrten wird empfohlen, möglichst einen passenden Sitzplatz oder mehr Raum einzuplanen, damit es für Tier und Halter angenehmer ist.
Wird ein Assistenzhund für eine Person mit Behinderung mitgeführt (mit dem Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis), ist die Mitnahme kostenlos.
Sonderregeln in Bussen und Straßenbahnen
Meist gelten dieselben Regeln wie im Regionalverkehr.
In kleineren Orten oder bei privaten Anbietern kann es vorkommen, dass große Hunde zu Stoßzeiten aus Sicherheitsgründen nicht mitgenommen werden.
Praktische Tipps
Bereiten Sie Ihr Tier vor der Fahrt vor
Stellen Sie sicher, dass Ihr Tier an Menschenmengen und Lärm gewöhnt ist.
Füttern Sie es rechtzeitig vor der Fahrt und vermeiden Sie schwere Mahlzeiten direkt vor Reisebeginn.
Nehmen Sie wichtige Dinge mit
Wasser, Maulkorb, Leine, sowie Tücher oder Beutel, um mögliche Verschmutzungen sofort zu beseitigen.
Wählen Sie weniger volle Zeiten
Um Stress für Ihr Tier zu reduzieren, vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hauptverkehrszeiten.
Bußgelder und Verstöße
Wenn Sie kein erforderliches Ticket für das Tier kaufen oder der Hund keinen Maulkorb trägt, kann ein Bußgeld von etwa 30 bis 60 Euro anfallen – oder Sie werden aufgefordert, das Verkehrsmittel zu verlassen.
Ein Verstoß gilt als Missachtung lokaler Vorschriften und kann in manchen Fällen als Ordnungswidrigkeit erfasst werden.
Fazit
Die Mitnahme Ihres Haustiers in öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland ist möglich und oft unkompliziert – vorausgesetzt, Sie halten sich an die Regeln und achten auf die Sicherheit und den Komfort aller.
Gute Vorbereitung und das Wissen um Ihre Rechte und Pflichten sorgen für eine ruhige, sichere Fahrt und zeigen Respekt gegenüber Ordnung und Gesellschaft.
ـ* Das Team der Autorinnen, Autoren und Redakteurinnen und Redakteure bemüht sich, durch intensive Recherche und die Nutzung mehrerer Quellen genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können vereinzelt Fehler auftreten oder unbestätigte Angaben enthalten sein. Bitte betrachten Sie die Informationen als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche Auskünfte stets an die zuständigen Stellen.*